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ASML: Südkorea überholt China als größten Markt im Q1

Speicherchip-Nachfrage durch KI-Boom treibt ASML-Umsätze in Südkorea auf 45% des Nettosystemumsatzes im ersten Quartal.

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ASML: Südkorea überholt China als größten Markt im Q1

Südkorea hat sich im ersten Quartal 2025 zum größten Einzelmarkt für den niederländischen Halbleitermaschinenhersteller ASML Holding NV entwickelt. Der Anteil Südkoreas am Nettosystemumsatz sprang von 22% im vierten Quartal auf beachtliche 45% – ein deutliches Zeichen für den wachsenden Investitionsdruck in der Speicherchip-Industrie. In absoluten Zahlen bedeutet das einen Umsatz von 2,84 Milliarden Euro, verglichen mit 1,67 Milliarden Euro im Vorquartal.

Treiber dieser Entwicklung sind die südkoreanischen Speicherchip-Giganten Samsung Electronics und SK Hynix. Beide Unternehmen weiten ihre Investitionen in Chipfertigungsanlagen massiv aus, um drohenden Engpässen bei der Versorgung mit KI-relevanten Speicherchips entgegenzuwirken. Der Markt für Speicherchips machte im ersten Quartal mehr als die Hälfte aller Anlagenverkäufe von ASML aus.

Kunden bereits für 2026 ausverkauft

ASML-CEO Christophe Fouquet verdeutlichte in einem Video zu den Quartalsergebnissen die außergewöhnliche Marktlage: „Wenn wir uns den Speicherbereich ansehen, sagen uns unsere Kunden, dass sie für 2026 ausverkauft sind. Und ihre Lieferengpässe werden über 2026 hinaus andauern." Diese Aussage unterstreicht, wie stark die Nachfrage nach KI-Infrastruktur die gesamte Halbleiterlieferkette unter Druck setzt.

Konkret zeigt sich das Investitionsvolumen am Beispiel von SK Hynix: Der südkoreanische Konzern kündigte im März Pläne an, fast 8 Milliarden US-Dollar für EUV-Lithografiesysteme (Extreme Ultraviolet) auszugeben – im Rahmen einer Vereinbarung, die bis 2027 läuft. EUV-Lithografie gilt als Schlüsseltechnologie für die Herstellung modernster Chips und ist ein Kernprodukt von ASML, das weltweit als einziges Unternehmen diese hochkomplexen Maschinen fertigt.

Chinas Anteil schrumpft deutlich

Während Südkorea zulegte, verlor China spürbar an Bedeutung im ASML-Umsatzmix. Der Anteil des chinesischen Marktes am Nettosystemumsatz sank von über einem Drittel im vierten Quartal auf nur noch 19% im ersten Quartal – ein Rückgang, den ASML selbst bereits prognostiziert hatte. Das Unternehmen hatte zuvor angekündigt, dass der Beitrag Chinas auf rund 20% sinken würde.

Hintergrund ist der zunehmende Druck durch US-geführte Exportbeschränkungen, die darauf abzielen, Chinas Entwicklung in der Halbleitertechnologie zu bremsen. ASML navigiert seit Monaten durch dieses regulatorische Umfeld und ist gezwungen, bestimmte Maschinen nicht mehr nach China zu liefern. Erschwerend kommt hinzu, dass US-Abgeordnete diesen Monat ein Gesetz vorgeschlagen haben, das die bestehenden Exportbeschränkungen für Chipfertigungsanlagen weiter verschärfen würde – was die Verkäufe von ASML nach China künftig noch stärker einschränken könnte.

Taiwan belegte im ersten Quartal den zweiten Platz unter ASMLs größten Märkten, hinter Südkorea. Die geografische Verschiebung im Umsatzmix spiegelt damit sowohl die geopolitischen Spannungen rund um den Halbleitersektor als auch die strukturell steigende Nachfrage nach Speicherchips für KI-Anwendungen wider – ein Trend, der die Investitionspläne der führenden Chiphersteller weltweit prägt.

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