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Britischer Immobilienmarkt: Preiswachstum schwächt sich auf Jahrestief ab

Nationwide meldet nur noch 0,5 Prozent Preisplus im Oktober – Hypothekenzinsen und Nahost-Konflikt belasten den Markt.

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Britischer Immobilienmarkt: Preiswachstum schwächt sich auf Jahrestief ab

Das Wachstum der britischen Immobilienpreise hat sich im Oktober auf den schwächsten Stand seit Januar 2024 verlangsamt. Wie der Hypothekenfinanzierer Nationwide Building Society mitteilte, stiegen die Preise im Jahresvergleich nur noch um 0,5 Prozent, nach einem Zuwachs von 0,8 Prozent im September. Damit blieb das Ergebnis hinter den Prognosen von Volkswirten zurück, die im Durchschnitt mit einem Anstieg von 0,6 Prozent gerechnet hatten. Im Vergleich zum Vormonat stagnierten die Preise, nachdem sie im September nach einer Abwärtskorrektur um 0,3 Prozent gesunken waren.

Der durchschnittliche Hauspreis lag im Oktober bei 273.566 GBP. Das entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vormonat, als der Wert noch bei 274.251 GBP gelegen hatte, und liegt deutlich unter dem Höchststand vom April von 278.880 GBP. Damit notieren die Preise aktuell fast 2 Prozent unter ihrem April-Niveau. Auch der Drei-Monats-Vergleich zeigt mit einem Minus von 0,2 Prozent eine anhaltende Schwächephase.

Gestiegene Marktzinsen bremsen die Nachfrage

Robert Gardner, Chefökonom bei Nationwide, führt diese Entwicklung primär auf die gestiegenen Marktzinsen und die damit verbundene Kaufzurückhaltung zurück. Geopolitische Spannungen, insbesondere der Konflikt im Nahen Osten, treiben die Energiepreise in die Höhe und schüren Inflationssorgen. Dies hat an den Finanzmärkten die Erwartung verstärkt, dass die Bank of England (BoE) den Leitzins anheben könnte. Da die Märkte infolge der globalen Spannungen von Zinserhöhungen statt der zuvor erhofften Zinssenkungen ausgehen, sind die Kosten für Hypotheken mit zwei- oder fünfjähriger Zinsbindung gestiegen.

Für deutsche Anleger und Immobilieninteressierte ist diese Entwicklung ein anschauliches Beispiel dafür, wie stark die Geldpolitik und die Kapitalmarktzinsen die Preise am Wohnimmobilienmarkt beeinflussen. Steigen die Hypothekenzinsen, sinkt die Erschwinglichkeit für Käufer, und die Nachfrage kühlt ab. In Großbritannien, wo ein hoher Anteil der Haushalte mit variabel verzinsten oder kurzfristig gebundenen Krediten finanziert, wirken solche Zinsbewegungen besonders schnell auf den Markt.

Daten der Bank of England bestätigen den Abwärtstrend: Die Zahl der genehmigten Hypotheken für Hauskäufe fiel im September auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2023. Laut Gardner deuten zudem aktuelle Umfragen darauf hin, dass die Nachfrage potenzieller Käufer schwach bleibt und sich die Stimmung der Haushalte hinsichtlich der wirtschaftlichen Aussichten eingetrübt hat. „Frühindikatoren deuten auf eine weitere Abschwächung in naher Zukunft hin“, so Gardner.

Stabilisierende Faktoren bleiben vorhanden

Trotz der aktuellen Stagnation sieht Nationwide jedoch auch stabilisierende Faktoren. Sobald der Schock durch die Energiepreise nachlasse, könnte der Markt wieder an Dynamik gewinnen. Gardner verwies darauf, dass die Beschäftigungslage robust sei, die Realeinkommen steigen und die Verschuldung der privaten Haushalte im Verhältnis zum verfügbaren Einkommen nahe einem 20-Jahres-Tief liege.

Zudem habe sich die Erschwinglichkeit von Wohnraum in den letzten zwei Jahren verbessert, da das Einkommenswachstum die Entwicklung der Immobilienpreise deutlich übertroffen habe. Diese Faktoren könnten dem Markt mittelfristig wieder Auftrieb geben, sofern sich die Zins- und Inflationserwartungen stabilisieren.

Zusammenfassend zeigt sich der britische Immobilienmarkt im Oktober in einer Phase der Abkühlung. Das Jahreswachstum ist auf den tiefsten Stand seit Januar 2024 gefallen, die Preise liegen unter dem April-Hoch, und die Nachfrage bleibt verhalten. Ob die von Nationwide genannten stabilisierenden Faktoren greifen, hängt maßgeblich davon ab, wie sich Energiepreise, Inflation und die Zinspolitik der Bank of England weiterentwickeln.

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