Brown-Forman und Pernod Ricard scheitern mit Fusionsgesprächen
Die Eigentümer von Jack Daniel's und Jameson konnten sich nicht auf Bedingungen einigen – nun rückt ein anderer Deal in den Fokus.

Brown-Forman Corp., der US-amerikanische Spirituosenkonzern und Eigentümer der weltbekannten Whiskey-Marke Jack Daniel's, und der französische Rivale Pernod Ricard SA, Hersteller des irischen Whiskeys Jameson, haben ihre Fusionsgespräche beendet. Beide Unternehmen gaben dies am Dienstag in separaten Erklärungen bekannt. Damit findet ein Vorhaben ein abruptes Ende, das zu einem der bedeutendsten Zusammenschlüsse in der globalen Spirituosenbranche hätte führen können.
Als Grund für das Scheitern nannten beide Seiten übereinstimmend, dass man sich nicht auf die Bedingungen einer möglichen Transaktion einigen konnte. Konkrete Details zu den Streitpunkten wurden in den Erklärungen nicht genannt. Der geplante Zusammenschluss hätte zwei der bekanntesten Namen der internationalen Spirituosenwelt unter einem Dach vereint.
Sazerac als möglicher nächster Partner
Mit dem Ende der Verhandlungen zwischen Brown-Forman und Pernod Ricard richtet sich der Blick der Branche nun auf eine andere mögliche Transaktion. Berichten zufolge hat die in Privatbesitz befindliche Sazerac Co. bereits Kontakt zu Brown-Forman aufgenommen und einen möglichen Zusammenschluss ins Gespräch gebracht. Sazerac ist in der Spirituosenwelt kein unbeschriebenes Blatt: Das US-Unternehmen ist Hersteller bekannter Marken wie Fireball, Buffalo Trace und Southern Comfort.
Ein Zusammenschluss zwischen Brown-Forman und Sazerac würde zwei bedeutende amerikanische Spirituosenunternehmen vereinen und könnte die Kräfteverhältnisse im hart umkämpften US-Markt neu ordnen. Ob und wann konkrete Verhandlungen aufgenommen werden, ist derzeit noch offen.
Konsolidierung in der Spirituosenbranche
Die gescheiterten Gespräche zwischen Brown-Forman und Pernod Ricard spiegeln einen breiteren Trend wider: Die globale Spirituosenbranche steht unter zunehmendem Druck, sich durch Fusionen und Übernahmen neu aufzustellen. Steigende Kosten, veränderte Konsumgewohnheiten und ein intensiver Wettbewerb zwingen die großen Konzerne, ihre strategische Aufstellung zu überdenken.
Brown-Forman mit Sitz in Louisville, Kentucky, gehört zu den traditionsreichsten Spirituosenunternehmen der USA und ist vor allem durch Jack Daniel's Tennessee Whiskey international bekannt. Pernod Ricard, mit Hauptsitz in Paris, zählt zu den weltgrößten Spirituosenkonzernen und verfügt neben Jameson über ein breites Portfolio weiterer Premium-Marken. Beide Unternehmen sind an der Börse notiert und stehen unter dem Erwartungsdruck ihrer Aktionäre, Wachstumsstrategien voranzutreiben.
Für Anleger und Branchenbeobachter bleibt die Lage spannend: Ob Brown-Forman nun tatsächlich mit Sazerac in ernsthafte Gespräche eintritt und welche Konsequenzen das für Pernod Ricard hat, dürfte die Spirituosenbranche in den kommenden Wochen und Monaten weiter beschäftigen.
