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BASF bietet 22,15 Euro je Evonik-Aktie – Führung lehnt ab

Der Chemieriese bestätigt seine Übernahmeabsicht, doch Evonik weist das erste formelle Angebot zurück. Der Ausgang des Übernahmepokers bleibt offen.

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BASF bietet 22,15 Euro je Evonik-Aktie – Führung lehnt ab

BASF hat am vergangenen Freitag bestätigt, dass sich die Führung des Konzerns mit einer Übernahme des Spezialchemieherstellers Evonik befasst. Am Montag folgte das erste formelle Angebot: 22,15 Euro je Evonik-Aktie. Die Führung des Essener Unternehmens lehnte dieses Angebot ab.

Seit dieser Absage gilt die Übernahmeabsicht des Ludwigshafener Chemiekonzerns als ernst. Wie der weitere Ablauf des Übernahmepokers aussehen wird, ist offen. Deutlich klarer sind dagegen die möglichen Folgen eines erfolgreichen Zusammenschlusses: Sie betreffen vor allem Jobs und Standorte.

Für Anleger ist die Nachricht in mehrfacher Hinsicht relevant. Mit BASF steht der weltgrößte Chemiekonzern nach Umsatz im Zentrum des Geschehens. Zugleich ist Evonik selbst börsennotiert und damit für Privatanleger direkt investierbar. Beide Aktien haben in den vergangenen Wochen bereits deutlich auf die Spekulationen reagiert.

Die Details

Das erste formelle Angebot von BASF lag bei 22,15 Euro je Evonik-Aktie. Bestätigt hatte BASF die Befassung der Führung mit einer Evonik-Übernahme am vergangenen Freitag, das konkrete Gebot folgte am Montag. Die Evonik-Führung lehnte ab. Damit ist der Übernahmepoker offiziell eröffnet.

Beteiligt sind zwei Schwergewichte der deutschen Chemieindustrie: BASF mit Sitz in Ludwigshafen und der Spezialchemiehersteller Evonik mit Sitz in Essen. Wie der weitere Ablauf des Übernahmepokers aussehen wird, ist derzeit offen. Klar ist bislang nur, dass BASF seine Übernahmeabsicht nicht zurückgezogen hat.

Ein weiterer Akteur ist die RAG-Stiftung. Sie hält einen entscheidenden Anteil von 44 Prozent an Evonik. Ohne die Stiftung dürfte ein Zusammenschluss kaum zustande kommen. Bereits im September hatte BASF nach früheren Berichten erste Sondierungsgespräche mit dem Evonik-Management sowie mit dem Hauptaktionär, der RAG-Stiftung, geführt.

Hintergrund: Was bisher geschah

Die aktuellen Entwicklungen stehen am Ende einer mehrwöchigen Berichtskette von aktien.news. Bereits am 22.09.2026 berichtete aktien.news, dass Evonik unter Interimschef Claus Rettig weltweit 3.200 Stellen streichen will, davon 2.150 in Deutschland. Die Aktie legte am Morgen dennoch um fast fünf Prozent zu. Rettig sagte nach einer Strategieklausur von Vorstand und Aufsichtsrat: „Wir werden diese Polykrise nutzen, um alte Strukturen zu ändern und uns besser aufzustellen." Vorstandschef Christian Kullmann war zuvor im August überraschend wegen einer Erkrankung „bis auf Weiteres" ausgefallen.

Am 25.09.2026 berichtete aktien.news, dass BASF einen Einstieg bei Evonik prüft. Nach Informationen unter anderem der „Financial Times" und des „Handelsblatt" hatte der Konzern bereits erste Sondierungsgespräche mit dem Evonik-Management und der RAG-Stiftung geführt, die einen entscheidenden Anteil von 44 Prozent an dem Essener Unternehmen hält. BASF kam damals auf eine Marktkapitalisierung von rund 47 Milliarden Euro und hatte laut Medienberichten seit Jahresbeginn Banken konsultiert, um eine mögliche Transaktion zu strukturieren.

