OpenAI-Investoren zweifeln an Bewertung von 852 Milliarden Dollar
Eigene Geldgeber hinterfragen OpenAIs Rekordwert angesichts eines Strategiewechsels hin zum Unternehmensmarkt.

Die Bewertung von OpenAI in Höhe von 852 Milliarden US-Dollar steht unter Beschuss – und zwar von den eigenen Investoren. Wie die Financial Times am Dienstag berichtete, äußern Geldgeber des KI-Unternehmens ernsthafte Zweifel an der Rekordbewertung, während OpenAI seinen strategischen Fokus verschiebt.
Konkret verlagert OpenAI seinen Schwerpunkt auf den Markt für Unternehmenskunden und tritt damit in direkten Wettbewerb mit dem Rivalen Anthropic. Dieser Strategiewechsel sorgt bei einigen Investoren für Unbehagen – und das zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.
Investoren sehen wachsende Konkurrenzrisiken
Einige OpenAI-Investoren erklärten gegenüber der FT, dass die strategischen Veränderungen das Unternehmen anfällig gegenüber Anthropic und einem wiedererstarkten Google machen könnten. Beide Wettbewerber gelten im Unternehmenskundengeschäft als starke Konkurrenten mit etablierten Strukturen und Kundenbeziehungen.
Die Kritik der Investoren wiegt umso schwerer, als OpenAI gleichzeitig Vorbereitungen für einen möglichen Börsengang noch in diesem Jahr treffen soll. Eine schwächelnde Bewertungsgrundlage kurz vor einem IPO könnte die Konditionen eines solchen Schritts erheblich beeinflussen.
Börsengang noch 2025 im Raum
Für deutsche Anleger und Beobachter des KI-Sektors ist der mögliche Börsengang von OpenAI ein viel beachtetes Ereignis. Das Unternehmen hinter dem bekannten Chatbot ChatGPT gilt als eines der wertvollsten nicht börsennotierten Technologieunternehmen der Welt. Eine Bewertung von 852 Milliarden Dollar würde OpenAI bei einem IPO in die Nähe der größten börsennotierten Konzerne weltweit katapultieren.
Reuters konnte den Bericht der Financial Times zunächst nicht unabhängig verifizieren. Die Meldung reiht sich jedoch in eine wachsende Debatte über die Nachhaltigkeit von KI-Bewertungen ein, die den gesamten Technologiesektor beschäftigt.
Die Entwicklungen rund um OpenAI fallen in ein insgesamt bewegtes Marktumfeld: Wall Street schloss zuletzt rund ein Prozent im Plus und machte damit alle Verluste seit Beginn des Iran-Konflikts wett. Auch asiatische Märkte wie der Nikkei und der KOSPI legten dank Gewinnen im Technologiesektor zu. Geopolitische Faktoren wie der Iran-Konflikt und die US-Blockade der Straße von Hormus bleiben dabei im Fokus der Märkte.
