SAP startet zentrale Plattform für KI-Lösungen
Joule wird allgegenwärtig – Perplexity ergänzt mit Echtzeit-Suche über externe Daten

SAP bündelt seine bestehenden Lösungen für künstliche Intelligenz in einer neuen Plattform namens SAP AI Foundation. Der deutsche Softwarekonzern will damit künstliche Intelligenz zu einem festen Bestandteil jeder SAP-Anwendung machen. Diese neue Umgebung wird als eine Art Betriebssystem für sämtliche KI-Angebote von SAP positioniert. Dazu gehört auch der KI-Assistent Joule, der künftig umfassend integriert und in sämtlichen SAP- sowie Nicht-SAP-Systemen verfügbar sein soll. Der Assistent soll Nutzer durch ihren Arbeitsalltag begleiten, Informationen bereitstellen und Prozesse optimieren.
Joule wurde Ende 2023 eingeführt und soll nun über alle Unternehmensbereiche hinweg nutzbar sein. Anwender können den Assistenten etwa direkt aus dem Browser heraus nutzen, um Informationen aus verschiedenen Datenquellen miteinander zu verknüpfen. Ein Beispiel: Liest ein Nutzer eine Nachricht über neue Logistiktarife, kann er die Textpassage markieren und Joule fragen, welche Auswirkungen diese Änderung auf sein Unternehmen hat. Der Assistent analysiert daraufhin interne SAP-Daten ebenso wie externe Informationen, um konkrete Auswirkungen auf Lieferketten oder Preisstrukturen zu berechnen.
Im Zuge dieser Entwicklung geht SAP eine neue Partnerschaft mit dem amerikanischen Start-up Perplexity ein. Perplexity bietet eine KI-Suchmaschine, die Informationen aus verschiedenen Quellen in Echtzeit aggregiert und aufbereitet. Gemeinsam mit SAP soll daraus eine sogenannte Business-Answer-Machine entstehen, die sowohl SAP-interne als auch externe Daten auswertet und nutzbare Erkenntnisse für Unternehmen bereitstellt. Ziel ist es, geschäftsrelevante Fragen schneller und präziser zu beantworten.
Nach Angaben von SAP nutzen bereits über 34.000 Kunden das KI-Portfolio des Unternehmens. Unter dem Namen Business AI bündelt SAP derzeit mehr als 230 vorgefertigte Szenarien, die sich direkt in den Arbeitsalltag integrieren lassen. Bis Ende des Jahres soll diese Zahl auf über 400 steigen. Dabei gehe es laut SAP nicht nur um die reine Anzahl, sondern vor allem um den konkreten Nutzen für die Anwender. SAP verspricht durch die Integration von KI-Lösungen einen Produktivitätszuwachs von bis zu 30 Prozent. Das Unternehmen sieht sich damit gut aufgestellt, um das Potenzial von KI in der Geschäftswelt umfassend zu erschließen.
