Bank of America: Aktienkorrektur am S&P 500 war überfällig
Analysten warnen vor weiterem Rückgang – Inflation und Zinserwartungen belasten die Märkte.

Die Aktienmärkte sind schwach in den September gestartet, und Analysten der Bank of America rechnen mit weiteren Verlusten. In einem aktuellen Bericht teilen sie ihren Kunden mit, dass ein Rückgang des S&P 500 aus ihrer Sicht längst überfällig sei. Als Hauptgründe für die Vorsicht nennen sie anhaltende Inflation, steigende Zinserwartungen und schwache saisonale Trends.
Die Experten der Großbank haben ihr Jahresendziel für den S&P 500 auf 7.400 Punkte angehoben – von zuvor 7.100 Punkten. Dennoch würde dies einen potenziellen Rückgang von rund zwei Prozent vom Schlussstand des Index am vergangenen Dienstag bedeuten. Das neu eingeführte 12-Monats-Ziel liegt bei 7.800 Punkten, was nur noch ein Aufwärtspotenzial von drei Prozent impliziert.
„Wir betreten eine saisonal schwache Phase, und unserer Einschätzung nach ist ein Rückzug längst überfällig“, schrieben die Analysten in ihrem Bericht. Sie verwiesen darauf, dass der S&P 500 in diesem Jahr lediglich einen einzigen Rückgang von fünf Prozent erlebt habe – und zwar im März zu Beginn des Iran-Krieges. Ein typisches Jahr weise hingegen drei oder mehr solcher Korrekturen auf.
Historische Muster und aktuelle Risiken
Der Index erfahre zudem einmal pro Jahr tendenziell eine Korrektur von zehn Prozent oder mehr, hieß es weiter. Ein solcher Rücksetzer sei seit den Marktunruhen im vergangenen Frühjahr im Zusammenhang mit den Zöllen der Trump-Administration nicht mehr vorgekommen. Die Analysten betonten, dass sie den langfristigen Marktausblick angesichts einer soliden Konsum- und Arbeitsmarktlage weiterhin positiv bewerten.
Gleichzeitig nannten sie jedoch mehrere Gründe für kurzfristige Vorsicht: anhaltende Inflation, die Erwartung von Zinserhöhungen und die Unsicherheit bezüglich der Entwicklung der Künstlichen Intelligenz. Diese Faktoren hätten die Märkte in letzter Zeit bereits belastet.
Auch historisch gesehen gebe es wenig Anlass zu kurzfristigem Optimismus, so die Analysten. Die Märkte befänden sich erst teilweise in dem Zeitraum, der typischerweise ihre schwächste Phase im September und Oktober darstelle. Der S&P 500 hat im September bereits rund ein Prozent verloren und liegt etwa drei Prozent unter dem Rekordhoch des Vormonats. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Index jedoch immer noch ein Plus von elf Prozent.
Fazit für Anleger
Die Bank-of-America-Analysten bleiben langfristig positiv gestimmt, warnen aber vor erhöhter kurzfristiger Volatilität. Die Kombination aus saisonalen Schwächen, Inflationssorgen und Zinserwartungen könnte in den kommenden Wochen für weitere Rücksetzer sorgen. Anleger sollten sich auf eine möglicherweise unruhige Phase einstellen, auch wenn die Fundamentaldaten der US-Wirtschaft weiterhin solide sind.
