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Barclays prognostiziert Zinserhöhungen der Bank of England im November

Barclays erwartet Zinserhöhungen der BoE im November und Februar – getrieben durch Energiepreise und Nahostkonflikt.

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Barclays prognostiziert Zinserhöhungen der Bank of England im November

Nachdem die Bank of England (BoE) den Leitzins im September wie erwartet bei 3,75 Prozent beließ, haben Analysten von Barclays ihre Prognose angepasst. Die Experten erwarten nun Zinsschritte um jeweils 25 Basispunkte im November sowie im Februar 2027. Diese Einschätzung stützt sich auf eine deutlich veränderte mittelfristige Energiepreisprognose sowie die zunehmenden Inflationsrisiken durch den eskalierenden Nahostkonflikt.

Die Entscheidung der BoE, die Zinsen stabil zu halten, fiel mit einer Mehrheit von 6 zu 3 Stimmen. Die Mitglieder Greene, Mann und Pill votierten bereits für eine sofortige Anhebung. Im Gegensatz dazu legten die externen Mitglieder Swati Dhingra und Alan Taylor den Fokus stärker auf die wirtschaftliche Flaute und bewerteten die Zweitrundeneffekte der Inflation als weniger kritisch. Dennoch signalisierte das Protokoll der Sitzung einen deutlich restriktiveren Ton. Die Notenbank prognostiziert nun, dass die Inflation Anfang nächsten Jahres die 4-Prozent-Marke überschreiten könnte.

Gouverneur Andrew Bailey betonte, dass ein lang anhaltender Konflikt im Nahen Osten eine straffere Geldpolitik erforderlich machen könnte. Damit rückt die geopolitische Lage zunehmend in den Fokus der Währungshüter.

Barclays schließt sich J.P. Morgan an

Barclays schließt sich mit der neuen Prognose der Einschätzung von J.P. Morgan an, die ebenfalls Anhebungen im November und Februar erwartet. Die Strategen unter der Leitung von Jack Meaning bei Barclays weisen jedoch darauf hin, dass es Faktoren gibt, die eine Anhebung im November verzögern könnten. Dazu zählen die begrenzte Datenlage vor der Sitzung – darunter nur ein Inflationsbericht, ein Arbeitsmarktbericht und ein BIP-Update – sowie die zeitliche Nähe zum „Autumn Budget“. Zudem fehlen bisher klare Beweise für eine Materialisierung der befürchteten Zweitrundeneffekte.

Barclays sieht das Terminal-Zinsniveau in diesem Szenario bei 4,25 Prozent. Das bedeutet, dass die Experten nach den beiden erwarteten Schritten im November und Februar zunächst von einem Ende des Zinserhöhungszyklus ausgehen.

Uneinigkeit unter den Großbanken

Andere Marktteilnehmer bewerten die Lage unterschiedlich. Während Goldman Sachs ebenfalls eine Anhebung im November für wahrscheinlich hält, wird darauf hingewiesen, dass schwächere Wirtschaftsdaten oder sinkende Energiepreise die Währungshüter zu einer abwartenden Haltung veranlassen könnten. Morgan Stanley argumentiert, dass die Zinsen zwar für längere Zeit unverändert bleiben könnten, jedoch anhaltender Preisdruck bei Rohstoffen Zinsschritte im November und Februar erzwingen könnte.

Aktuell preisen die Märkte laut LSEG-Daten eine Wahrscheinlichkeit von 63 Prozent für eine Anhebung im November ein. Die Mehrheit der Marktteilnehmer rechnet also mit einem baldigen Schritt der Notenbank.

BoE setzt Bilanzabbau fort

Zusätzlich zur Zinspolitik bestätigte die BoE, ihre Bestände im Rahmen der Asset Purchase Facility um 20 Milliarden Pfund in diesem Jahr zu reduzieren. Dies bringt den gesamten geplanten Abbau auf 50 Milliarden Pfund – ein Schritt, der den Erwartungen von Barclays entspricht. Die globale Unsicherheit wird durch die Ausweitung des Nahostkonflikts und die jüngste Zinsanhebung der Bank of Japan auf ein 31-Jahres-Hoch unterstrichen, was den weltweiten Inflationsdruck weiter verschärft.

Für Anleger in Großbritannien und darüber hinaus bleibt die Lage angespannt. Die Kombination aus geopolitischen Risiken, steigenden Energiepreisen und einer uneinigen Notenbank schafft ein Umfeld, in dem weitere Zinserhöhungen wahrscheinlich, aber nicht garantiert sind. Die kommenden Datenveröffentlichungen zur Inflation, zum Arbeitsmarkt und zum Bruttoinlandsprodukt werden richtungsweisend für die November-Entscheidung der BoE sein.

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