B2Gold: Gramalote-Goldprojekt steht vor entscheidender Genehmigungsprüfung in Kolumbien
Die kolumbianische Umweltbehörde ANLA prüft am 10. November Änderungen an der Genehmigung für das 740 Millionen Dollar teure Goldprojekt Gramalote von B2Gold.

Die kolumbianische Umweltbehörde ANLA wird am 10. November eine öffentliche Anhörung durchführen, um Änderungen an der Umweltgenehmigung für das Goldprojekt Gramalote von B2Gold (TSX: BTO) zu prüfen. Das Vorhaben in der Provinz Antioquia hat ein Investitionsvolumen von 740 Millionen US-Dollar. Die Anhörung ist ein entscheidender Schritt hin zum Bau der geplanten Tagebaugrube.
Die Nationale Behörde für Umweltlizenzen (ANLA) hat mehr als 500 Bewohner der Gemeinden San Roque und Yolombó informiert, die in der Nähe des Projekts leben. Die Anhörung soll den Gemeinden und anderen interessierten Parteien die Möglichkeit geben, Bedenken vorzubringen, bevor die Behörde entscheidet, ob die vorgeschlagenen Änderungen genehmigt werden.
B2Gold hatte im April 2026 einen Antrag eingereicht, um eine bereits 2015 erteilte Umweltgenehmigung für einen größeren Bergbaubetrieb zu ändern. Das kanadische Unternehmen hat das Projekt seither verkleinert und schlägt vor, seine Aufbereitungsanlage sowie einige unterstützende Infrastruktureinrichtungen zu verlagern.
Die Prüfung fällt in eine Phase sinkender Bergbauinvestitionen in Kolumbien
Die Prüfung erfolgt vor dem Hintergrund, dass Kolumbien versucht, die Bergbauinvestitionen nach einem starken Rückgang der ausländischen Kapitalzuflüsse wieder anzukurbeln. Eine Genehmigung würde eine große regulatorische Hürde für Gramalote beseitigen. Das Projekt bleibt bis zur geplanten Produktionsaufnahme Ende 2029 weiterhin Genehmigungs- und Entwicklungsrisiken ausgesetzt.
Die Machbarkeitsstudie von 2025 beziffert die Anfangsinvestition auf 740 Millionen Dollar
Die Machbarkeitsstudie von B2Gold aus dem Jahr 2025 schätzt die initialen Kapitalkosten auf 740 Millionen US-Dollar und die Lebensdauer der Mine auf elf Jahre. Die Aufbereitungsanlage soll voraussichtlich dreizehn Jahre lang betrieben werden.
Das Unternehmen prognostiziert eine durchschnittliche jährliche Goldproduktion von 227.000 Unzen während der ersten fünf Jahre. Über den gesamten Betriebszeitraum hinweg sinkt dieser Durchschnitt auf 177.000 Unzen.
B2Gold erwartet, die Umweltgenehmigung im Januar 2027 zu erhalten und mit dem Bau im folgenden Monat zu beginnen – vorbehaltlich der behördlichen Freigabe.
Die Ressourcenschätzung umfasst rund 3,52 Millionen Unzen Gold in der Indicated-Kategorie
Das Projekt verfügt über angegebene Mineralressourcen (Indicated) von 155,6 Millionen Tonnen mit einem Gehalt von 0,70 Gramm Gold pro Tonne, was ungefähr 3,52 Millionen Unzen entspricht. Die abgeleiteten Ressourcen (Inferred) belaufen sich auf 120,9 Millionen Tonnen mit einem Gehalt von 0,52 Gramm Gold pro Tonne, was etwa 2 Millionen Unzen enthält. Diese Angaben stammen vom Unternehmen.
B2Gold schätzt zudem die Kapitalkosten nach dem Bau auf 444 Millionen US-Dollar über die Lebensdauer des Projekts. Darin enthalten sind 376 Millionen US-Dollar an Erhaltungsinvestitionen.
Das Unternehmen erwarb 2023 den vollständigen Besitz von Gramalote. Zuvor hatte es den 50-Prozent-Anteil von AngloGold Ashanti (JSE: ANG) (NYSE: AU) übernommen.
Kolumbiens Regierung will den Rückgang der Bergbauinvestitionen umkehren
Der Genehmigungsprozess fällt in eine Zeit, in der die kolumbianische Regierung versucht, einen starken Rückgang der ausländischen Bergbauinvestitionen umzukehren. Laut dem Ministerium für Bergbau und Energie sanken diese von 1,51 Milliarden US-Dollar im Jahr 2022 auf 178 Millionen US-Dollar im Jahr 2025 – ein Rückgang von 88 Prozent.
Die Verwaltung von Präsident Abelardo de la Espriella hat Maßnahmen zur Förderung von Investitionen vorgeschlagen. Dazu gehören die Aufhebung spezieller Bergbaudistrikte und von Schutzgebieten für die Lebensmittelproduktion (APPA).
