Apple kürzt Komponenten-Bestellungen für iPhone 18 Pro wegen schwacher Nachfrage
Nikkei Asia berichtet von Kürzungen der Oktober-Aufträge um 15 bis 20 Prozent – Preiserhöhungen und Speicherchip-Knappheit dämpfen die Nachfrage.

Apple hat einige seiner Lieferanten angewiesen, die Produktion von Komponenten für die kürzlich eingeführten iPhone-18-Pro- und Pro-Max-Modelle zu reduzieren. Das berichtete Nikkei Asia am Freitag unter Berufung auf mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen. Der Technologieriese habe seit Anfang September bei den Lieferungen zurückhaltender agiert.
Konkret seien die Komponentenaufträge für Oktober um 15 bis 20 Prozent gegenüber den ursprünglich erwarteten Mengen gekürzt worden, so Nikkei. Die Kürzungen erfolgten vor dem Hintergrund einer schwächeren als erwarteten Marktnachfrage nach der neuen iPhone-Serie. Stark steigende Preise für Speicherchips und Komponenten hätten Preiserhöhungen erzwungen und die Konsumentennachfrage gedämpft, heißt es in dem Bericht.
Allerdings könnte die schwächere Nachfrage nach Komponenten auch dadurch getrieben sein, dass Apple seinen Launch-Zeitplan für die 18er-Serie geändert hat. Das Unternehmen hatte die Premium-Linie – bestehend aus iPhone 18 Pro, Pro Max und dem iPhone Duo – bereits im September vorgestellt. Die Basisversion des iPhone 18 sowie ein aktualisiertes iPhone Air sollen Anfang 2027 folgen. Das Basismodell iPhone erfreute sich im vergangenen Jahr mit der iPhone-17-Serie zunehmender Beliebtheit und könnte dem Unternehmen zusätzliche Umsätze bringen.
Die Details
Im Zentrum des Berichts stehen die konkreten Auftragskürzungen. Betroffen sind die Komponenten für die beiden Premium-Modelle iPhone 18 Pro und iPhone 18 Pro Max, die Apple erst im September vorgestellt hat. Die Anweisung an die Lieferanten, die Produktion zurückzufahren, erging laut Nikkei Asia vor dem Hintergrund einer Nachfrage, die hinter den Erwartungen zurückbleibt.
Die Auftragskürzungen belaufen sich auf 15 bis 20 Prozent für den Monat Oktober, gemessen an den ursprünglich erwarteten Mengen. Schon seit Anfang September habe Apple bei den Lieferungen zurückhaltender agiert, berichtet die Nachrichtenagentur. Damit reagiert der Konzern auf eine Entwicklung, die sich bereits vor dem offiziellen Verkaufsstart abgezeichnet hatte.
Als eine der Hauptursachen nennt der Bericht die stark gestiegenen Preise für Speicherchips und andere Komponenten. Diese Kostensteigerungen hätten Apple zu Preiserhöhungen gezwungen, was wiederum die Konsumentennachfrage dämpfte. Der Nikkei-Bericht hob in diesem Zusammenhang die wachsenden Gegenwindkräfte hervor, denen Hersteller von Unterhaltungselektronik gegenüberstehen, während sie mit steigenden Komponentenkosten kämpfen.
Ein zweiter Erklärungsansatz betrifft den geänderten Zeitplan. Weil Apple die Premium-Linie bereits im September auf den Markt brachte und die Basisversion des iPhone 18 sowie ein aktualisiertes iPhone Air erst Anfang 2027 folgen sollen, könnte sich die Nachfrage über einen längeren Zeitraum verteilen. Das Basismodell hatte sich zuletzt mit der iPhone-17-Serie zunehmender Beliebtheit erfreut.
Hintergrund: Was bisher geschah
Die aktuellen Kürzungen sind Teil einer Entwicklung, die sich über Monate abgezeichnet hat. Bereits am 27.06.2026 berichtete aktien.news, dass die Apple-Aktie nachgab, nachdem der Konzern Preiserhöhungen für mehrere seiner beliebten Produkte angekündigt hatte. Hintergrund waren rasant steigende Kosten für Speicherchips und Speichermedien, die Apples Margen unter Druck setzten. Der Speicherhersteller Micron hatte am Mittwoch zuvor glänzende Quartalsergebnisse gemeldet, wobei sich der Umsatz mehr als vervierfachte.
