Brandbombenanschlag in Colorado: Täter bekennt sich schuldig
Mohamed Soliman bekannte sich in Dutzenden Anklagepunkten schuldig – darunter Mord ersten Grades mit lebenslanger Haftstrafe.

Der 46-jährige ägyptische Staatsangehörige Mohamed Soliman hat sich am Donnerstag vor einem staatlichen Gericht in Colorado in allen Anklagepunkten schuldig bekannt. Ihm wird vorgeworfen, bei einer pro-israelischen Kundgebung in Boulder Benzinbomben in eine Menschenmenge geworfen zu haben. Bei dem Anschlag wurde eine Person getötet und mindestens ein Dutzend weitere verletzt.
Soliman äußerte sich über einen arabischen Dolmetscher und antwortete auf jeden vom Richter des Bezirksgerichts Boulder County verlesenen Anklagepunkt mit „schuldig". Im Anschluss an eine kurze Unterbrechung sollte er formell verurteilt werden. Er bekannte sich in Dutzenden von Schwerverbrechenspunkten schuldig, darunter Mord ersten Grades nach zwei Definitionen des Tatbestands – beide ziehen eine lebenslange Freiheitsstrafe ohne Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung nach sich.
Der Anschlag und seine Hintergründe
Insgesamt war Soliman in 184 Anklagepunkten angeklagt worden, darunter mehrfacher Mord, versuchter Mord, Körperverletzung sowie der kriminelle Einsatz von Sprengstoffen und Brandvorrichtungen. Laut den in den Gerichtsakten festgehaltenen Darstellungen von Anklage und Verteidigung warf Soliman zwei Molotowcocktails in eine Gruppe von Menschen, die an einer friedlichen Kundgebung in der Innenstadt von Boulder teilnahmen.
Die Veranstaltung war organisiert worden, um auf das Schicksal der israelischen Geiseln aufmerksam zu machen, die am 7. Oktober 2023 von Hamas-Terroristen aus dem Gazastreifen verschleppt worden waren. Die Staatsanwaltschaft gab an, dass Soliman bei seinem Angriff zusätzlich eine improvisierte Lötlampe verwendete, die aus einem handelsüblichen Unkrautsprüher gefertigt war. Dabei soll er „Free Palestine" gerufen haben, während die in die Menge geworfenen Benzinbomben in Flammen aufgingen.
29 Opfer – eine Tote
Die Behörden identifizierten insgesamt 29 Opfer. Darunter befanden sich Personen, die Verbrennungen erlitten oder auf der Flucht verletzt wurden, sowie solche, die sich so nah am Geschehen befanden, dass sie als Ziele eines versuchten Mordes eingestuft wurden. Ein Opfer, die 82-jährige Karen Diamond, erlag noch im selben Monat ihren schweren Verletzungen.
Der Fall hat in den USA erhebliche Aufmerksamkeit erregt, da er sich gegen Teilnehmer einer Solidaritätsveranstaltung für israelische Geiseln richtete und einen gezielten Angriff auf eine friedliche Versammlung darstellte. Mit dem Schuldbekenntnis in allen Anklagepunkten ist eine lebenslange Haftstrafe ohne Bewährungsmöglichkeit für Soliman so gut wie sicher.
