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Bank of Korea hält Zinsen stabil – Won-Schwäche verhindert Lockerung

Die südkoreanische Zentralbank belässt den Leitzins am 15. Januar bei 2,50 Prozent. Der schwache Won und steigende Immobilienpreise zwingen die Bank of Korea zur Zinspause.

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Bank of Korea hält Zinsen stabil – Won-Schwäche verhindert Lockerung

Die Bank of Korea (BOK) wird ihren Leitzins am kommenden Donnerstag bei 2,50 Prozent belassen. Dies geht aus einer aktuellen Reuters-Umfrage unter 34 Ökonomen hervor. Die erwartete Zinssenkung wurde damit auf Anfang 2027 verschoben – eine deutliche Kehrtwende gegenüber den Prognosen vom November 2025.

Won-Schwäche belastet Geldpolitik

Der koreanische Won hat seit Jahresbeginn fast zwei Prozent an Wert verloren. Diese Währungsschwäche erhöht das Risiko steigender Verbraucherpreise und schränkt den geldpolitischen Spielraum der Zentralbank erheblich ein. "Angesichts der Volatilität auf dem Devisenmarkt ist es für die BOK im Moment noch zu früh, die Zinsen zu senken", erklärt Kelvin Lam, Senior Economist bei Pantheon Macroeconomics.

Die Inflation in Südkorea, der viertgrößten Volkswirtschaft Asiens, lag 2025 bei 2,1 Prozent. Zwar sank sie gegenüber dem Vorjahr (2,3 Prozent), liegt aber weiterhin über dem Zielwert der BOK von zwei Prozent. Für 2026 erwarten Ökonomen eine Inflationsrate von durchschnittlich 1,9 Prozent.

Immobilienmarkt heizt Preisdruck an

Besonders die Entwicklung am Immobilienmarkt bereitet der Zentralbank Sorgen. Die Wohnungspreise in Seoul kletterten in der ersten Januarwoche um 0,18 Prozent. Im Gesamtjahr 2025 verzeichneten sie einen Anstieg von 8,7 Prozent. "Der Fokus der BOK liegt nun auf einer stabilen Währung und der Beobachtung der Instabilität, die von den überhitzten Wohnungspreisen ausgeht", so Lam.

Die hohen Immobilienpreise in der Hauptstadt Seoul bleiben trotz staatlicher Gegenmaßnahmen ein anhaltendes Problem. Die Erwartungen der Marktteilnehmer hinsichtlich weiterer Preissteigerungen sind nach wie vor hoch.

Drastische Änderung der Zinsprognosen

Die aktuelle Umfrage zeigt eine bemerkenswerte Verschiebung in den Erwartungen: Während im November noch über 60 Prozent der befragten Ökonomen mit mindestens einer weiteren Zinssenkung im ersten Quartal 2026 rechneten, sind es jetzt nur noch 22 Prozent (sieben von 32 Befragten). Die Mehrheit erwartet nun keine Zinsänderung bis Ende 2026.

Die BOK selbst hatte bereits im November ihre geldpolitische Leitlinie angepasst. Statt "Beibehaltung des Zinssenkungskurses" heißt es nun: "Der Vorstand wird entscheiden, ob und wann weitere Basiszinssenkungen vorgenommen werden." Diese Formulierung deutet auf das mögliche Ende des aktuellen Lockerungszyklus hin.

Wachstumsaussichten bleiben verhalten

Für die südkoreanische Wirtschaft prognostizieren Ökonomen in diesem Jahr ein Wachstum von 2,0 Prozent – leicht über der BOK-Prognose von 1,8 Prozent. In den Jahren 2027 und 2028 wird mit einem Wachstum von jeweils 1,9 Prozent gerechnet.

Die Kombination aus Währungsschwäche, erhöhtem Inflationsdruck und überhitzten Immobilienmärkten zwingt die Bank of Korea zu einer vorsichtigeren Geldpolitik als ursprünglich geplant. Anleger müssen sich damit auf eine längere Phase stabiler Zinsen in Südkorea einstellen.

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