Am 16.09.2026 berichtete aktien.news, dass die Apple-Aktie fiel, nachdem Berichte über enttäuschende Vorbestellungen für das neue iPhone 18 Pro die Runde machten. Der Analyst Jeff Pu von GF Securities sprach in einem Beitrag auf der Plattform X von „durchaus verhaltenen" Vorbestelldaten für die neuen Premium-Smartphones. Als Ursachen nannte Pu begrenzte Funktionsupgrades sowie höhere Preise.
Am selben Tag folgte ein weiterer Bericht: Weniger als eine Woche nach der Vorstellung des ersten iPhones unter CEO John Ternus und der Markteinführung des ersten faltbaren Smartphones von Apple zeichneten sich erste Probleme ab. Das iPhone 18 Pro kostet 1.199 US-Dollar, das Pro Max schlägt mit 1.299 US-Dollar zu Buche. Mit John Ternus, der Anfang des Monats die Führung von Apple übernommen hatte, stand das Unternehmen vor einer Bewährungsprobe.
Ein Gegenakzent kam am 30.09.2026: Der Absatz der iPhone-18-Pro-Serie in China stieg in der ersten Verkaufswoche um 12 Prozent im Jahresvergleich. Das ging aus einem Bericht des Marktforschungsinstituts Counterpoint Research hervor. In Woche 38, die den Zeitraum vom 14. bis 20. September abdeckte, erreichte Apple einen Anteil von 33 Prozent am chinesischen Smartphone-Absatz – obwohl die iPhone-18-Pro-Serie erst in den letzten drei Tagen dieser Woche erhältlich war.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger, die in Apple investiert sind oder ein Investment erwägen, liefert der Nikkei-Bericht mehrere Anhaltspunkte. Erstens zeigt die Auftragskürzung, dass die Nachfrage nach den teuren Premium-Modellen schwächer ausfällt als ursprünglich geplant. Zweitens wird deutlich, dass die Ursachen nicht allein in der Nachfrage der Endkunden liegen: Die durch die KI-Nachfrage angeheizten Speicherchip-Preise treffen Apple als einen der weltgrößten Abnehmer von Speicherkomponenten direkt.
Drittens ist die Lage nicht einseitig negativ. Der starke Absatz in China und die anhaltende Beliebtheit des Basismodells zeigen, dass Apple in einzelnen Märkten und Segmenten weiterhin zulegen kann. Anleger sollten die Auftragskürzungen daher im Kontext des gesamten Produktzyklus betrachten, zu dem auch das Basismodell iPhone 18 und das aktualisierte iPhone Air gehören, die erst Anfang 2027 erscheinen sollen.
Ausblick
Der Nikkei-Bericht verweist auf jüngste Äußerungen des Speicherchip-Riesen Micron. Diese deuteten darauf hin, dass die Knappheit bei Speicher- und Elektronikkomponenten voraussichtlich noch bis weit ins Jahr 2027 anhalten wird. Für Apple bedeutet das anhaltenden Kostendruck auf der Beschaffungsseite.
Auf der Produktseite stehen die Basisversion des iPhone 18 sowie ein aktualisiertes iPhone Air auf dem Plan, die Anfang 2027 folgen sollen. Ob die Premium-Linie ihre Nachfrageschwäche überwinden kann, hängt auch davon ab, wie sich die Preise für Speicherchips und Komponenten weiterentwickeln.
Kurz erklärt
- Speicherchip: Ein Halbleiterbaustein, der in Smartphones und Computern Daten speichert und dessen Preise stark von Angebot und Nachfrage abhängen.
- Vorbestellung: Eine Bestellung von Kunden vor dem offiziellen Verkaufsstart eines Produkts, die als Frühindikator für die Nachfrage gilt.
- Marktanteil: Der prozentuale Anteil eines Unternehmens am gesamten Absatz oder Umsatz eines Marktes in einem bestimmten Zeitraum.
