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Altersvorsorge in der Krise: Weniger Geld für den Ruhestand

Inflation zwingt viele Deutsche, ihre Sparpläne drastisch zu reduzieren

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Altersvorsorge in der Krise: Weniger Geld für den Ruhestand

In Zeiten steigender Inflation sehen sich immer mehr Menschen in Deutschland gezwungen, ihre Ausgaben zu reduzieren, was auch die private Altersvorsorge betrifft. Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag der Axa-Versicherung investieren 37 Prozent der Befragten aufgrund der gestiegenen Preise weniger in ihre Altersvorsorge. Dies stellt einen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr dar, als dieser Wert noch bei 32 Prozent lag. Trotz eines Rückgangs der Inflationsrate bleiben die Preise weiterhin hoch, was dazu führt, dass die realen Einkommen vieler Verbraucher sinken. Dies hat zur Folge, dass immer mehr Menschen Schwierigkeiten haben, ausreichend für das Alter vorzusorgen.

Besonders besorgniserregend ist, dass 14 Prozent der Befragten angaben, derzeit weniger als 100 Euro pro Monat für ihre Altersvorsorge zurückzulegen, während nur 11 Prozent monatlich mehr als 400 Euro sparen können. Dies spiegelt die wachsende Unsicherheit wider, ob die gesetzliche Rente im Alter ausreichen wird, um den Lebensstandard zu sichern. Vier von fünf Befragten äußerten, dass sie sich nicht allein auf die gesetzliche Rente verlassen wollen.

Auch die Lebensversicherer in Deutschland spüren die Auswirkungen dieser Entwicklung. Der Branchenverband GDV prognostiziert für dieses Jahr einen Rückgang der Beiträge und sieht die Gefahr, dass sich dieser Trend im nächsten Jahr fortsetzen könnte. Besonders betroffen ist das Geschäft mit Lebensversicherungen gegen Einmalbeitrag, bei denen Kunden eine hohe Summe zu Beginn einzahlen und dafür eine verzinste Rendite erhalten. Der GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen betont, dass die schwache Entwicklung der Einmalbeiträge das Geschäft erheblich belastet.

Ein weiterer Faktor, der die Altersvorsorge beeinflusst, ist die geplante Anhebung des Höchstrechnungszinses in der Kapitallebensversicherung von 0,25 Prozent auf 1 Prozent ab dem kommenden Jahr. Dies könnte dazu führen, dass potenzielle Neukunden abwarten, bis bessere Konditionen verfügbar sind, was den aktuellen Rückgang bei den Beiträgen noch verstärkt. Einige Versicherer wie Ergo versuchen, dem entgegenzuwirken, indem sie Neukunden eine nachträgliche Anhebung des Zinssatzes versprechen, wenn sie in diesem Jahr noch eine Lebensversicherung abschließen.

Besonders Frauen sind von der Situation betroffen. Über die Hälfte der erwerbsfähigen Frauen würde gern mehr für die Altersvorsorge tun, sieht sich aber finanziell nicht in der Lage dazu. Auch haben deutlich mehr Frauen als Männer Angst vor Altersarmut. Experten wie Stefanie Kühn und Michael Huber betonen die Wichtigkeit, auch mit kleinen Beträgen langfristig in die Altersvorsorge zu investieren, um den Lebensstandard im Ruhestand zu sichern.

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