Anleihen werfen wieder Renditen ab: Strategien für sicheres Einkommen
US-Staatsanleihen rentieren nahe Mehrjahreshöchstständen. Anleger entdecken festverzinsliche Strategien für den Ruhestand neu.

Die Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen notieren nahe ihren Mehrjahreshöchstständen. Angesichts dieser Entwicklung überdenken einige Anleger ihre Portfoliostrategien. Finanzberater berichten von einem wachsenden Interesse an Anleihen – vor allem bei Investoren, die im Ruhestand ein festes Einkommen absichern möchten.
Der Hintergrund ist eine Entwicklung, die sich über Jahre aufgebaut hat: In den vergangenen fünf Jahren sind die Renditen von Staatsanleihen mit Laufzeiten von fünf Jahren und länger stetig von ihren Tiefstständen während der Pandemie gestiegen. In den vergangenen Wochen haben sie die Marke von 5 Prozent überschritten.
Auch kürzere Laufzeiten werfen inzwischen nennenswerte Erträge ab. Der einjährige Schatzwechsel (BX: TMUBMUSD01Y) wies bis zum frühen Mittwochnachmittag eine Rendite von 4,55 Prozent auf. Der dreijährige Schatz (BX: TMUBMUSD03Y) kam auf 4,99 Prozent.
Auffällig ist das Verhältnis zwischen den Laufzeiten: Während die Renditen am langen Ende zuletzt die 5-Prozent-Marke übertrafen, liegen die Werte für ein- und dreijährige Papiere nur knapp darunter. Damit rücken für Anleger auch kürzere Laufzeiten in den Fokus, wenn sie ihr Cash verzinslich anlegen wollen.
Anleihen als Baustein für festes Einkommen
Anleihen funktionieren grundsätzlich anders als Aktien: Käufer erhalten regelmäßige Zinszahlungen und am Ende der Laufzeit ihr eingesetztes Kapital zurück, sofern der Schuldner seinen Verpflichtungen nachkommt. US-Staatsanleihen gelten dabei als eine der sichersten Anlageklassen überhaupt, weil der US-Staat als Schuldner traditionell als besonders zahlungsfähig angesehen wird.
Für Anleger, die auf planbare Erträge angewiesen sind, ist genau diese Kombination attraktiv. Feste Zinszahlungen lassen sich leichter kalkulieren als variable Erträge. Finanzberater verzeichnen laut dem Bericht ein wachsendes Interesse – ein Signal dafür, dass festverzinsliche Strategien nach Jahren niedriger Zinsen wieder in den Mittelpunkt rücken.
Was Anleger beachten sollten
Wer sein Cash in Anleihen parkt, muss die Laufzeit im Blick behalten. Kurze Laufzeiten bieten aktuell Renditen von 4,55 bis 4,99 Prozent, Papiere mit Laufzeiten von fünf Jahren und mehr liegen über der Marke von 5 Prozent. Der Unterschied ist für die Strategie entscheidend.
Wer in lang laufende Papiere investiert, bindet sein Kapital für einen längeren Zeitraum und ist in dieser Zeit Zinsänderungsrisiken ausgesetzt. Kurze Laufzeiten wiederum bieten weniger Zins, dafür mehr Flexibilität bei der Wiederanlage. Diese Abwägung zwischen Laufzeit, Rendite und Flexibilität ist der Kern jeder Anleihestrategie.
Die aktuellen Renditeniveaus sind für deutsche Privatanleger vor allem deshalb interessant, weil sie einen Vergleichsmaßstab für die Verzinsung von Cash-Beständen darstellen. Nach Jahren mit sehr niedrigen Zinsen an den internationalen Rentenmärkten sind die Erträge wieder deutlich sichtbar.
Für den Ruhestand gilt: Wer einen Teil seines Vermögens in festverzinsliche Papiere umschichtet, tauscht einen Teil seiner Renditechancen gegen größere Planbarkeit ein. Die konkrete Aufteilung hängt von der persönlichen Situation ab.
Die Zahlen stammen aus einem Bericht von MarketWatch. Wie sich die Renditen weiterentwickeln, bleibt offen – die Quelle nennt dazu keine Prognose.
