Apollo kauft fast 10 Prozent an Mubadala Capital
Der US-Investitionsriese steigt beim Alternativen-Verwalter des Abu-Dhabi-Staatsfonds ein – Details bleiben zunächst offen.

Der US-Investitionsriese Apollo Global Management arbeitet an einem Deal, um einen nahezu 10-prozentigen Anteil an Mubadala Capital zu erwerben. Das berichten mit der Angelegenheit vertraute Personen, die unter der Auflage der Anonymität sprachen. Die Transaktion wurde bislang nicht öffentlich bekannt gegeben. Mubadala Capital ist die Tochtergesellschaft für alternative Vermögensverwaltung des abudhabischen Staatsinvestors Mubadala Investment Company.
Nach Angaben der mit der Sache vertrauten Personen wird die Transaktion am frühen Montagvormittag erwartet. Die finanziellen Details waren zunächst nicht bekannt. Beide Unternehmen lehnten eine Kommentierung des Vorgangs ab. Damit bleibt offen, welchen Preis Apollo für den Anteil zahlt und wie die Beteiligung konkret ausgestaltet wird.
Mubadala Capital gibt an, mehr als 755 Milliarden US-Dollar zu verwalten, zu beraten und zu administrieren. Die vollständig im Eigentum befindlichen Kerngeschäfte im Bereich Alternative Vermögen verfügen demnach über mehr als 60 Milliarden US-Dollar und investieren diese Summe. Damit zählt die Gesellschaft zu den größten Akteuren der Region.
Die Details
Im Zentrum der Transaktion steht die Verbindung zwischen zwei der einflussreichsten Spieler im Geschäft mit alternativen Anlagen. Auf Seiten von Mubadala Capital verantwortet CEO Hani Barhoush die Wachstumsstrategie des Hauses. Bei Apollo ist John Zito als Co-Präsident der Asset-Management-Sparte tätig. Beide Manager haben in den vergangenen Jahren eng zusammengearbeitet.
Laut den Quellen führten ihre enge Beziehung sowie der Erfolg früherer gemeinsamer Projekte zu den Gesprächen über eine Vertiefung der Bindungen. Auch die Überzeugung, dass Skaleneffekte im Vermögensverwaltungsgeschäft wichtiger denn je sind, spielte dabei eine Rolle. „Kapital als Schutzmauer ist ein großes Thema“, sagte eine mit dem Deal vertraute Person.
Mubadala Capital unterhält internationale Büros in London, New York, Rio de Janeiro und San Francisco. Die geplante Beteiligung Apollos ähnelt strukturell Deals, die das Unternehmen bereits mit anderen Vermögensverwaltungsplattformen abgeschlossen hat. Dazu zählen nach Angaben aus dem Umfeld der Transaktion unter anderem Diameter Capital, Thoreau und Motive Partners.
Für Mubadala Capital treibt der Deal die Wachstumsstrategie unter der Leitung von CEO Hani Barhoush weiter voran und stärkt die Relevanz des Hauses auf der globalen Investitionsbühne. Zudem markiert er einen Wendepunkt für das Kerngeschäft im Bereich Alternative Vermögen, das auf mehr als 60 Milliarden US-Dollar angewachsen ist.
Hintergrund: Was bisher geschah
Die Verbindung zwischen Apollo und dem Abu-Dhabi-Staatsinvestor ist nicht neu. Apollo verfügt bereits über eine multibillionenschwere Partnerschaft mit der Mubadala Investment Company, die erstmals 2022 gegründet und vor zwei Jahren verlängert wurde. Zum Zeitpunkt dieser Verlängerung erklärte Apollo, die Vereinbarung stärke die Plattform für Kapitallösungen (Capital Solutions) des Unternehmens. Sie ermögliche es, gemeinsam maßgeschneiderte Schulden- und Eigenkapitalfinanzierungen für Unternehmen weltweit zu akquirieren und bereitzustellen.
