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Bloom Energy vor S&P-500-Aufnahme: Kaufen oder abwarten?

Der Brennstoffzellen-Hersteller tritt am 21. September dem Index bei – die Aktie ist bereits stark gestiegen.

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Bloom Energy vor S&P-500-Aufnahme: Kaufen oder abwarten?

Bloom Energy (BE+0,90%) wird am Montag, dem 21. September, in den S&P 500 aufgenommen. S&P Dow Jones Indices hatte die Entscheidung bereits Anfang des Monats bekannt gegeben. Der Hersteller von Brennstoffzellen krönt damit ein außergewöhnliches Jahr: Die Aktien haben sich 2026 etwa verdreifacht, obwohl sie zuletzt im Zuge eines breiten Verkaufs von KI-bezogenen Werten um fast sieben Prozent fielen. Derzeit notiert die Aktie bei rund 263 US-Dollar, etwa 25 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 351,28 US-Dollar.

Die Aufnahme in den S&P 500 ist ein bedeutender Meilenstein für Bloom Energy. Ende 2024 waren nach Angaben von S&P selbst rund 13 Billionen US-Dollar an Vermögenswerten an den Index gekoppelt. Fonds, die den Index nachbilden, müssen Bloom künftig halten. Der Kauf erfolgt typischerweise im Schlussauktionssystem am letzten Handelstag vor der Änderung – in diesem Fall am Freitag, dem 18. September.

Der Index-Effekt ist weitgehend verschwunden

Doch der erwartete Kurssprung durch die Indexaufnahme bleibt meist aus. Forscher der Harvard Business School stellten fest, dass die zusätzliche Rendite einer in den S&P 500 aufgenommenen Aktie von durchschnittlich 7,4 Prozent in den 1990er Jahren auf nur noch 0,3 Prozent im Jahrzehnt bis 2020 gesunken ist. Der Markt absorbiert den Kauf durch Indexfonds heute ohne nennenswerten Preissprung.

Auch Blooms eigene Kursentwicklung bestätigt dieses Muster. Die Aktie kletterte in der ersten Handelssitzung nach der Bekanntgabe um fast zehn Prozent, hat diesen Gewinn aber größtenteils wieder abgegeben. Sie notiert nun etwa vier Prozent über dem Schlusskurs vor der Nachricht.

Fundamentaldaten sprechen eine andere Sprache

Wichtiger als die Indexaufnahme ist die operative Entwicklung des Unternehmens. Bloom Energy verzeichnete im zweiten Quartal erstmals einen Quartalsumsatz von über einer Milliarde US-Dollar. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 166 Prozent und damit schneller als im ersten Quartal mit 130 Prozent.

Noch bemerkenswerter: Das Unternehmen erwirtschaftete einen operativen Gewinn von 182,2 Millionen US-Dollar, nach einem kleinen Verlust im Vorjahr. Der Gewinn je Aktie drehte von minus 0,18 auf plus 0,62 US-Dollar. Auch die Prognose für das Gesamtjahr wurde mehrfach angehoben. Das Management erwartet nun einen Umsatz von 3,9 bis 4,2 Milliarden US-Dollar – ein Wachstum von rund 100 Prozent im Vergleich zu den 2,02 Milliarden US-Dollar aus dem Jahr 2025.

Das bereinigte operative Einkommen soll bei 800 bis 900 Millionen US-Dollar liegen, fast doppelt so viel wie noch im Februar prognostiziert. Treiber dieses Wachstums sind KI-Rechenzentren. CEO KR Sridhar erklärte, die Energiesysteme von Bloom seien von „allen großen US-Hyperscalern“ validiert worden. Er bezeichnete das Unternehmen als „einen Standard für die Vor-Ort-Stromversorgung für KI“.

Bewertung bleibt das große Fragezeichen

Trotz dieser beeindruckenden Zahlen ist die Aktie mit einem Kurs von rund 263 US-Dollar nicht günstig. Das Forward-KGV, also der Kurs gemessen an den erwarteten Gewinnen des nächsten Jahres, liegt bei etwa 53. Anleger haben damit bereits die Verdopplung des Geschäfts in diesem Jahr eingepreist und setzen auf Jahre robusten Wachstums danach.

Sollten die Ausgaben für KI-Rechenzentren nachlassen, könnten sowohl das Wachstum von Bloom als auch der Aktienkurs schnell fallen. Genau diese Befürchtung stand hinter dem jüngsten Kursrückgang von fast sieben Prozent am Montag.

Die entscheidende Frage für Anleger lautet: Sollte man Bloom Energy vor der Indexaufnahme kaufen? Wenn die Indexaufnahme der Grund ist, spricht wenig dafür. Der Kauf durch Indexfonds ist ein einmaliges Ereignis, das keinen nennenswerten Kursschub mehr bietet. Wer an das Geschäftsmodell glaubt, kann die Aktie auch nach der Aufnahme kaufen. Angesichts der hohen Bewertung erscheint ein Abwarten auf einen besseren Einstiegspunkt jedoch als die vernünftigere Strategie.

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