Cerebras-Aktie steigt 9 Prozent nach Altmans Aussage zu OpenAI-Partnerschaft
OpenAI-CEO Sam Altman bezeichnet den KI-Chiphersteller als eng verbundenen Partner – die Aktie erholt sich von einem schwachen Wochenverlauf.

Die Aktie von Cerebras Systems hat am Montag um 9 Prozent zugelegt und damit einen Teil des Kursrutsches der Vorwoche wettgemacht. Auslöser war eine Aussage von OpenAI-CEO Sam Altman, der den KI-Chiphersteller als „eng verbundenen Partner" bezeichnete und damit Investoren beruhigte. Bereits am Freitag war die Aktie im außerbörslichen Handel nach diesen Äußerungen um fast 3 Prozent gestiegen.
Der Kursanstieg folgt auf eine schwierige Woche für das Unternehmen. Cerebras, das im Mai mit einem spektakulären Börsengang an die Nasdaq ging, hatte in der vergangenen Woche einen Kurseinbruch von 20 Prozent auf den niedrigsten Stand seit seiner Notierung verzeichnet. Hintergrund war die Bekanntgabe, dass OpenAI seinen „Ultrafast"-Modus für GPT-6, 1 Sol nicht mit den Chips von Cerebras, sondern mit Grafikprozessoren (GPUs) von Nvidia betreiben wird.
Für Anleger ist die Nachricht deshalb so bedeutsam, weil Cerebras sich seit seinem Börsendebüt als ernsthafter Herausforderer von Nvidia positioniert hat. Das Unternehmen vertreibt große Computerchips und KI-Systeme, die darauf ausgelegt sind, KI-Modelle schneller als herkömmliche GPUs auszuführen. Die Aktie reagiert entsprechend sensibel auf jede Nachricht über die Geschäftsbeziehung zu OpenAI.
Die Details
Die Kursbewegung vom Montag markiert eine deutliche Trendwende nach dem Rückgang der Vorwoche. Der Kurseinbruch um 20 Prozent hatte die Aktie auf den tiefsten Stand seit dem Börsengang im Mai gedrückt. Die nun bekannt gewordene Aussage Altmans wirkte diesem Abwärtstrend entgegen und sorgte bereits vor dem offiziellen Handelsstart für Auftrieb.
Seit seinem Börsendebüt im Mai ist die Marktkapitalisierung von Cerebras stark gesunken. Sie liegt nun bei rund 43 Milliarden Dollar, gegenüber zuvor 95 Milliarden Dollar. Diese Entwicklung verdeutlicht, wie stark die Bewertung des Unternehmens an die Erwartungen rund um das OpenAI-Geschäft geknüpft ist.
Cerebras gibt an, dass sein Flaggschiffprodukt, der Wafer Scale Engine 3, schneller arbeite als die GPUs von Nvidia. Das Unternehmen positioniert sich damit als direkter Konkurrent des Marktführers im Geschäft mit KI-Hardware.
Ein zentraler Baustein der Geschäftsbeziehung ist ein im Januar unterzeichneter Vertrag. Cerebras vereinbarte mit OpenAI ein Abkommen im Wert von 10 Milliarden Dollar, um dem Unternehmen bis 2028 eine Rechenleistung von 750 Megawatt bereitzustellen. Dieser Auftrag ist für die Umsatzentwicklung des Chipherstellers von erheblicher Bedeutung.
Analysten der Citibank gaben an, dass ihre Einschätzung der Umsatzprognose von Cerebras für den Zeitraum 2026 bis 2028 unverändert bleibe. Die Bank sieht demnach trotz der jüngsten Verunsicherung keine Veranlassung, ihre Erwartungen an das Unternehmen anzupassen.
Hintergrund: Was bisher geschah
Die jüngste Entwicklung ist Teil einer längeren Achterbahnfahrt für die Cerebras-Aktie. Bereits am 17.01.2026 berichtete aktien.news, dass OpenAI einen wegweisenden Deal mit dem Chip-Hersteller Cerebras über 10 Milliarden Dollar angekündigt hatte. Die Vereinbarung zeigte, wie das KI-Unternehmen seine Abhängigkeit von Nvidia reduzieren wollte, während es gleichzeitig einen aggressiven Expansionskurs verfolgte. Bis dahin lief praktisch die gesamte Infrastruktur von OpenAI auf Nvidia-Chips.
