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ASML: Anleger setzen auf die Schaufeln der KI-Revolution

Vor den Q1-Zahlen am Mittwoch erwarten Investoren starke Ergebnisse und eine Anhebung der Jahresprognose für 2026.

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ASML: Anleger setzen auf die Schaufeln der KI-Revolution

Investoren des niederländischen Chipausrüsters ASML, dem wertvollsten börsennotierten Unternehmen Europas, blicken optimistisch auf die Quartalszahlen für das erste Quartal 2025. Die Bekanntgabe der Ergebnisse ist für Mittwoch geplant. Die boomende Nachfrage nach Chips für künstliche Intelligenz lässt die Auftragsbücher des Unternehmens prall gefüllt erscheinen.

Die ASML-Aktie hat in diesem Jahr bereits mehr als 40 Prozent zugelegt. Treiber sind der rasante Ausbau von Rechenzentren weltweit sowie die starke Nachfrage nach modernsten Chips von Kunden wie Nvidia, die auf ASMLs Fertigungswerkzeuge angewiesen sind. ASML liefert Lithografiesysteme an führende Chiphersteller wie die taiwanesische TSMC, die wiederum Prozessoren für Nvidia und Apple produziert.

Das Unternehmen nimmt dabei eine einzigartige Stellung in der globalen Halbleiterindustrie ein: ASML ist der einzige Hersteller von Systemen für die extrem ultraviolette Lithografie – kurz EUV. Diese Technologie ist für die Produktion der fortschrittlichsten KI-Chips schlicht unersetzlich. Kein anderer Anbieter weltweit beherrscht diese Fertigungstechnik.

Investoren sehen ASML als Infrastruktur der KI-Ära

„Wir investieren in die Schaufeln und Hacken der KI-Revolution", sagte Richard Carlyle, Equity Investment Director bei der Capital Group, deren Fonds etwas mehr als 3 Prozent der ASML-Aktien halten. Er erklärte, dass sein Unternehmen die Auslieferungsmengen von EUV-Systemen besonders genau beobachte. Das Bild der „Schaufeln und Pickel" ist dabei bewusst gewählt: Wie einst die Werkzeuglieferanten im Goldrausch profitierten, verdient ASML an der gesamten KI-Infrastruktur – unabhängig davon, welche Chipentwickler letztlich die Nase vorn haben.

Analysten erwarten für das erste Quartal einen Umsatz von rund 8,5 Milliarden Euro und sehen Spielraum für eine Anhebung der Jahresprognose für 2026. ASML selbst hatte für das erste Quartal einen Umsatzkorridor von 8,2 bis 8,9 Milliarden Euro in Aussicht gestellt, nach 7,7 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr peilt das Unternehmen 34 bis 39 Milliarden Euro an, verglichen mit 32,7 Milliarden Euro im Jahr 2024.

Mehrere Analysten erklärten gegenüber Reuters, dass sie ASML am oberen Ende dieser Spannen erwarten. Kunden beeilen sich demnach, zuvor bestellte Maschinen zu installieren oder bestehende Anlagen aufzurüsten. „Es ist kein Geheimnis, dass das Quartal stark ausfallen wird", sagte Morningstar-Analyst Javier Correonero. Er verwies auf jüngste Großaufträge: SK Hynix habe ASML-Werkzeuge im Wert von 8 Milliarden US-Dollar gekauft, Samsung habe Aufträge im Wert von rund 4 bis 5 Milliarden US-Dollar erteilt.

Prognoseanhebung und Fokus auf Lieferkapazitäten

ASML hat nach dem letzten Quartal die Berichterstattung über neue Auftragseingänge eingestellt. Das Unternehmen begründete dies damit, dass diese Zahlen an Ergebnistagen unnötige Kursschwankungen verursacht hätten. Analysten zufolge wird der Fokus nun stärker auf den eigenen Umsatzprognosen liegen – und diese könnten in die obere Hälfte der Spanne für 2026 angehoben werden.

Die längerfristigen Wachstumsannahmen von ASML sehen ein jährliches Umsatzwachstum von 6 bis 13 Prozent bis 2030 vor. Diese Planung basierte ursprünglich darauf, dass der globale Chipmarkt erst gegen Ende dieses Jahrzehnts die Marke von einer Billion US-Dollar Jahresumsatz erreichen würde. Die meisten Branchenexperten gehen inzwischen davon aus, dass dieser Meilenstein bereits in diesem Jahr überschritten wird – was ASMLs Wachstumsperspektiven weiter verbessert.

Neben den EUV-Systemen ist ASML auch ein bedeutender Lieferant von weniger fortschrittlichen Deep-Ultraviolet-Systemen, kurz DUV. In diesem Segment steht das Unternehmen im Wettbewerb mit dem japanischen Hersteller Nikon sowie dem chinesischen Anbieter SMEE. Bernstein-Analyst David Dai sieht gerade hier einen kritischen Punkt: „DUV ist meiner Meinung nach der größere Engpass." Die zentrale Frage sei, ob ASML mit der Nachfrage in beiden Produktlinien Schritt halten könne – der Bau einer einzelnen Maschine kann mehr als ein Jahr in Anspruch nehmen.

China bleibt ein Unsicherheitsfaktor

Eine wachsende Unsicherheit für ASML stellt China dar. Das Land erwirtschaftete im Jahr 2025 rund ein Drittel des Konzernumsatzes. Potenzielle neue Exportbeschränkungen könnten das Wachstum des Unternehmens erheblich bremsen. Die geopolitischen Spannungen zwischen den USA und China sowie mögliche neue US-Vorschriften zu Technologieexporten bleiben damit ein zentrales Risiko, das Anleger im Blick behalten müssen.

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