Apple verschiebt KI-Siri wegen technischer Probleme
Zuverlässigkeit reicht laut Konzern nicht für einen Produktstart – kein neuer Termin genannt

Apple hat erstmals umfassender erläutert, warum sich die Einführung einer neuen Version seiner Sprachassistentin Siri mit Künstlicher Intelligenz verzögert. Wie Software-Chef Craig Federighi erklärte, habe es zwar bereits funktionsfähige Prototypen gegeben, doch habe man festgestellt, dass die Software nicht so zuverlässig funktioniere, wie es für ein Apple-Produkt erforderlich sei. Vor allem außerhalb standardisierter Anwendungsfälle habe Siri nicht die notwendige Stabilität gezeigt. Apple habe die ursprüngliche Einschätzung zur Marktreife revidieren müssen.
Im Rahmen der Entwicklerkonferenz WWDC betonte Federighi, dass es sich bei den Problemen nicht um das Fehlen funktionierender Technik handle, sondern um die Herausforderung, die Zuverlässigkeit auf ein angemessenes Niveau zu bringen. Das Unternehmen wolle erst dann einen Veröffentlichungstermin nennen, wenn die bestehenden Schwierigkeiten behoben seien. Einen konkreten neuen Zeitplan legte Apple nicht vor. Die Einführung der neuen Siri war ursprünglich im vergangenen Jahr angekündigt worden – mit dem Ziel, eine deutlich leistungsfähigere Assistenz zu bieten, die unter anderem auf persönliche Informationen zugreifen und App-übergreifend arbeiten kann.
Bereits zur WWDC 2024 hatte Apple die Vision einer KI-Siri präsentiert, die über weitreichende Funktionen verfügen soll. Im März dieses Jahres musste der Konzern jedoch mitteilen, dass sich die Einführung voraussichtlich bis ins kommende Jahr verzögern werde. Der Marketing-Chef Greg Jozwiak wies Berichte zurück, wonach es damals keine funktionierende Version gegeben habe. Vielmehr habe Apple sich bewusst dazu entschieden, mehr Zeit für die Qualitätsverbesserung einzuplanen. Diese Entscheidung würde er jederzeit erneut treffen, so Jozwiak.
Während Apple mit technischen Schwierigkeiten ringt, treiben andere Unternehmen die Integration von Künstlicher Intelligenz in ihre Systeme zügig voran. So setzt Google verstärkt auf seine KI-Plattform Gemini, die tief in Android-Geräte eingebettet werden soll. Auch Konkurrenten wie OpenAI mit ChatGPT oder Amazon mit Alexa arbeiten an der Weiterentwicklung ihrer Systeme. Im Vergleich dazu wirkt die klassische Siri-Technologie inzwischen überholt.
Apple hatte seine KI-Initiative im vergangenen Jahr unter dem Begriff „Apple Intelligence“ gebündelt. Neben der geplanten neuen Siri umfasst das Angebot Funktionen wie Textumformulierung, Textzusammenfassungen sowie die Erstellung von Emojis auf Basis von Nutzerbeschreibungen. Siri soll in diesem Ökosystem eine zentrale Rolle spielen, bleibt vorerst aber hinter den Erwartungen zurück.
