Bank of Israel warnt vor steigendem Defizit durch Iran-Krieg
Israels Zentralbank mahnt zur Haushaltsdisziplin, während das Defizitziel auf 5,1 Prozent des BIP steigt.

Die Bank of Israel hat am Mittwoch eindringlich vor den wirtschaftlichen Folgen des anhaltenden Konflikts mit dem Iran gewarnt. In einer offiziellen Erklärung betonte die Zentralbank, dass das geopolitische Umfeld die Abwärtsrisiken für die wirtschaftliche Aktivität – zumindest kurzfristig – erheblich verstärke. Die Notenbank rief die Regierung zur strikten Haushaltsdisziplin auf.
Besonders kritisch sieht die Zentralbank das revidierte Defizitziel der israelischen Regierung. Dieses wurde auf 5,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für das Jahr 2026 angehoben – ein Wert, der nach Einschätzung der Bank of Israel dazu führen könnte, dass die Schuldenquote die Marke von 70 Prozent des BIP erreicht. Für ein Land im aktiven Kriegszustand ist dies eine erhebliche fiskalische Belastung.
Klare Forderungen an die Haushaltspolitik
Die Notenbank formulierte konkrete Anforderungen an die Haushaltspolitik. Sie fordert, auf die Budgetierung neuer Programme zu verzichten, die nicht unmittelbar den Kriegsanstrengungen dienen – insbesondere dann, wenn diese Programme nicht zum langfristigen Wirtschaftswachstum beitragen. Zudem warnte die Zentralbank ausdrücklich vor Steuersenkungen in der aktuellen Lage.
Der Hintergrund: Israel befindet sich seit dem Angriff der Hamas im Oktober 2023 im Kriegszustand, der sich seither auf den Konflikt mit dem Iran ausgeweitet hat. Die stark gestiegenen Verteidigungsausgaben belasten den israelischen Staatshaushalt erheblich. Für deutsche Anleger mit Engagements in der Region oder in israelischen Anleihen sind diese Entwicklungen ein wichtiger Risikofaktor.
Die Warnung der Bank of Israel unterstreicht die Herausforderung, die viele Volkswirtschaften im Kriegszustand kennen: den Spagat zwischen notwendigen Sicherheitsausgaben und der Wahrung fiskalischer Stabilität. Eine Schuldenquote von 70 Prozent würde Israels Kreditwürdigkeit unter Druck setzen und die Refinanzierungskosten am Kapitalmarkt erhöhen.
