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Amazon-Gewinnvorschau: Warum Wall Street auf das Cloud-Wachstum setzt

Der Technologieriese legt am Donnerstag Zahlen für das dritte Quartal vor. Analysten erwarten 1,97 Dollar Gewinn je Aktie.

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Amazon-Gewinnvorschau: Warum Wall Street auf das Cloud-Wachstum setzt

Amazon legt am späten Donnerstag seine Ergebnisse für das dritte Quartal vor. Für die Aktie des Technologieriesen (AMZN) ist der Bericht ein wichtiger Prüfstein: Das Papier erholt sich noch von einem Verkaufsschub, der Cloud-Hyperscaler in der vergangenen Woche erfasst hatte. Im Fokus der Anleger stehen die Pläne von Amazon für Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) sowie die Frage, wie erfolgreich das Unternehmen diese Ausgaben in Wachstum ummünzen kann.

Die von FactSet befragten Analysten prognostizieren für das im September endende Quartal bereinigte Gewinne von 1,97 Dollar je Aktie. Diese Zahl bildet die Messlatte, an der sich der Bericht messen lassen muss. Der bereinigte Gewinn je Aktie ist eine Kennzahl, die Sonderposten ausklammert und damit den operativen Ertrag eines Konzerns stärker in den Vordergrund rückt.

Der Begriff Hyperscaler bezeichnet die großen Anbieter von Cloud-Infrastruktur, die ihre Rechenzentren in massivem Umfang ausbauen. Der jüngste Verkaufsschub in dieser Gruppe zeigt, wie sensibel der Markt derzeit auf Nachrichten aus dem Cloud- und KI-Geschäft reagiert. Für Amazon, dessen Cloud-Sparte zu den größten Profittreibern des Konzerns zählt, ist die Stimmung in diesem Segment daher besonders relevant.

KI-Investitionen als Gradmesser

Die zentrale Frage für die Anleger lautet: Zahlt sich der hohe Kapitaleinsatz in KI aus? Amazon hat erheblich in Rechenzentren, Chips und KI-Infrastruktur investiert. Nun erwarten Investoren Belege dafür, dass diese Ausgaben in zusätzliche Erlöse und Gewinne münden. Der Quartalsbericht liefert dafür den nächsten Datenpunkt.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung von Bedeutung, weil Amazon zu den schwersten Gewichten an den US-Indizes zählt und damit auch die Stimmung an den europäischen Märkten beeinflussen kann. Zudem gilt das Cloud-Geschäft als Indikator für die allgemeine Nachfrage nach KI-Diensten, von der auch europäische Zulieferer und Softwareanbieter profitieren können.

Worauf Anleger achten sollten

  • Die tatsächlichen bereinigten Gewinne im Vergleich zur Analystenprognose von 1,97 Dollar je Aktie
  • Aussagen des Managements zu den laufenden KI-Investitionen
  • Hinweise darauf, ob sich diese Investitionen in Wachstum niederschlagen
  • Die Reaktion der Aktie vor dem Hintergrund des jüngsten Verkaufsschubs bei Cloud-Hyperscalern

Der Bericht fällt in eine Phase, in der der Markt die Bewertung von Technologiewerten besonders genau prüft. Nach dem Verkaufsschub bei Cloud-Hyperscalern in der vergangenen Woche dürfte jede Aussage zur künftigen Investitions- und Wachstumsdynamik unmittelbare Kursreaktionen auslösen. Amazon steht damit vor einem Bericht, der über die kurzfristige Stimmung an den Technologiemärkten mitentscheiden kann.

Da Amazon erst am späten Donnerstag berichtet, wird die vollständige Reaktion der Anleger erst am folgenden Handelstag sichtbar. Für Privatanleger lohnt sich daher ein Blick auf die Details: Entscheidend ist weniger die reine Gewinnzahl als vielmehr die Frage, ob das Unternehmen den Spagat zwischen hohen KI-Ausgaben und steigendem Cloud-Wachstum überzeugend darstellen kann.

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