Am 18.04.2026 meldete aktien.news, dass Cerebras Systems seinen Antrag für einen Börsengang in den USA bekannt gegeben hatte. Das Unternehmen aus Sunnyvale, Kalifornien, galt als direkter Rivale von Nvidia und wollte vom wiederbelebten Optimismus am Emissionsmarkt profitieren. Geplant war eine Notierung an der Nasdaq unter dem Tickersymbol „CBRS". Es war bereits der zweite Anlauf des Unternehmens: Im Oktober hatte Cerebras einen früheren IPO-Antrag zurückgezogen – und das nur wenige Tage nach einer Finanzierungsrunde über mehr als eine Milliarde US-Dollar, die das Unternehmen mit rund acht Milliarden Dollar bewertete.
Am 08.06.2026 berichtete aktien.news, dass die Aktien von Cerebras Systems um 3 Prozent auf 207,54 US-Dollar zugelegt hatten. Auslöser war die Aufnahme der Aktienabdeckung durch mindestens neun Wall-Street-Brokerhäuser, nachdem die obligatorische Stillhaltefrist nach dem Börsengang abgelaufen war. Zu den Häusern gehörten die Konsortialführer des IPOs: Morgan Stanley, Citigroup, Barclays und UBS.
Erst am 30.09.2026 meldete aktien.news, dass die Aktien von Cerebras Systems um 7 Prozent nachgegeben hatten. Auslöser war eine Spekulation in der Branche, wonach OpenAI für seine neu angekündigte Hochgeschwindigkeits-KI-Plattform GPT-6, 1 Sol Ultrafast auf die spezialisierte KI-Hardware des Startups verzichtet haben soll. Ausgelöst wurde der Verkaufsschub durch einen Bericht des Halbleiter-Forschungsunternehmens SemiAnalysis, das auf X (ehemals Twitter) meldete, dass das neueste Flaggschiff-Modell von OpenAI auf herkömmlichen Nvidia-GPUs mit einer geringen Batch-Größe läuft – und nicht auf Cerebras-Chips.
Was das für Anleger bedeutet
Die Kursentwicklung der vergangenen Wochen zeigt, wie eng die Bewertung von Cerebras mit der Frage verknüpft ist, ob OpenAI dauerhaft auf die Chips des Unternehmens setzt. Die Nachricht, dass der „Ultrafast"-Modus für GPT-6, 1 Sol auf Nvidia-GPUs läuft, hatte den Kurs stark belastet. Die Aussage Altmans, Cerebras sei ein „eng verbundener Partner", wirkte dieser Verunsicherung entgegen.
Für deutsche Privatanleger ist dabei wichtig, dass die Aktie seit dem Börsengang im Mai hohe Schwankungen aufweist. Der Rückgang der Marktkapitalisierung von 95 Milliarden Dollar auf rund 43 Milliarden Dollar verdeutlicht die Korrektur der ursprünglichen Erwartungen. Gleichzeitig bleibt der im Januar unterzeichnete Vertrag über 10 Milliarden Dollar bestehen, der Cerebras bis 2028 eine Rechenleistung von 750 Megawatt abverlangt.
Die Einschätzung der Citibank-Analysten, die ihre Umsatzprognose für 2026 bis 2028 unverändert lassen, deutet darauf hin, dass zumindest ein Teil der Marktbeobachter die langfristigen Perspektiven des Unternehmens nicht infrage stellt. Anleger sollten jedoch beachten, dass die Aktie stark auf Nachrichten rund um die OpenAI-Beziehung reagiert – sowohl nach oben als auch nach unten.
Ausblick
Konkrete Termine nennt der Quelltext nur wenige. Der Vertrag zwischen Cerebras und OpenAI sieht vor, dem KI-Unternehmen bis 2028 eine Rechenleistung von 750 Megawatt bereitzustellen. Dieser Zeitrahmen bildet den zentralen Planungshorizont für die Geschäftsbeziehung der beiden Unternehmen.
Die Citibank-Analysten behalten ihre Umsatzprognose für den Zeitraum 2026 bis 2028 unverändert bei. Ob sich die jüngste Erholung der Aktie fortsetzt, hängt maßgeblich davon ab, wie sich die Zusammenarbeit mit OpenAI weiterentwickelt und ob Cerebras seine Position als Konkurrent von Nvidia behaupten kann.
Kurz erklärt
- Wafer Scale Engine: Ein besonders großer Computerchip, der KI-Modelle beschleunigen soll.
- GPU: Ein Grafikprozessor, der neben Bildberechnungen auch für KI-Berechnungen eingesetzt wird.
- Börsengang: Der erstmalige Verkauf von Aktien eines Unternehmens an der Börse.
- Marktkapitalisierung: Der Gesamtwert aller frei handelbaren Aktien eines Unternehmens an der Börse.
