Neue Anklage gegen Verdächtigen im Trump-Attentatsversuch erhoben
Das US-Justizministerium erweitert die Anklage gegen Cole Allen um den Angriff auf einen Secret-Service-Agenten mit tödlicher Waffe.

Das US-Justizministerium hat die Anklage gegen Cole Allen, den 31-jährigen Verdächtigen im Fall des versuchten Attentats auf Präsident Donald Trump, erheblich ausgeweitet. Eine Grand Jury des Bundes in Washington legte eine neue Anklageschrift in vier Punkten vor. Der entscheidende neue Vorwurf: Allen soll an einem Sicherheitskontrollpunkt auf einen Agenten des US Secret Service geschossen haben.
Der Vorfall ereignete sich am 25. April beim Korrespondenten-Dinner im Weißen Haus im Washington Hilton. Allen, ein Kalifornier, soll mit einer Schrotflinte und einer Pistole bewaffnet an Sicherheitskräften vorbeigestürmt sein, um ein Attentat auf Trump und andere US-Regierungsvertreter zu verüben. Im Ballsaal speisten zu diesem Zeitpunkt Trump und hochrangige Mitglieder seiner Regierung gemeinsam mit rund 2.500 Journalisten, Politikern und anderen Gästen.
Die vier Anklagepunkte im Überblick
Die neue Anklageschrift umfasst folgende Vorwürfe gegen Allen:
- Angriff auf einen Bundesbeamten mit einer tödlichen Waffe (neu)
- Versuchtes Attentat
- Abfeuern einer Schusswaffe während eines Gewaltverbrechens
- Illegaler Transport einer Schusswaffe und Munition über Bundesstaatsgrenzen hinweg
Allen selbst hat sich zu den Vorwürfen bislang nicht geäußert. Er wurde von Strafverfolgungsbehörden überwältigt, bevor er den Ballsaal erreichen konnte. Niemand außer dem betroffenen Secret-Service-Agenten wurde verletzt, der durch seine ballistische Schutzweste vor schweren Verletzungen bewahrt wurde.
Unklarheiten über den Schusswaffeneinsatz
Die Erweiterung der Anklage folgt auf eine bemerkenswerte Ungereimtheit im bisherigen Verfahren. Vertreter der Trump-Regierung hatten zunächst erklärt, Allen habe auf den Secret-Service-Agenten geschossen. Die ursprüngliche Anklageschrift sowie ein Gerichtsdokument vom 29. April, das die Staatsanwaltschaft zur Erwirkung von Allens Inhaftierung einreichte, enthielten diesen Vorwurf jedoch nicht.
US-Staatsanwältin Jeanine Pirro, die leitende Bundesstaatsanwältin in Washington, veröffentlichte am Donnerstag Überwachungsvideos, die zeigen sollen, wie Allen mit der Schrotflinte auf den Agenten schießt und dieser das Feuer erwidert. In einem CNN-Interview am Sonntag erklärte Pirro zudem, dass ein am Tatort sichergestelltes Schrotkorn aus Allens Flinte mit Fasern der Schutzweste des Agenten verflochten gewesen sei — ein forensisches Detail, das die neue Anklage stützt.
Die vierseitige Anklageschrift wirft Allen konkret vor, eine „tödliche und gefährliche Waffe" eingesetzt zu haben, um den Secret-Service-Agenten „gewaltsam anzugreifen, einzuschüchtern und zu behindern", während dieser seinen offiziellen Dienstpflichten nachging. Das Korrespondenten-Dinner ist eine jährliche Traditionsveranstaltung in Washington, bei der Medienvertreter und politische Entscheidungsträger zusammenkommen — ein Ereignis mit hohem Symbolwert und entsprechend umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen.
