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SoftBank unter Druck: KI-Infrastruktur-Sorgen belasten die Aktie

SoftBank-Aktien fallen um bis zu 3,1 Prozent – Zweifel an KI-Projekten und kritische Neubewertung der Rekordanleihe belasten.

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SoftBank unter Druck: KI-Infrastruktur-Sorgen belasten die Aktie

Die Aktien der SoftBank Group gerieten am Freitag deutlich unter Druck. Der Kurs fiel um bis zu 3,1 Prozent auf 6.154 Yen. Auslöser für die negative Marktstimmung war eine Kombination aus wachsenden Zweifeln an der Finanzierbarkeit massiver KI-Infrastrukturprojekte und einer kritischen Neubewertung der jüngsten Rekord-Anleiheemission des japanischen Technologiekonzerns.

Im Zentrum der Sorgen steht das Projekt „Stargate“, eine 500 Milliarden Dollar schwere KI-Initiative, an der Oracle, OpenAI und SoftBank beteiligt sind. Wie Bloomberg berichtete, hat Oracle für das zugehörige Rechenzentrumsprojekt „Jupiter“ in New Mexico eine „Force Majeure“-Meldung – also höhere Gewalt – an eine Einheit von Blue Owl verschickt. Damit möchte sich Oracle gegen Zahlungsverpflichtungen absichern, falls das Projekt aufgrund von Problemen bei der Stromversorgung und steigenden Kosten nicht wie geplant bis 2028 fertiggestellt werden kann.

Obwohl SoftBank nicht direkt an Jupiter beteiligt ist, unterstreicht dieser Vorfall laut Reuters die breiteren Risiken bei der Umsetzung groß angelegter KI-Infrastrukturvorhaben. Diese kämpfen zunehmend mit Engpässen bei Energie, Baukapazitäten und Finanzierung. Für deutsche Anleger ist das ein wichtiges Signal: Die KI-Euphorie an den Märkten wird zunehmend von der Frage begleitet, ob die enormen Investitionen tatsächlich termingerecht und kostendeckend umgesetzt werden können.

Rekordanleihe weckt Skepsis

Diese Unsicherheit trifft SoftBank zu einem kritischen Zeitpunkt. Das Unternehmen hat erst kürzlich 11,1 Milliarden Dollar durch die größte jemals begebene Hochzinsanleihe am globalen Markt aufgenommen. Die Erlöse sind primär für Investitionen in OpenAI vorgesehen. Die Konditionen der Emission – mit Renditen von bis zu 9,75 Prozent für die 7,5-jährige Tranche – stoßen bei Investoren jedoch auf Skepsis.

Mit insgesamt 14,6 Milliarden Dollar an begebenen Hochzinsanleihen im Jahr 2026 ist SoftBank für über 63 Prozent des entsprechenden Marktes im asiatisch-pazifischen Raum verantwortlich. Diese Dominanz macht das Unternehmen zu einem zentralen Player am Kreditmarkt – und zugleich verwundbar, sollte sich die Stimmung weiter eintrüben.

Analysten weisen darauf hin, dass SoftBank zwar kurzfristige Liquiditätssorgen gelöst hat, sich jedoch dauerhaft hohe Finanzierungskosten von etwa 9 bis 10 Prozent gesichert hat. Gleichzeitig bleiben die Renditeerwartungen aus dem OpenAI-Investment aufgrund regulatorischer Hürden, verschobener Börsengänge und Monetarisierungsfragen unsicher. Auch die Hoffnung auf frisches Kapital durch IPOs von OpenAI und der Tochtergesellschaft SB Energy hat sich durch die jüngsten Verzögerungen der Börsenpläne eingetrübt.

Nervosität an den Kreditmärkten

Die Anspannung spiegelt sich auch an den Kreditmärkten wider. Die Kosten für die Absicherung gegen einen Zahlungsausfall von SoftBank – sogenannte Credit Default Swaps (CDS) – sind auf den höchsten Stand seit April 2025 gestiegen. CDS funktionieren wie eine Art Versicherungsprämie: Je höher der Preis, desto größer die wahrgenommene Ausfallwahrscheinlichkeit eines Schuldners.

Zudem beobachten Marktbeobachter laut Reuters, dass sich die Spreads für KI-bezogene Anleihen im Vergleich zum breiteren Markt deutlich ausgeweitet haben. Das deutet auf eine wachsende Selektivität der Investoren hin, die zunehmend zwischen einzelnen KI-Engagements differenzieren.

Im Fall von SB Energy bleibt die Konzentration der Kapazitäten auf SoftBank und OpenAI ein zentraler Punkt der Investorenprüfung. Auch die langfristige Natur des 430 Milliarden Dollar schweren Auftragsbestands wird kritisch hinterfragt. Für Anleger bedeutet das: Die Bewertung von SoftBank hängt künftig stärker denn je davon ab, ob die ambitionierten KI-Pläne nicht nur angekündigt, sondern auch finanziert und umgesetzt werden können. Die Kombination aus hohen Zinskosten und unsicheren Erträgen bleibt damit ein Risikofaktor, der die Aktie weiter belasten dürfte.

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