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Anthropic spricht mit Trump-Administration über KI-Modell Mythos

Trotz laufendem Pentagon-Vertragsstreit sucht Anthropic den Dialog mit der US-Regierung über sein neuestes KI-Flaggschiff-Modell.

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Anthropic spricht mit Trump-Administration über KI-Modell Mythos

Anthropic führt aktive Gespräche mit der Trump-Administration über sein hochmodernes KI-Modell Mythos. Das gab Mitbegründer Jack Clark am Montag auf der Veranstaltung „Semafor World Economy" in Washington bekannt. Die Gespräche finden statt, obwohl das Unternehmen derzeit in einen Vertragsstreit mit dem US-Verteidigungsministerium verwickelt ist.

Das Pentagon hatte Anthropic im März als Risiko für die Lieferkette eingestuft und die Nutzung der KI-Tools durch die Behörde sowie deren Vertragspartner untersagt. Im Mittelpunkt des Streits stehen Unstimmigkeiten über Sicherheitsvorkehrungen für militärische Anwendungen der KI-Werkzeuge von Anthropic. Im vergangenen Monat hatte das Pentagon die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen daraufhin offiziell eingestellt.

Nationale Sicherheit als Priorität

Clark betonte jedoch, dass der Vertragsstreit die grundsätzliche Haltung des Unternehmens zur nationalen Sicherheit nicht beeinflussen solle. „Wir haben einen begrenzten Vertragsstreit, aber ich möchte nicht, dass dieser der Tatsache im Wege steht, dass uns die nationale Sicherheit sehr am Herzen liegt", sagte Clark auf der Veranstaltung. Er unterstrich damit den Willen des Unternehmens, trotz der laufenden Auseinandersetzung den Kontakt zur Regierung aufrechtzuerhalten.

„Unsere Position ist, dass die Regierung über diese Entwicklungen informiert sein muss", so Clark weiter. „Also ja, absolut, wir sprechen mit ihnen über Mythos, und wir werden auch über die künftigen Modelle sprechen." Welche Behörden konkret an den Diskussionen beteiligt sind und welcher Natur die Gespräche sind, bleibt bislang unklar.

Mythos: Anthropics leistungsfähigstes Modell

Anthropic hatte das Modell Mythos am 7. April vorgestellt. Das Unternehmen bezeichnete es als sein leistungsfähigstes Modell für Programmierarbeiten und agentenbasierte Aufgaben. Agentenbasierte KI-Systeme sind in der Lage, eigenständig komplexe Aufgaben zu planen und auszuführen – ein Bereich, der für militärische und sicherheitsrelevante Anwendungen zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Der Fall Anthropic verdeutlicht die wachsende Spannung zwischen dem rasanten Fortschritt privater KI-Unternehmen und den Anforderungen staatlicher Stellen an Sicherheit und Kontrolle. Für deutsche Beobachter ist die Entwicklung besonders relevant, da sie zeigt, wie eng die Verflechtung zwischen führenden KI-Anbietern und staatlichen Sicherheitsbehörden in den USA bereits ist. Anthropic gehört neben OpenAI und Google DeepMind zu den weltweit führenden Entwicklern sogenannter Frontier-KI-Modelle – also Systemen an der absoluten Leistungsgrenze des technisch Machbaren.

Die Bereitschaft von Anthropic, trotz des laufenden Streits den Dialog mit der Regierung zu suchen, signalisiert, dass das Unternehmen langfristig an einer Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen interessiert ist. Wie sich der Vertragskonflikt mit dem Pentagon letztlich auflösen wird, bleibt abzuwarten.

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