Ebenfalls am 25.09.2026 meldete aktien.news, dass die Evonik-Aktie um 8,1 Prozent gestiegen war und bei 19,54 Euro notierte. Auslöser war ein Bericht der „Financial Times", wonach BASF das Unternehmen sowie dessen Hauptaktionärin, die RAG-Stiftung, mit einem formellen Fusionsangebot kontaktiert hatte. Quellen warnten damals jedoch, dass die vorläufigen Gespräche nicht zwangsläufig zu einer verbindlichen Vereinbarung führen müssten.

Am 26.09.2026 folgte der Bericht, dass BASF eine mögliche milliardenschwere Übernahme von Evonik plant. Beide Unternehmen bestätigten damals Sondierungsgespräche, die eine tiefgreifende Neuordnung der europäischen Chemiebranche einleiten könnten. Während Evonik von einer „unverbindlichen Ansprache" für ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot berichtete, betonte BASF, dass der Ausgang der Gespräche offen sei. An der Börse verlor die BASF-Aktie 3,6 Prozent und bildete das Schlusslicht im DAX, während die Evonik-Papiere um 7,2 Prozent zulegten und die Spitze des MDax übernahmen.

Was das für Anleger bedeutet

Ein formelles Angebot ist noch keine vollzogene Übernahme. Die Evonik-Führung hat das Gebot von 22,15 Euro je Aktie abgelehnt, und der weitere Ablauf des Übernahmepokers ist offen. Für Privatanleger heißt das: Die Unsicherheit bleibt vorerst bestehen, und die Kurse beider Titel dürften weiter stark auf neue Meldungen reagieren.

Die bisherigen Kursreaktionen zeigen, wie unterschiedlich der Markt die beiden Seiten des Deals bewertet. Während die BASF-Aktie nach der Bestätigung der Gespräche 3,6 Prozent verlor und das Schlusslicht im Dax bildete, legten die Evonik-Papiere um 7,2 Prozent zu und führten den MDax an. Der Markt preist offenbar ein, dass eine Übernahme für den Käufer mit erheblichen Kosten und Integrationsrisiken verbunden wäre, für die Aktionäre des Übernahmeziels dagegen mit einem möglichen Aufschlag.

Anleger sollten deshalb genau verfolgen, ob und wann ein verbindliches Angebot vorgelegt wird und wie sich der Hauptaktionär positioniert. Die RAG-Stiftung hält einen entscheidenden Anteil von 44 Prozent an Evonik und ist damit ein zentraler Faktor. Ob ein Zusammenschluss am Ende tatsächlich zustande kommt, lässt sich aus den bisher bekannten Informationen nicht ableiten. Dieser Text ist keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.

Ausblick

Konkrete Termine für die nächsten Schritte nennt die Quelle nicht. Der weitere Ablauf des Übernahmepokers gilt als unklar, ebenso ob BASF sein Angebot anpasst oder ein verbindliches Angebot folgt. BASF selbst hat betont, dass der Ausgang der Gespräche offen sei, Evonik hat die Ansprache als unverbindlich bezeichnet.

Als absehbar gilt dagegen, welche Folgen ein erfolgreicher Deal hätte: Der Zusammenschluss würde sich auf Jobs und Standorte auswirken. Beide Unternehmen sind in Deutschland stark verwurzelt, Evonik hatte erst kurz zuvor den Abbau von 3.200 Stellen angekündigt, davon 2.150 in Deutschland. Ein Zusammenschluss würde in der europäischen Chemiebranche eine bedeutende Konsolidierung einleiten.

Kurz erklärt

  • Übernahmeangebot: Ein öffentliches Angebot an die Aktionäre eines Unternehmens, ihre Aktien zu einem festgelegten Preis zu verkaufen.
  • Sondierungsgespräche: Erste, unverbindliche Gespräche zwischen Unternehmen, in denen ein möglicher Zusammenschluss ausgelotet wird.
  • Hauptaktionär: Ein Großaktionär, der einen erheblichen Anteil an einem Unternehmen hält und damit großen Einfluss auf wichtige Entscheidungen hat.
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