Bitcoin über 78.000 Dollar: ETF-Zuflüsse treiben besten Monat seit April 2025
Institutionelle Nachfrage beflügelt Bitcoin: US-Spot-ETFs verzeichneten im April Nettozuflüsse von rund 2,44 Milliarden Dollar.

Bitcoin notiert am Samstag bei 78.137,50 Dollar und setzt damit seinen Aufwärtstrend fort. Die weltweit größte Kryptowährung legte bis 11:40 Uhr GMT um knapp 1% zu. Der Kursanstieg folgt auf einen April, in dem Bitcoin rund 12% zulegte – die stärkste monatliche Performance seit April 2025.
Der entscheidende Treiber hinter dieser Entwicklung ist eine rekordverdächtige institutionelle Nachfrage. US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten im April 2026 Nettozuflüsse von rund 2,44 Milliarden Dollar – nahezu eine Verdoppelung gegenüber den 1,32 Milliarden Dollar im März. Allein der iShares Bitcoin Trust von BlackRock (IBIT) vereinte dabei mehr als 70% des gesamten monatlichen Kapitals auf sich.
Das verwaltete Gesamtvermögen der US-Spot-Bitcoin-ETFs erreichte bis Monatsende rund 102 Milliarden Dollar. Analysten sehen in der anhaltenden institutionellen Präsenz eine robuste Untergrenze für den Bitcoin-Kurs, da sie die durch Privatanleger getriebene Volatilität dämpft. Das Kapital der ETFs hat das Marktangebot erfolgreich absorbiert – selbst angesichts der täglichen Mining-Produktion.
Abkühlung in der letzten Aprilwoche
Trotz des positiven Gesamttrends gab es in der letzten Aprilwoche eine gewisse Abkühlung. Zwischen dem 27. und 29. April flossen rund 490 Millionen Dollar aus den ETFs ab. Der strukturelle Wandel hin zu institutionellen Beständen bleibt jedoch intakt, und Anleger haben nun den Meilenstein von 80.000 Dollar im Blick.
Das makroökonomische Umfeld fungiert weiterhin als primärer Gegenwind für einen vollständigen Ausbruch in Richtung 80.000 Dollar. Erhöhte Spannungen zwischen den USA und dem Iran sowie eine anhaltende Seeblockade der iranischen Küste halten einen sogenannten „Kriegsaufschlag" auf die Ölpreise aufrecht, was die Inflationsaussichten direkt verkompliziert. Analysten von Nexo Dispatch weisen darauf hin, dass der Weg von Bitcoin zu neuen Höchstständen weitgehend davon abhängt, dass Brent Crude unter die Marke von 100 Dollar fällt und sich die geopolitischen Risiken weiter entspannen.
Fed-Entscheidung sorgt für Unsicherheit
Zusätzliche Unsicherheit bringt die jüngste Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve. Die Fed hielt die Zinsen stabil bei 3,50% bis 3,75%, doch die Sitzung verzeichnete die höchste Anzahl an Gegenstimmen seit 1992 – ein Zeichen tiefer Meinungsverschiedenheiten über die künftige Geldpolitik. Fed-Chef Jerome Powell, der noch in diesem Monat zurücktreten wird, warnte, dass die Inflation ihren Höhepunkt noch nicht erreicht habe.
Sein restriktiver Unterton zwang den Markt dazu, seine Erwartungen für Zinssenkungen unter dem künftigen Vorsitzenden Kevin Warsh neu zu bewerten. Dessen erste Sitzung ist für Juni geplant. Niedrigere Zinsen gelten traditionell als positiv für risikoreiche Anlagen wie Bitcoin, weshalb die Unsicherheit über den geldpolitischen Kurs den Kryptomarkt belastet.
Coinbase erzielt Einigung bei Stablecoin-Gesetzgebung
Auf regulatorischer Seite gibt es derweil positive Signale aus den USA. Coinbase Global gab bekannt, dass eine Einigung über eine umstrittene Bestimmung zu Stablecoin-Renditen erzielt wurde. Der Streit darüber, ob Kryptobörsen ihren Kunden Belohnungen für das Halten von Stablecoins anbieten dürfen, hatte einen wichtigen Gesetzentwurf im US-Senat ins Stocken gebracht.
Banken hatten lobbyiert, diese Praxis zu verbieten – aus Sorge, sie könnte Einlagen von traditionellen Kreditinstituten abziehen. „Am Ende konnten die Banken zwar mehr Beschränkungen für Belohnungen durchsetzen, aber wir haben das geschützt, was zählt – die Fähigkeit der Amerikaner, Belohnungen basierend auf der tatsächlichen Nutzung von Kryptoplattformen und -netzwerken zu verdienen", schrieb Faryar Shirzad, Chief Policy Officer von Coinbase, auf X.
Die Vereinbarung könnte den sogenannten „Clarity Act" voranbringen, der die regulatorische Abgrenzung zwischen der SEC und der CFTC über verschiedene Segmente des Marktes für digitale Vermögenswerte festlegen würde. Ein früherer Versuch, den Gesetzentwurf im Januar zur Abstimmung zu bringen, war gescheitert, nachdem Coinbase-Chef Brian Armstrong die Unterstützung des Unternehmens öffentlich zurückgezogen hatte.
Altcoins legen moderat zu
Auch die übrigen Kryptowährungen zeigten sich am Samstag überwiegend im Plus. Ethereum, die Nummer zwei des Marktes, stieg um 0,7% auf 2.301,02 Dollar. XRP kletterte um 0,6% auf 1,3862 Dollar, während Cardano ein Plus von 0,2% verzeichnete. Solana gab hingegen um 0,4% nach. Unter den Meme-Tokens fiel Dogecoin um 1,2%.
