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Canopy Growth expandiert nach Großbritannien: Cannabis für den britischen Markt

Canopy Growth liefert erstmals medizinische Cannabisblüten nach Großbritannien und baut sein Europa-Geschäft aus.

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Canopy Growth expandiert nach Großbritannien: Cannabis für den britischen Markt

Canopy Growth expandiert nach Großbritannien: Der kanadische Cannabisproduzent liefert erstmals medizinische Cannabisblüten auf den britischen Markt. Das Unternehmen hat einen Vertriebsvertrag mit der Grow Group U. K. Ltd. abgeschlossen, wie Canopy am Dienstag mitteilte.

Canopy wird vier in Kanada angebaute Sorten medizinischer Cannabisblüten an den britischen Hersteller und Distributor von verschreibungspflichtigen Cannabis-Medikamenten liefern. Grow Group wird die Produkte unter Canopys globalem medizinischen Markenportfolio Spectrum Therapeutics vertreiben. Es ist Canopys erster Vorstoß in den britischen Markt.

„Die Erweiterung der Verfügbarkeit unserer Produkte im Vereinigten Königreich ist ein weiterer Schritt beim Ausbau unseres europäischen Geschäfts für medizinisches Cannabis und bei der Vergrößerung der internationalen Reichweite unserer in Kanada angebauten Blüten“, sagte Canopy-Growth-CEO Luc Mongeau in einer Erklärung.

Warum der britische Markt für Canopy interessant ist

Die Blüten stammen aus dem Anbauzentrum von Canopy in Kincardine, Ontario. Die Anlage ist speziell darauf ausgelegt, europäische Märkte zu beliefern. Im August haben deutsche Behörden die Zertifizierung nach den Guten Herstellungspraktiken (Good Manufacturing Practice, GMP) der Europäischen Union für die Anlage erneuert. Damit kann Canopy medizinische Märkte in ganz Europa beliefern.

Kanadische Produzenten dominierten lange Zeit die globalen Cannabisexporte. Doch ihre Führungsposition steht in Europa unter Druck, das weiterhin der wichtigste Exportmarkt für nordamerikanische Produzenten ist. Deutsche Behörden haben hinterfragt, ob Blüten, die nach landwirtschaftlichen Standards angebaut und später in Europa verarbeitet werden, die strengen pharmazeutischen Anforderungen erfüllen.

Eine im Juni herausgegebene Richtlinie identifizierte das Trocknen als kritischen Herstellungsschritt, der dort erfolgen sollte, wo die Cannabis-Ernte stattfindet. Wenn sich die GMP-Pflichten stromaufwärts zum Anbau verschieben, könnten sich die Beschaffungsanforderungen ändern, was kanadische Produzenten verwundbar machen würde.

Aufgrund des Brexits befindet sich das Vereinigte Königreich außerhalb der EU und legt seine eigenen Importstandards fest. Allerdings gelten die EU-GMP-Standards weiterhin für Cannabisproduzenten, die eine Genehmigung der britischen Arzneimittel- und Gesundheitsprodukte-Zulassungsbehörde (Medicines and Healthcare Products Regulatory Agency) beantragen.

Marktumfeld und Wettbewerb in Großbritannien

Die meisten Verkäufe von medizinischem Cannabis im Vereinigten Königreich finden außerhalb des öffentlichen Gesundheitssystems statt. Laut Cannabis Europa haben weniger als 20.000 Patienten im britischen National Health Service ein Rezept. Der Markt für medizinisches Cannabis ist daher größtenteils privat finanziert. Schätzungen zufolge erhalten rund 100.000 Patienten Cannabis über private Kliniken.

Canopys Ansatz unterscheidet sich von dem seiner Konkurrenten. Aurora Cannabis kaufte im August Internode Pharma und HAP Pharma und erwarb so eine Einfuhranlage sowie eine lizenzierte Apotheke im Vereinigten Königreich. Tilray Brands begann im April, nach der Übernahme der Lyphe Clinic und Dispensary, mit dem Verkauf eigener markierter Blüten im Vereinigten Königreich.

Finanzielle Entwicklung von Canopy Growth

Der internationale Cannabisumsatz von Canopy belief sich im zum 30. Juni endenden Quartal auf 9,6 Millionen kanadische Dollar (umgerechnet rund 6,92 Millionen US-Dollar). Das entspricht einem Plus von zehn Prozent im Jahresvergleich. Das Wachstum wurde insbesondere von Europa und Polen getrieben.

Für Canopy Growth ist der Eintritt in den britischen Markt ein strategischer Schritt, um die internationale Reichweite weiter auszubauen und die Abhängigkeit vom kanadischen Heimatmarkt zu reduzieren. Die Expansion erfolgt in einem Umfeld, in dem regulatorische Unsicherheiten in Europa und Großbritannien die Marktdynamik maßgeblich beeinflussen.

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