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Bank of Japan erhöht Zinsen auf höchstes Niveau seit 1995

BOJ hebt Leitzins auf 1,25 Prozent an – höchster Stand seit 1995

3 Min
Bank of Japan erhöht Zinsen auf höchstes Niveau seit 1995

Die Bank of Japan (BOJ) hat am Freitag ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,25 Prozent angehoben – den höchsten Stand seit 1995. Die Entscheidung war von den Märkten weitgehend erwartet worden und markiert die zweite Zinserhöhung der japanischen Notenbank in diesem Jahr.

Sieben der neun Mitglieder des zinsfestsetzenden Gremiums stimmten für die Anhebung. Die beiden Dissidenten Ayano Sato und Toichiro Asada plädierten für eine Zinspause mit Verweis auf die unsicheren wirtschaftlichen Aussichten Japans. Beide waren von Premierministerin Sanae Takaichi in das Gremium berufen worden.

Inflation rückt ins Zentrum der Geldpolitik

Die BOJ begründete ihren Schritt mit der zunehmenden Annäherung der Inflation an das jährliche Ziel von zwei Prozent. Die Zentralbank verwies dabei auf mehrere Risikofaktoren: die Lage im Nahen Osten sowie die steigende Nachfrage nach künstlicher Intelligenz (KI), die inflationsbedingte Risiken darstellten.

Besonders besorgt zeigt sich die Notenbank über die Entwicklung der Produzentenpreise. Die stark gestiegene Inflation beim Produzentenpreisindex (PPI) habe begonnen, auf die Verbraucherpreise (CPI) überzugreifen. Dadurch rücke die zugrunde liegende Inflation wieder in den Fokus des Zwei-Prozent-Ziels der BOJ.

Die Zentralbank erklärte, sie werde die Zinsen weiter anheben und ihre expansive Politik beibehalten, um auf das Wirtschaftswachstum und die Inflation zu reagieren. Einen konkreten Zeitplan für künftige Zinserhöhungen gab sie jedoch nicht vor.

Analysten erwarten schnellere Straffung

Die Analysten von Capital Economics zeigten sich in einer Notiz überzeugt, dass die BOJ die Geldpolitik in den kommenden Monaten schneller verschärfen werde, als die meisten Marktteilnehmer erwarten. „Die Erklärung hob den Aufwärtsdruck auf die Inflation infolge der KI-bezogenen Nachfrage stärker hervor, was darauf hindeutet, dass selbst ein erneuter Rückgang der Energiepreise die eher restriktive Ausrichtung der Bank nicht unbedingt abschwächen wird“, schrieben die Experten.

Trotz der Zinserhöhung betonte die BOJ, dass die japanischen Finanzbedingungen expansiv seien und dies auch kurzfristig bleiben würden.

Die Entscheidung fiel nur wenige Stunden nach der Veröffentlichung der CPI-Daten für August, die eine stabile Inflation zeigten, die sich dem jährlichen Ziel der Zentralbank nähert. Für die zweite Hälfte des Geschäftsjahres 2026 erwartet die BOJ, dass der Kern-CPI aufgrund hoher Ölpreise infolge des Iran-Krieges über zwei Prozent beschleunigt. Auch steigende Preise für Halbleiter und Elektronik, bedingt durch die KI-getriebene Nachfrage, sowie die jüngste Schwäche des Yen sollen die Inflation stützen.

Yen und Aktien reagieren unterschiedlich

Die Spekulationen auf eine Zinserhöhung im September waren zuvor durch einen schwachen Yen angeheizt worden, der zu Beginn des Jahres auf Vier-Jahrzehnt-Tiefs gefallen war. Erst eine gemeinsame Intervention Japans und der USA führte zu starken Kursgewinnen der japanischen Währung.

Nach der Zinsentscheidung am Freitag gab der Yen zunächst nach. Das USD/JPY-Paar, das angibt, wie viele Yen zum Kauf eines Dollars erforderlich sind, stieg um 0,7 Prozent. Die japanischen Aktienmärkte setzten dagegen ihre Gewinne fort: Der Nikkei-225-Index legte um 2,1 Prozent zu.

Nun richtet sich der Fokus auf eine bevorstehende Rede von BOJ-Gouverneur Kazuo Ueda, die für 02:30 Uhr ET (06:30 Uhr GMT) angesetzt ist. Marktteilnehmer erhoffen sich weitere Hinweise zur künftigen Zinspolitik und zur wirtschaftlichen Entwicklung.

Internationaler Kontext

Die Zinserhöhung der BOJ reiht sich ein in einen globalen Trend strafferer Geldpolitik. Sowohl die Europäische Zentralbank als auch die US-Notenbank Federal Reserve hatten zuvor ebenfalls ihre Leitzinsen angehoben, vor dem Hintergrund wachsender Sorgen über energie- und KI-getriebene Inflation in den entwickelten Volkswirtschaften.

Analysten warnen allerdings, dass die BOJ eine restriktivere Haltung präsentieren müsse, um langfristige Resilienz im Yen zu fördern. Die japanische Währung bleibt anfällig für externe Schocks, insbesondere angesichts der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und der Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Energiepreise.

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