SLB-Gewinn sinkt: Iran-Krieg belastet Ölfeldgeschäft im Nahen Osten
Störungen durch den Iran-Krieg zwingen SLB zur Einschränkung seiner Aktivitäten – Aktie fällt vorbörslich über 4 Prozent.

Der weltgrößte Ölfelddienstleister SLB hat für das erste Quartal 2025 einen deutlichen Gewinnrückgang gemeldet. Ursache sind weitreichende Störungen im Nahen Osten infolge des Iran-Krieges, die das Unternehmen zwangen, seine Aktivitäten in einer der wichtigsten Ölförderregionen der Welt einzuschränken. Die Aktie reagierte vorbörslich mit einem Minus von mehr als 4 Prozent.
Der Nettogewinn von SLB sank im ersten Quartal um 5,6 Prozent auf 752 Millionen US-Dollar. Der Umsatz im Nahen Osten und in Asien – dem größten Markt des Unternehmens – brach um 10 Prozent auf 2,69 Milliarden US-Dollar ein. Der Nahe Osten machte im Jahr 2025 rund 34 Prozent des Jahresumsatzes von SLB aus und ist damit von zentraler strategischer Bedeutung für den Konzern.
„Es war ein herausfordernder Jahresauftakt, da weitreichende Störungen im Nahen Osten unser Geschäft beeinträchtigten", sagte CEO Olivier Le Peuch. „Die Auswirkungen waren in den Bereichen Well Construction und Reservoir Performance am deutlichsten spürbar", ergänzte er.
Störungen in Katar, Irak und bei Offshore-Aktivitäten
SLB hatte bereits im vergangenen Monat bekanntgegeben, seine Aktivitäten in einigen Ländern eingestellt zu haben – als Reaktion auf Maßnahmen von Kunden zum Schutz von Personal und Anlagen. Konkret belasteten Unterbrechungen in Katar aufgrund von höherer Gewalt sowie Produktionsbeschränkungen und Sicherheitsbedingungen im Irak und bei Offshore-Aktivitäten in der gesamten Region das Ergebnis.
Die Lage verdeutlicht, wie stark geopolitische Konflikte die globale Ölindustrie treffen können. Der Nahe Osten zählt zu den bedeutendsten Förderregionen der Welt, und Störungen dort wirken sich unmittelbar auf die Geschäfte der großen Ölfelddienstleister aus.
Konkurrenten Halliburton und Baker Hughes ebenfalls betroffen
Auch die Wettbewerber Halliburton und Baker Hughes spüren die Folgen des Konflikts, konnten die Belastungen jedoch teilweise kompensieren. Halliburton übertraf die Erwartungen für den Quartalsgewinn dank starker Ergebnisse in Lateinamerika und Europa. Baker Hughes profitierte von einer robusten Nachfrage in seiner Sparte für Industrie- und Energietechnologie, die die Schwäche im Bohrgeschäft ausgleichen konnte.
Beide Konkurrenten warnten jedoch vor kurzfristigen Herausforderungen durch den Konflikt. Halliburton prognostizierte eine Belastung von 7 bis 9 Cent je Aktie für den Gewinn pro Aktie im laufenden Quartal.
Analysten rechnen mit Reparaturboom nach dem Krieg
Trotz der aktuellen Belastungen blicken Analysten mit gewissem Optimismus auf die mittelfristigen Perspektiven des Sektors. Experten erwarten, dass Reparaturarbeiten nach dem Krieg eine erhebliche Nachfrage für Ölfelddienstleister generieren werden. Das Analysehaus Rystad Energy prognostiziert Reparaturkosten von bis zu 58 Milliarden US-Dollar – ein Volumen, von dem die drei großen Ölfelddienstleister mit ihrer starken Präsenz im Nahen Osten besonders profitieren könnten.
SLB-Chef Le Peuch zeigte sich ebenfalls zuversichtlich für die Zeit nach dem Konflikt. Er erwartet verstärkte Investitionen in kurzzyklische Projekte in Nordamerika und Lateinamerika sowie in langzyklische Entwicklungen, sobald die Lage im Nahen Osten sich entspannt.