Der am 29. Oktober beim Kongress eingereichte Gesetzentwurf zur wirtschaftlichen Rettung umfasst zudem ein einheitliches Regime zur Schaffung von Unternehmensstabilität (RUGE). Dieses soll die Bedingungen für private Investitionen verbessern.
Der stellvertretende Bergbauminister Luis Madriñán erklärte, die Bergbauindustrie müsse sich um mindestens 10 Prozent ausweiten, um die Ambition der Regierung nach einem Wirtschaftswachstum von 6 Prozent zu unterstützen. Das unterstreiche die Bedeutung der Anziehung privaten Kapitals. Madriñán identifizierte zudem Kupfer als eine große Chance für die kolumbianische Bergbauindustrie und signalisierte damit das Interesse der Regierung, über die etablierten Sektoren Gold und Kohle hinauszugehen.
Bereits am 9. August 2026 berichtete aktien.news über eine Kursrally bei B2Gold
Bereits am 09.08.2026 berichtete aktien.news, dass B2Gold eine bemerkenswerte Kursrally erlebt hatte. Die Aktie sprang um 22 Prozent auf 7 kanadische Dollar, womit die Marktkapitalisierung des Unternehmens auf rund 9,4 Milliarden kanadische Dollar stieg. Auslöser war die Nachricht, dass B2Gold die sogenannte Menankoto-Abbaugenehmigung in Mali erhalten hat – ein entscheidender regulatorischer Meilenstein für das Wachstumsprojekt Fekola Regional. Die Genehmigung kam zu einem wichtigen Zeitpunkt: Nur einen Tag zuvor hatte das Unternehmen seine Produktionsprognose für 2026 nach unten korrigiert und einen gemischten Quartalsbericht vorgelegt.
Am 29.09.2026 berichtete aktien.news zudem über eine operative Aktualisierung für die Goose Mine im Back River Gold District im kanadischen Nunavut. Das Unternehmen ist an der TSX unter dem Kürzel BTO, an der NYSE American unter BTG und an der NSX unter B2G notiert. Im Mittelpunkt der Meldung stand die neue mobile Brechanlage, die im August 2026 in Betrieb genommen wurde. Seit Mitte August übertraf der Durchsatz der mobilen Brechung einen Durchschnitt von 3.000 Tonnen pro Tag (tpd) Erz und lag damit im Plan.
Für Anleger bleibt Gramalote ein Projekt mit regulatorischem Vorbehalt
Für deutsche Privatanleger ist die Anhörung am 10. November ein wichtiger Termin. Eine Genehmigung würde eine große regulatorische Hürde für Gramalote beseitigen, wie es im Quelltext heißt. Gleichzeitig bleibt das Projekt bis zur geplanten Produktionsaufnahme Ende 2029 Genehmigungs- und Entwicklungsrisiken ausgesetzt. Die Aktie von B2Gold ist an der TSX unter dem Kürzel BTO notiert; in den USA wird sie an der NYSE American unter BTG gehandelt.
Die Bewertung des Projekts hängt an mehreren Kennzahlen: den initialen Kapitalkosten von 740 Millionen US-Dollar, der Lebensdauer der Mine von elf Jahren und der erwarteten durchschnittlichen Jahresproduktion. Hinzu kommen die Kapitalkosten nach dem Bau von 444 Millionen US-Dollar, darunter 376 Millionen US-Dollar an Erhaltungsinvestitionen. Anleger sollten diese Angaben mit den tatsächlichen Genehmigungsauflagen abgleichen, sobald die Behörde entschieden hat.
Die nächsten Termine reichen von der Anhörung bis zum geplanten Baubeginn
Der nächste konkrete Termin ist die öffentliche Anhörung am 10. November. Danach entscheidet die ANLA, ob die vorgeschlagenen Änderungen genehmigt werden. B2Gold erwartet die Umweltgenehmigung im Januar 2027 und will mit dem Bau im folgenden Monat beginnen – vorbehaltlich der behördlichen Freigabe. Die Produktionsaufnahme ist für Ende 2029 geplant.
Auf politischer Ebene liegt der Gesetzentwurf zur wirtschaftlichen Rettung seit dem 29. Oktober beim Kongress. Er enthält das einheitliche Regime zur Schaffung von Unternehmensstabilität (RUGE). Ob und wann diese Maßnahmen greifen, ist im Quelltext nicht festgehalten.
Drei Fachbegriffe ordnen das Gramalote-Projekt ein
- Umweltgenehmigung: Behördliche Erlaubnis, die ein Bergbauvorhaben erst umsetzbar macht und Auflagen für den Betrieb festlegt.
- Indicated-Ressourcen: Mineralressourcen, deren Menge und Gehalt mit ausreichender Sicherheit geschätzt werden können.
- Inferred-Ressourcen: Mineralressourcen, deren Menge und Gehalt nur mit geringerer Sicherheit abgeschätzt sind.
