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Bank of America warnt vor überfälligem Rückgang der Aktienkurse

Die Börse ist zu lange ohne Korrektur gelaufen – Analystin sieht kaum Aufwärtspotenzial.

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Bank of America warnt vor überfälligem Rückgang der Aktienkurse

Die US-Aktienmärkte sind nach Ansicht der Bank of America längst überfällig für eine deutliche Korrektur. Die renommierte Strategin Savita Subramanian warnt davor, dass der S&P 500 im Jahr 2026 bislang nur einen einzigen Rückgang von fünf Prozent verzeichnete. Zum Vergleich: Normalerweise gibt es jedes Jahr drei solcher Phasen.

Hinzu kommt, dass eine echte Korrektur – definiert als ein Rückgang von zehn Prozent vom 52-Wochen-Hoch – seit dem Frühjahr 2025 nicht mehr vorgekommen ist. Damals sorgte das sogenannte „Tariff Tantrum“, also die Zollpanik, für einen kurzen, heftigen Einbruch. Seither blieb eine solche Bereinigung aus.

„Pullbacks sind normal“, schrieb Subramanian in einer aktuellen Analyse. „Nach unserer Ansicht steht uns ein solcher Rückstand längst zu.“ Die Botschaft ist klar: Die Märkte haben sich zu lange ohne nennenswerten Rückschlag nach oben bewegt, was das Risiko eines plötzlichen Kursrutsches erhöht.

Saisonale Schwäche im September und Oktober

Die kurzfristigen Aussichten trüben sich zusätzlich durch saisonale Effekte ein. Subramanian verwies darauf, dass der S&P 500 im September-Oktober-Zeitraum durchschnittlich um 0,6 Prozent fällt. Diese Daten reichen bis ins Jahr 1928 zurück. Es handelt sich um die schwächste durchschnittliche Performance eines beliebigen Zweimonatszeitraums für den führenden US-Aktienindex.

Diese Saisonabhängigkeit zeigt sich bereits jetzt. Die großen Indizes beenden eine Verlustwoche und liegen im September deutlich im Minus. Auch am Montag waren die Aktienkurse auf eine niedrigere Eröffnung ausgerichtet. Belastend wirkten dabei vor allem Bedenken hinsichtlich der Sicherheit Künstlicher Intelligenz, die Druck auf Chip-Aktien und andere Bereiche des KI-Handels ausübten.

Renditen und Inflation setzen Märkte unter Druck

Ein weiterer Belastungsfaktor sind die Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen, die nahe ihren mehrjährigen Höchstständen notieren. Aktuelle Inflationsdaten haben die Erwartungen erhöht, dass die US-Notenbank Federal Reserve in dieser Woche die Zinsen anheben könnte. Höhere Zinsen machen Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Anlagen weniger attraktiv und belasten insbesondere wachstumsstarke Technologiewerte.

Langfristiger Trend intakt, kurzfristig kaum Luft nach oben

Trotz der Warnsignale bleibt Subramanian für den langfristigen Ausblick optimistisch. „Der Verbraucher ist in Ordnung, ebenso wie der Arbeitsmarkt“, betonte sie. Der langfristige Aufwärtstrend sei „intakt“. Allerdings sieht die Expertin kurzfristig kaum noch Aufwärtspotenzial.

Subramanian hat ihr 12-Monats-Zielkurs-Szenario für den S&P 500 auf 7.800 Punkte festgelegt. Das impliziert eine weitere Wertsteigerung von weniger als zwei Prozent gegenüber dem Freitagsschlusskurs. Die Strategin hat zudem ihre Jahresendprognose für den S&P 500 im Jahr 2026 von 7.100 auf 7.400 Punkte angehoben – was allerdings einen weiteren Rückgang von 3,4 Prozent signalisiert.

Warnsignale für Bärenmarkt nehmen zu

Ein besorgniserregendes Signal ist der hauseigene Indikator der Bank of America. „50 Prozent unserer Warnsignale für einen Bärenmarkt sind ausgelöst – nicht so schlecht wie 70 Prozent, die wir im Mai-Juni gesehen haben, aber dennoch erhöht“, sagte Subramanian. Dies deutet darauf hin, dass das Risiko eines nachhaltigen Abwärtstrends zwar nicht akut, aber deutlich gestiegen ist.

Für deutsche Anleger bedeutet dies: Die derzeitige Unsicherheit an den US-Märkten könnte auch auf die hiesigen Börsen ausstrahlen. Ein Rückschlag in den USA würde erfahrungsgemäß auch den DAX und andere europäische Indizes belasten. Anleger sollten sich daher auf erhöhte Volatilität in den kommenden Wochen einstellen.

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