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BMO sieht KI-Sicherheitsbedenken als ernst, aber Verlangsamung unwahrscheinlich

Die Wertpapierfirma BMO hält Sicherheitsbedenken bei KI für berechtigt, bezweifelt aber, dass führende Labore ihr Entwicklungstempo drosseln.

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BMO sieht KI-Sicherheitsbedenken als ernst, aber Verlangsamung unwahrscheinlich

Die Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von künstlicher Intelligenz (KI) sind nach Einschätzung der Wertpapierfirma BMO berechtigt. Dennoch zeigen führende KI-Labore kaum Anzeichen dafür, ihre Entwicklung zu verlangsamen. Das geht aus einer am Freitag veröffentlichten Notiz des Instituts hervor, die sich auf den hauseigenen KI-Experten beruft.

BMO betont, dass die Sicherheitsbedenken unter den führenden KI-Entwicklern ernst zu nehmen seien. Es sei entscheidend, KI-Systeme an menschlichen Interessen auszurichten, bevor Probleme irreversibel würden. Zugleich äußerte die Wertpapierfirma jedoch Zweifel daran, wie engagiert Entwickler wie Anthropic und OpenAI tatsächlich daran arbeiten, ihr Tempo zu drosseln.

Als Indiz führt BMO die fortlaufende Veröffentlichung zunehmend leistungsfähigerer Modelle an. Die jüngsten mit KI verbundenen Hacking-Vorfälle seien bislang weitgehend harmlos geblieben, so die Einschätzung. Dennoch warnt das Institut, dass böswillige Akteure offene Zugangsmodelle zunehmend ausnutzen könnten.

Regulierung und Preisentwicklung im Fokus

Nutzer hätten bereits gezeigt, dass sie in der Lage seien, Schutzmaßnahmen zu umgehen und Modelle zu fehlgeleiteten Aktionen zu verleiten. Die Sicherheitsdebatte hatte sich nach dem Aufruf von Dario Amodei, Chef von Anthropic, zu einer koordinierten Verlangsamung der Entwicklung an der technologischen Spitze verstärkt. Amodei verwies dabei auf potenzielle Risiken der Technologie für die Menschheit. Mehrere KI-Executives unterstützten seinen Vorschlag, und auch beim Gipfeltreffen zwischen den USA und China in dieser Woche war KI-Sicherheit ein Thema.

BMO erwartet, dass die USA und China die KI-Regulierung schließlich verschärfen werden. Dabei dürften sich beide Länder auf quelloffene und offen zugängliche Modelle konzentrieren, anstatt auf geschlossene Systeme. Solche Vorschriften würden wahrscheinlich eine Genehmigung vor der breiteren öffentlichen Freigabe von Modellen mit offenem Zugang erfordern. Beide Regierungen hätten Anreize, die Offenheit von KI zu begrenzen — eine Verschiebung, die nach Einschätzung des Experten die Preisgestaltungsmacht für geschlossene Quellen führender Labore einschließlich Anthropic und OpenAI stärken würde.

Bei den Token-Preisen erwartet BMO weiter fallende Notierungen, was die Nutzung von KI-Tools ankurbeln dürfte. Den Tiefpunkt dürften die Preise jedoch erst um das Jahr 2030 erreichen. Danach würden Anbieter geschlossener Quellen die Preise erhöhen, da die Nutzer stärker von ihren Tools abhängig würden.

Meta hinkt zurück, Hardware bleibt gefragt

Die KI-Positionierung von Meta Platforms habe sich verbessert, so BMO. Grund dafür sei die bessere Nutzung des eigenen KI-Harness. Dennoch liege das Unternehmen hinter den führenden Anbietern an der Spitze wie Anthropic und OpenAI zurück.

Optimistisch bleibt die Wertpapierfirma mit Blick auf KI-Hardware. Sie verweist auf die zunehmende Knappheit an Rechenleistung, da Nutzer erkannt hätten, dass die Fähigkeiten von KI die früheren Erwartungen übertroffen haben.

Auch die Folgen für den Arbeitsmarkt nimmt BMO in den Blick. Die Verdrängung von Angestellten im Bürojob werde bis 2028 bedeutend werden. Jobs im handwerklichen Bereich würden dagegen erst später betroffen sein, in den 2030er Jahren. Diese Verzögerung schreibt BMO dem Moravec-Paradoxon zu. Es besagt, dass Aufgaben, die körperliche Geschicklichkeit erfordern, für KI schwieriger zu automatisieren sind als kognitive Tätigkeiten.

Für Anleger ergibt sich daraus ein zweigeteiltes Bild: Auf der einen Seite steht die Erwartung sinkender Token-Preise und wachsender Abhängigkeit von KI-Werkzeugen, auf der anderen Seite die Aussicht auf strengere Regulierung offener Modelle. Beide Entwicklungen dürften die Marktstellung der führenden geschlossenen Anbieter stärken. Zugleich verweist BMO mit der Knappheit an Rechenleistung auf anhaltende Investitionschancen im Hardwarebereich. Die Frage, wie stark Regierungen die Offenheit von KI tatsächlich einschränken, bleibt dabei der zentrale Unsicherheitsfaktor für die Branche.

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