Apple erhöht MacBook-Preise: M5-Chips und KI-Strategie im Fokus
Mit neuen MacBook Pro- und Air-Modellen setzt Apple auf M5-Chips, höhere Preise und eine klare Ausrichtung auf KI-Aufgaben.

Apple hat am Dienstag die umfassendste Aktualisierung seiner Mac-Produktlinie seit mehr als einem Jahr präsentiert. Neue MacBook Pro- und MacBook Air-Modelle mit M5-Chips sowie eine überarbeitete Studio Display-Familie stehen im Mittelpunkt der Ankündigungen. Der Konzern positioniert die neuen Geräte klar als Plattform für lokale KI-Anwendungen.
Die Neuvorstellungen kommen zu einem kritischen Zeitpunkt: Im Weihnachtsquartal sank der Mac-Umsatz um fast 7 Prozent auf 8,39 Milliarden US-Dollar – deutlich unter den Analystenerwartungen von rund 9 Milliarden Dollar. Apple setzt nun darauf, Nutzer älterer Intel-Macs sowie früher M-Serie-Geräte zum Upgrade zu bewegen.
Höhere Preise, mehr Speicher
Die neuen Modelle sind spürbar teurer als ihre Vorgänger. Das MacBook Air startet nun bei 1.099 US-Dollar für das 13-Zoll-Modell (zuvor 999 Dollar) und bei 1.299 Dollar für das 15-Zoll-Modell (zuvor 1.199 Dollar). Apple verdoppelt dafür den Basisspeicher auf 512 GB.
Noch deutlicher fällt der Preisanstieg beim MacBook Pro aus: Das 14-Zoll-Modell mit M5 Pro kostet nun 2.199 Dollar, das 16-Zoll-Modell mit M5 Max startet bei 3.899 Dollar – jeweils 400 Dollar mehr als bisher. Als Ausgleich erhöht Apple den Einstiegsspeicher: M5 Pro-Modelle starten bei 1 TB, M5 Max-Modelle bei 2 TB. Hintergrund der Preiserhöhungen ist ein knappes Angebot an Speicherkomponenten, da Zulieferer den lukrativeren Markt für KI-Rechenzentren bevorzugen.
KI-Performance als zentrales Verkaufsargument
Das wichtigste Argument für die neuen Modelle ist die Leistungssteigerung bei KI-Aufgaben. Laut Apple verarbeitet das neue MacBook Pro Prompts für große Sprachmodelle (LLMs) fast viermal schneller als vergleichbare M4-Rechner und bis zu achtmal schneller als M1-Modelle – bei unveränderter Akkulaufzeit.
Diese Leistung ist zentral für Apples Strategie, den Mac als glaubwürdige Plattform für lokale KI-Anwendungen zu etablieren. Gerade für Unternehmen, die sensible Daten nicht auf Cloud-Servern verarbeiten wollen, wird die On-Device-KI zunehmend attraktiv.
Daneben aktualisiert Apple sein Display-Angebot grundlegend. Das veraltete Pro Display XDR wird durch eine neue, zweistufige Studio Display-Familie ersetzt. Das Basismodell startet bei 1.599 Dollar, das hochwertigere Studio Display XDR bei 3.299 Dollar – mit Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung, höherer Helligkeit und schnellerer Bildwiederholrate.
Die Ankündigungen vom Dienstag markieren eine klare Abkehr von den preisbewussteren Produkten des Vortages, zu denen eine aktualisierte Version des günstigen iPhones gehörte. Apples übergeordnete Strategie bleibt jedoch klar: Das Premium-Segment stärken und gleichzeitig Erstkäufer, Windows-Wechsler und iPhone-Nutzer ohne Mac ansprechen. Sollte Apple am Mittwoch zudem ein günstigeres MacBook vorstellen, wäre die Erweiterung der Produktpalette in beide Richtungen komplett.
