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ANZ-Chef warnt vor KI-Risiken und schließt Stellenabbau nicht aus

Nuno Matos sieht unvorhersehbare Gefahren durch künstliche Intelligenz und mögliche Jobverluste bei der Bank.

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ANZ-Chef warnt vor KI-Risiken und schließt Stellenabbau nicht aus

Nuno Matos, CEO der ANZ Group Holdings Ltd., hat eindringlich vor den unvorhersehbaren Risiken der künstlichen Intelligenz (KI) gewarnt. Auf dem Australian Financial Review Asia Summit in Sydney erklärte der Bankchef, dass die Gefahren der Technologie schneller wüchsen als von den Entwicklern selbst erwartet. Gleichzeitig schloss Matos nicht aus, dass die Implementierung von KI bei der australischen Großbank zu einem umfangreichen Stellenabbau führen könnte.

"In diesem Stadium entstehen Risiken in einem viel höheren Tempo, als sich das die eigenen Entwickler und Ersteller vorgestellt hatten", sagte Matos am Dienstag. Er bezog sich dabei auf jüngste Warnungen von Elon Musk (SpaceX), Dario Amodei (Anthropic) und Sam Altman (OpenAI). Die drei führenden KI-Experten hatten in den vergangenen Tagen vor den Risiken einer rasanten KI-Entwicklung gewarnt und eine Verlangsamung des Modellentwicklungsprozesses vorgeschlagen. Diese Äußerungen wiederum hatten Kritik von US-Präsident Donald Trump ausgelöst.

KI zwischen Hoffnung und Gefahr

Matos zeigte sich ambivalent: "Wir alle hatten den Traum, dass die KI unser Leben verbessern, unsere Kapazitäten und Fähigkeiten steigern und Heilmittel für viele Krankheiten finden würde – und das ist auch zutreffend." Ohne "ausreichende Schutzmechanismen und Grenzen" werde die Technologie jedoch zu gefährlichen Ergebnissen führen. "Sie wird Infrastruktur angreifen", warnte der Bankchef.

Besonders besorgt zeigte sich Matos über die potenziell destabilisierende Wirkung der KI auf die Gesellschaft, falls es zu massiven Arbeitsplatzverlusten kommt. Die in Melbourne ansässige Bank beschäftigt rund 40.000 Mitarbeiter. Auf die Frage nach möglichen Stellenstreichungen bei ANZ antwortete Matos: "Ich weiß es nicht, und ich denke, wer etwas Bestimmtes behauptet, lügt Sie an – man weiß es einfach nicht. Niemand weiß es."

Westpac sieht Chancen statt Risiken

Eine deutlich optimistischere Sichtweise präsentierte am selben Tag der Rivale Westpac Banking Corp. Andrew McMullan, Chief Data, Digital and AI Officer bei Westpac, teilte Investoren mit, dass die Technologie den Mitarbeitern Zeit zurückgebe. Fünf KI-Agenten, die in den Bereichen Hypotheken und Konsumentenkredite eingesetzt werden, sollen schätzungsweise 250.000 manuelle Aktivitäten eliminieren.

Laut einer Präsentation von McMullan sollen dadurch jährlich etwa 150.000 Stunden Bankkapazität freigesetzt werden. Die Bank beziffert den jährlichen Nutzen durch die Automatisierung von Gehaltsabrechnungs- und Kontoauszugsprüfungen bei Hypotheken auf rund 100.000 Stunden und im Bereich der Konsumentenkredite auf etwa 50.000 Stunden.

Die unterschiedlichen Positionen der beiden großen australischen Banken zeigen, wie kontrovers das Thema KI in der Finanzbranche diskutiert wird. Während Westpac vor allem die Effizienzgewinne betont, warnt ANZ-Chef Matos vor den gesellschaftlichen Verwerfungen, die mit der Technologie einhergehen könnten.

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