Cannabis und Bundesbeschäftigung: Neuer Gesetzentwurf im US-Kongress
Bipartisan-Gesetz soll frühere Marihuana-Nutzung als Ausschlussgrund für Bundesjobs verbieten.

Die Abgeordneten Jamie Raskin (D-MD) und Zachary Nunn (R-IA) haben einen Gesetzentwurf im US-Kongress eingebracht, der vorsieht, dass frühere Marihuana-Nutzung nicht mehr als Grund für die Verweigerung einer Bundesbeschäftigung oder Sicherheitsüberprüfung dienen darf. Der Vorstoß ist Teil einer Reihe von Entwicklungen rund um die Cannabis-Politik in den Vereinigten Staaten.
Der demokratische Kandidat für das Gouverneursamt in Iowa, Rob Sand, bezeichnete die Legalisierung von Marihuana unterdessen als eine „selbstverständliche“ Maßnahme zur Einnahmemehrwertsteigerung. Er argumentierte, dies helfe, eine „fiskalische Zeitbombe“ abzuwehren, die zu Kürzungen bei der Finanzierung von Bildung und öffentlicher Sicherheit führen könnte.
Studie belegt medizinischen Nutzen bei Rückenschmerzen
Eine neue Studie, die Patienten mit chronischen Rückenschmerzen über einen Zeitraum von zehn Jahren begleitete, liefert bemerkenswerte Ergebnisse. Die Untersuchung ergab, dass „die medizinische Cannabinoid-Therapie mit einer Reduzierung des Opioidverbrauchs (−89,8 Prozent), der Schmerzintensität (−84,2 Prozent) und der funktionellen Behinderung (−30,4 Prozent) verbunden war“. Zudem wurden „substanzielle Reduzierungen der Polypharmazie und eine akzeptable Verträglichkeit beobachtet“.
Diese Langzeitdaten untermauern die wachsende Evidenz für den therapeutischen Einsatz von Cannabis bei chronischen Schmerzzuständen, von denen allein in Deutschland Millionen Menschen betroffen sind.
Alabama zieht Einspruch gegen Neuklassifizierung zurück
Das staatliche Gesundheitsausschusskomitee von Alabama hat einstimmig beschlossen, einen früheren Einspruch gegen die Neuklassifizierung von Marihuana nach Landesrecht zurückzuziehen. Damit passt sich der Bundesstaat der bundesweiten Bewegung der Trump-Administration an. Dieser Schritt zeigt, wie sich die Cannabis-Politik auf Ebene der Einzelstaaten zunehmend wandelt.
Steuerstreit und Umfrage-Anpassungen
Der US-Steuergerichtshof prüft derzeit Petitionen eines Cannabisunternehmens, das Steuern und Strafen anficht. Das Unternehmen argumentiert, dass seine Produkte aufgrund ihres niedrigen THC-Gehalts keine kontrollierten Substanzen seien. Parallel dazu schlägt die Substance Abuse and Mental Health Services Administration vor, einige Fragen der National Survey on Drug Use and Health zu überarbeiten. Künftig soll nach der „Nutzung“ statt dem „Rauchen“ von Marihuana gefragt werden, um „andere gängige Nutzungsformen unter Jugendlichen wie Vaping oder Essbares zu messen“.
Internationale Entwicklungen
In New South Wales, Australien, haben Gesetzgeber ein Gesetz verabschiedet, das medizinische Cannabis-Patienten vor DUI-Belastungen (Führerscheinunterlassung unter Einfluss) schützt. Kanadische Regulierungsbehörden veröffentlichten zudem aktualisierte Leitlinien zu Analysemethoden im Cannabis-Test.
Eine kanadische Studie ergab „keinen statistisch signifikanten Einfluss der Cannabis-Legalisierung auf tödliche Unfälle mit positivem THC-Nachweis oder alle Unfälle“. Dies entkräftet ein häufig vorgebrachtes Argument von Gegnern einer Legalisierung.
Regulatorische Entwicklungen in den Bundesstaaten
In mehreren US-Bundesstaaten gibt es parallel regulatorische Neuerungen: Die Behörden in Michigan riefen Marihuana-Produkte zurück, nachdem Tests eine verbotene Chemikalie ergaben. New Mexico erteilte die erste Lizenz für die medizinische Psilocybin-Produktion. Kalifornien schlägt Änderungen der Vorschriften zur Gruppenkennzeichnung von Cannabispflanzen vor, während New Jersey Leitlinien zu Strafen bei Verstößen von Marihuana-Geschäften veröffentlichte.
Die Debatte um die Cannabis-Politik bleibt damit auf allen Ebenen in Bewegung – vom Kongress über die Bundesstaaten bis hin zur internationalen Gesetzgebung.