Im Jahr 2023 gründeten die Institutionen zudem ein 2,5 Milliarden US-Dollar schweres Joint Venture. Dieses wurde speziell dafür konzipiert, über einen Zeitraum von fünf Jahren gemeinsam in globale Private-Credit-Chancen zu investieren.
Auch abseits des Nahen Ostens war Apollo zuletzt aktiv. Bereits am 09.02.2026 berichtete aktien.news, dass der US-Vermögensverwalter laut einem Bericht von „The Information“ kurz vor dem Abschluss einer 3,4 Milliarden Dollar schweren Finanzierung für KI-Chips zugunsten von Elon Musks Unternehmen xAI stand. Die Investition wäre die zweite bedeutende Investition in eine Zweckgesellschaft gewesen, die Chips an xAI vermietet.
Am 11.05.2026 meldete aktien.news, dass Apollo Gespräche über den Verkauf seiner börsennotierten Business Development Company (BDC) MidCap Financial Investment (MFIC) mit Fokus auf Privatkredite führt. Das Wall Street Journal berichtete unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen, Apollo bewerte den Fonds und dessen Portfolio mit rund 3 Milliarden US-Dollar. Die Gespräche befanden sich demnach noch in einem frühen Stadium, eine Garantie für einen Abschluss gab es nicht.
Am 11.08.2026 berichtete aktien.news zudem, dass Apollo den Eigentümern der New York Yankees eine Finanzierung in Höhe von 2,6 Milliarden US-Dollar bereitstellt. Es handelte sich um die bislang größte Investition des Unternehmens im US-Sport. Die Finanzierung kam aus der Sparte für Sportinvestitionen und setzte sich aus einer Kombination aus Fremd- und Eigenkapital zusammen.
Was das für Anleger bedeutet
Der Deal ist aus mehreren Gründen von Bedeutung. Er treibt Apollos Ambitionen in Abu Dhabi voran, das oft als „Hauptstadt des Kapitals“ bezeichnet wird. Das Unternehmen hat in den vergangenen 15 Jahren wichtige strategische Beziehungen sowohl zur Investitionsschiene des Landes als auch zu dessen zentraler Führungsebene aufgebaut.
Bemerkenswert ist vor allem die Richtung des Kapitalflusses. Während die Region und insbesondere Abu Dhabi seit Langem eine begehrte Quelle für Kapital darstellten, kehrt dieser Deal die Dynamik weiter um. Apollo tätigt eine bedeutende Direktinvestition in das Land und seine Investitionsvision – ein Muster, das sich in den vergangenen Jahren auch bei anderen US-Finanzinvestoren beobachten ließ.
Für deutsche Privatanleger ist der Vorgang vor allem als Signal zu lesen: Große alternative Vermögensverwalter setzen zunehmend auf Skaleneffekte und strategische Beteiligungen, um im Wettbewerb um institutionelles Kapital zu bestehen. Apollo baut damit sein Netzwerk im Nahen Osten weiter aus, einem der wichtigsten Kapitalgeber für Private Markets weltweit. Eine direkte Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.
Ausblick
Die Transaktion wird am frühen Montagvormittag erwartet, wie die mit der Angelegenheit vertrauten Personen erklärten. Die finanziellen Details waren zunächst nicht bekannt. Ob und wann weitere Einzelheiten veröffentlicht werden, ist offen – beide Unternehmen lehnten eine Kommentierung ab.
Kurz erklärt
- Alternative Vermögensverwaltung: Verwaltung von Anlageklassen außerhalb traditioneller Aktien und Anleihen, etwa Private Equity, Immobilien oder Infrastruktur.
- Staatsfonds: Staatlich kontrollierter Investmentfonds, der überschüssige Devisenreserven oder Rohstoffeinnahmen eines Landes anlegt.
- Private Credit: Außerbörsliche Kreditvergabe an Unternehmen durch spezialisierte Fonds statt über klassische Banken.
- Joint Venture: Gemeinschaftsunternehmen, das zwei oder mehr Partner für ein bestimmtes Geschäftsfeld gründen.
- Business Development Company: In den USA regulierte Investmentgesellschaft, die Kapital an kleine und mittelständische Unternehmen vergibt.
