Cerebras plant neuen Anlauf an US-Börse
KI-Chipentwickler zielt nach regulatorischer Klärung auf IPO 2026

Der US-amerikanische KI-Chipentwickler Cerebras Systems bereitet sich darauf vor, bereits in der kommenden Woche Unterlagen für einen Börsengang in den Vereinigten Staaten einzureichen. Mit dem Schritt zielt das Unternehmen auf eine Notierung im zweiten Quartal 2026 ab. Der geplante Börsengang folgt auf eine Phase der Zurückhaltung, nachdem Cerebras seinen früheren IPO-Antrag im Oktober zurückgezogen hatte.
Das Unternehmen entwickelt Hochleistungsprozessoren für Anwendungen der künstlichen Intelligenz und zählt zu den Wettbewerbern von Nvidia im Markt für spezialisierte KI-Chips. Cerebras hatte kurz vor dem Rückzug des ursprünglichen Börsenantrags mehr als eine Milliarde US-Dollar in einer Finanzierungsrunde eingesammelt und wurde dabei mit rund acht Milliarden US-Dollar bewertet. Zu den Gründen für die Verzögerung gehörten regulatorische Prüfungen im Zusammenhang mit ausländischen Investoren.
Bereits 2024 hatte Cerebras erstmals Unterlagen bei der U.S. Securities and Exchange Commission eingereicht, den Prozess jedoch später ausgesetzt. Hintergrund war unter anderem eine Überprüfung der Beteiligung des in Abu Dhabi ansässigen Technologiekonzerns G42, der sowohl Investor als auch bedeutender Kunde von Cerebras war. US-Behörden hatten Bedenken geäußert, dass über solche Beteiligungen sensible amerikanische KI-Technologie indirekt nach China gelangen könnte.
Im Verlauf dieses Jahres erhielt Cerebras nach eigenen Angaben die notwendige Freigabe durch den Committee on Foreign Investment in the United States. In den nun vorbereiteten Unterlagen soll G42 nicht mehr als Investor aufgeführt sein. Über die Hintergründe dieses Schritts wurde nichts bekannt. Der Technologiekonzern aus den Vereinigten Arabischen Emiraten äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorgang.
Cerebras hat sich mit seinen sogenannten Wafer-Scale-Engines einen Namen gemacht, besonders großen Chips, die speziell für das Training und die Inferenz umfangreicher KI-Modelle konzipiert sind. Diese Technologie soll Rechenleistung und Effizienz bei komplexen KI-Workloads steigern und richtet sich vor allem an Rechenzentren und Forschungseinrichtungen.
Der geplante Börsengang fällt in ein Umfeld anhaltender Aktivität am US-Kapitalmarkt. Trotz zwischenzeitlicher Volatilität haben traditionelle Börsengänge im laufenden Jahr ein hohes Emissionsvolumen erreicht. Marktteilnehmer erwarten, dass sich diese Dynamik im kommenden Jahr fortsetzt und auch weitere bekannte Technologieunternehmen einen Gang an die Börse prüfen.
