ANZEIGE

BP-Quartalsgewinn verdoppelt sich dank außergewöhnlichem Ölhandel

Der britische Energiekonzern BP profitiert massiv vom Nahostkonflikt – und übertrifft die Analystenerwartungen deutlich.

2 Min
BP-Quartalsgewinn verdoppelt sich dank außergewöhnlichem Ölhandel

Der britische Ölkonzern BP hat im ersten Quartal 2026 einen bereinigten Gewinn auf Basis der Wiederbeschaffungskosten von 3,2 Milliarden US-Dollar erzielt. Das entspricht mehr als einer Verdopplung gegenüber dem Vorquartal, in dem BP lediglich 1,54 Milliarden Dollar auswies. Analysten hatten im Konsens mit 2,67 Milliarden Dollar gerechnet – BP übertraf diese Erwartungen damit deutlich.

Treiber des starken Ergebnisses war vor allem die Ölhandelseinheit des Konzerns, die in der Sparte „Customers and Products" angesiedelt ist. Diese Sparte erzielte einen Quartalsgewinn von 2,5 Milliarden Dollar, nach 1,4 Milliarden Dollar im Vorquartal. BP selbst bezeichnete die Leistung der Ölhandelseinheit als „außergewöhnlich" – ohne die genauen Handelsergebnisse separat aufzuschlüsseln.

Nahostkonflikt als Kurstreiber

Der Hintergrund des Ergebnisses ist die durch den Nahostkonflikt ausgelöste Marktvolatilität, die Öl- und Gaspreise weltweit in die Höhe getrieben hat. Für BP kamen diese Preissteigerungen zu einem besonders günstigen Zeitpunkt: Der Konzern befindet sich mitten in einer tiefgreifenden strategischen Neuausrichtung und kämpft gleichzeitig mit einer hohen Nettoverschuldung.

Die Nettoverschuldung stieg zum Ende des ersten Quartals auf 25,3 Milliarden Dollar, verglichen mit 22,2 Milliarden Dollar Ende 2025. BP erklärte diesen Anstieg mit einem preisbedingten Aufbau des Working Capital. Trotz des Schuldenanstiegs könnte ein höherer freier Cashflow dem Konzern helfen, seine Verbindlichkeiten schneller als bisher erwartet abzubauen.

Um die Rentabilität langfristig zu steigern, hat BP ein umfangreiches Veräußerungsprogramm aufgelegt. Bis 2027 sollen Vermögenswerte im Wert von 20 Milliarden Dollar verkauft werden. Das Programm soll den Großteil der Schuldenreduktion leisten und das Portfolio des Konzerns schlanker und profitabler machen.

Neue CEO, neue Strategie

Die vorgelegten Quartalszahlen sind die ersten unter der neuen Konzernchefin Meg O'Neill, die Anfang April von der australischen Woodside Energy zu BP gewechselt ist. O'Neill steht vor der Aufgabe, die strategische Neuausrichtung des Konzerns zu steuern und ihre eigene Vision für BP zu entwickeln – diese hat sie bislang noch nicht vollständig dargelegt.

Auf der Hauptversammlung der vergangenen Woche konzentrierte sich O'Neill auf die beschleunigte Umsetzung der sogenannten Vereinfachungsstrategie. Im Kern bedeutet das: BP steigert die Öl- und Gasproduktion und kürzt gleichzeitig die Ausgaben für erneuerbare Energiequellen. Der frühere Vorstoß in den Bereich der grünen Energien hatte dazu geführt, dass BP Spitzenpreise für Vermögenswerte zahlte, die nicht die versprochenen Renditen lieferten.

Der Druck zur Strategieänderung hatte sich erhöht, nachdem der aktivistische Investor Elliott Investment Management Anfang 2025 eine Beteiligung von 5 Prozent an BP bekanntgegeben hatte. Seither hat der Konzern auch personelle Konsequenzen gezogen: Im vergangenen Jahr ernannte BP Albert Manifold zum neuen Chairman. Die Kombination aus starken Quartalszahlen, einem klaren Restrukturierungskurs und neuem Führungspersonal dürfte BP nun etwas Rückenwind verschaffen – auch wenn die strategische Neuausrichtung noch lange nicht abgeschlossen ist.

Bp QuartalsergebnisBp Gewinn 2026Ölhandel NahostkonfliktBp Meg O'NeillEnergiekonzern ErgebnisÖl Gaspreise Naher OstenBp Restrukturierung

Meistgelesene News

  1. Frankfurter Erbpacht-Schock: 1.900 Prozent mehr für Hausbesitzer
  2. BlackRock-Strategin warnt: Fed-Zinsentscheidung ist nicht die entscheidende Frage
  3. Warsteiner verliert Motel One und Sauerland-Stern als Kunden
  4. Warsteiner Brauerei kämpft mit Krise und Absatzproblemen
  5. Fed-Zinsentscheidung: Märkte zwischen Inflationsdruck und Stabilisierung

Disclaimer