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Britische Wirtschaft wächst minimal – OECD halbiert Jahresprognose

Großbritanniens BIP legte im vierten Quartal 2025 nur um 0,1 Prozent zu – besser als erwartet, aber weit unter dem nötigen Tempo.

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Britische Wirtschaft wächst minimal – OECD halbiert Jahresprognose

Die britische Wirtschaft hat das Jahr 2025 mit einem schwachen Wachstum abgeschlossen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im vierten Quartal von Oktober bis Dezember lediglich um 0,1 Prozent, wie das Statistikamt Office for National Statistics (ONS) am Dienstag mitteilte. Ökonomen hatten laut einer Reuters-Umfrage mit einem stagnierenden Wert gerechnet – das Ergebnis übertraf die Erwartungen damit knapp.

Auch das dritte Quartal wuchs mit 0,1 Prozent. Im Jahresvergleich lag die britische Wirtschaftsleistung im vierten Quartal um 1,0 Prozent über dem Vorjahresniveau – unverändert gegenüber der ersten ONS-Schätzung. Die Wirtschaftsleistung pro Kopf fiel hingegen um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, was die strukturellen Schwächen des Landes unterstreicht.

Sparquote steigt, Wachstumsprognose sinkt

Die britischen Haushalte zogen sich zunehmend zurück: Die Sparquote stieg laut ONS um 0,8 Prozentpunkte auf 9,9 Prozent. Höheres Sparen deutet auf Konsumzurückhaltung hin und bremst das Wirtschaftswachstum zusätzlich. Für die Regierung unter Premierminister Keir Starmer und Finanzministerin Rachel Reeves ist das ein ungünstiges Signal.

Die OECD senkte vergangene Woche ihre Wachstumsprognose für Großbritannien im laufenden Jahr drastisch – von 1,2 auf nur noch 0,7 Prozent. Das entspricht der stärksten Herabstufung unter allen großen Volkswirtschaften. Zum Vergleich: Das ONS korrigierte das Wachstum für 2025 leicht nach oben, von 1,3 auf 1,4 Prozent.

Leistungsbilanzdefizit weitet sich aus

Das britische Leistungsbilanzdefizit belief sich im vierten Quartal auf 18,4 Milliarden Pfund (rund 24,3 Milliarden US-Dollar) – deutlich weniger als die von Reuters prognostizierten 23,4 Milliarden Pfund. Dennoch stieg das Defizit im Verhältnis zum BIP von 1,4 Prozent im dritten Quartal auf 2,4 Prozent. Das zeigt, dass Großbritannien mehr importiert als exportiert und damit auf ausländisches Kapital angewiesen bleibt.

Der Konflikt im Nahen Osten verschärft die wirtschaftliche Lage zusätzlich. Starmer und Reeves hatten den Wählerinnen und Wählern Wirtschaftswachstum als zentrales Regierungsversprechen gegeben. Angesichts globaler Unsicherheiten, schwacher Binnennachfrage und einer gedämpften OECD-Prognose wird dieses Ziel zunehmend zur Herausforderung.

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