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YMTC plant drei neue Chipfabriken trotz US-Handelsbeschränkungen

Chinas größter NAND-Flash-Hersteller YMTC will seine Produktionskapazität massiv ausbauen – trotz verschärfter US-Exportbeschränkungen.

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YMTC plant drei neue Chipfabriken trotz US-Handelsbeschränkungen

Chinas größter NAND-Flash-Chiphersteller Yangtze Memory Technologies Corporation (YMTC) plant den Bau von zwei neuen Fabriken und steht kurz vor der Fertigstellung eines dritten Werks. Das berichtet Reuters exklusiv unter Berufung auf drei mit der Sache vertraute Insider. Die Pläne unterstreichen Chinas entschlossenen Kurs, seine Abhängigkeit von ausländischen Halbleitertechnologien zu reduzieren – trotz wachsenden Drucks aus Washington.

Jede der drei neuen Produktionsstätten soll im Vollbetrieb eine Kapazität von 100.000 Wafern pro Monat erreichen. Damit würde YMTC seine Gesamtkapazität erheblich steigern: Derzeit betreibt das Unternehmen zwei Fabriken in Wuhan mit einer kombinierten Kapazität von 200.000 Wafern pro Monat. Mit den drei neuen Werken könnte sich die Kapazität langfristig auf bis zu 500.000 Wafer pro Monat erhöhen.

Drittes Werk kurz vor Inbetriebnahme

Das dritte Werk, das sich ebenfalls in Wuhan befindet, soll noch Ende dieses Jahres den Betrieb aufnehmen. Bis 2027 soll es eine Kapazität von 50.000 Wafern pro Monat erreichen. Das Gebäude ist bereits fertiggestellt, derzeit wird die Ausrüstung installiert. Bemerkenswert: Mehr als 50 Prozent der eingesetzten Maschinen und Werkzeuge stammen von chinesischen Inlandsunternehmen – darunter auch kritische Werkzeuge für die vertikale Stapelung von Chipschichten.

Seit das US-Handelsministerium YMTC im Dezember 2022 auf seine sogenannte „Entity List" gesetzt hat, hat das Unternehmen die Zusammenarbeit mit lokalen Zulieferern deutlich intensiviert. Zu diesen Partnern zählt unter anderem Advanced Micro-Fabrication Equipment (AMEC), ein chinesischer Hersteller von Chipfertigungsanlagen. Standorte und Zeitpläne für die beiden geplanten neuen Fabriken sind bislang nicht bekannt.

Marktanteil auf Augenhöhe mit Sandisk

YMTC wurde 2016 in Wuhan mit starker Unterstützung der lokalen Regierung und staatlich geförderter Chip-Investmentfonds gegründet. Das nicht börsennotierte Unternehmen hat in kurzer Zeit bemerkenswerte technologische Fortschritte erzielt. Analysten zufolge ist die neueste Xtacking-4.0-Architektur von YMTC technologisch auf Augenhöhe mit Produkten von Branchenführer Samsung Electronics.

Im vergangenen Jahr erzielte YMTC laut einem UBS-Bericht einen weltweiten NAND-Flash-Marktanteil von 11,8 Prozent. Damit liegt das Unternehmen gleichauf mit Sandisk und nicht weit hinter SK Hynix (16%), Kioxia (15,9%) und Micron (13,3%). Samsung dominiert den Markt mit einem Anteil von 30,4 Prozent. UBS prognostiziert, dass YMTCs Marktanteil bis Anfang 2027 die 14-Prozent-Marke überschreiten wird.

Expansion in den DRAM-Markt

Neben dem Kerngeschäft mit NAND-Flash-Speichern expandiert YMTC auch in den DRAM-Markt. DRAM-Chips werden für die temporäre Datenverarbeitung in elektronischen Geräten eingesetzt und gelten als strategisch wichtige Komponente. Alle drei neuen Werke sollen einen Teil ihrer Kapazität für die DRAM-Produktion bereitstellen, wobei der genaue Umfang von den Entwicklungsfortschritten abhängt.

YMTC hat bereits Proben von stromsparendem DRAM (LPDDR) an Kunden versandt und erwartet bis Ende des Jahres Rückmeldungen. Diese sollen in die weiteren Entscheidungen zur DRAM-Produktion einfließen. Die Expansionspläne fallen in eine Zeit zunehmender geopolitischer Spannungen: Eine parteiübergreifende Gruppe von US-Politikern schlug in diesem Monat vor, die Exportbeschränkungen für Chipfertigungswerkzeuge nach China weiter zu verschärfen. YMTC selbst reagierte auf eine Anfrage zur Stellungnahme nicht.

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