Aktien vor der Börse: Neogen, Flutter und Constellation im Fokus
Neogen und Penguin Solutions legen vorbörslich deutlich zu, Constellation Brands rutscht ab. Flutter steigt nach Citi-Hochstufung, Micron unter Druck.

An der Wall Street sorgen mehrere Einzelwerte vor dem offiziellen Handelsbeginn für Aufmerksamkeit. Zu den auffälligsten Bewegungen zählen ein Lebensmittelsicherheitskonzern mit angehobener Prognose, ein Anbieter von KI-Rechenzentren sowie ein Getränkeriese mit durchwachsenen Quartalszahlen.
Neogen Corp legte vorbörslich um 11 Prozent zu. Der Lebensmittelsicherheitskonzern hatte seine Guidance für das Geschäftsjahr angehoben. Neogen erwartet nun einen Umsatz zwischen 885 und 890 Millionen US-Dollar. Zuvor lag die Prognose bei 880 bis 885 Millionen Dollar, während die Konsensschätzung von FactSet 883,2 Millionen Dollar betrug.
Penguin Solutions stieg um mehr als 4 Prozent. Der Anbieter von Plattformen für KI-Rechenzentren übertraf mit seinen Ergebnissen für das vierte Quartal die Erwartungen der Analysten deutlich. Der bereinigte Gewinn lag bei 1 US-Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 566,7 Millionen Dollar. Von FactSet befragte Analysten hatten lediglich einen Gewinn von 77 Cent je Aktie und einen Umsatz von 521 Millionen Dollar erwartet.
Constellation Brands enttäuscht trotz besserer Zahlen
Deutlich negativ entwickelte sich dagegen Constellation Brands. Die Aktie fiel um 5 Prozent, obwohl das Unternehmen für sein zweites Quartal im laufenden Geschäftsjahr bessere Ergebnisse als erwartet meldete. Der Biervertrieb erzielte einen Gewinn von 3,74 US-Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 2,63 Milliarden Dollar. Analysten hatten einen Gewinn von 3,56 Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 2,54 Milliarden Dollar erwartet.
Der Kursrückgang dürfte sich mit der Profitabilität des Biersegments erklären. Die operativen Margen im Biersegment gingen im Jahresvergleich um 160 Basispunkte zurück. Ein Basispunkt entspricht dabei einem Hundertstel Prozentpunkt. Auch die Depletions, eine wichtige Kennzahl zur Messung der Nachfrage, gingen leicht gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurück. Beide Entwicklungen scheinen die Anleger stärker zu gewichten als die übertroffenen Gewinn- und Umsatzerwartungen.
Flutter Entertainment stieg nahezu um 3 Prozent. Das Mutterunternehmen von FanDuel profitierte von einer Aufwertung durch die Analysten von Citi, die die Aktie von „Neutral“ auf „Kaufen“ hochstuften. „Wir glauben, dass die jüngste Schwäche des Aktienkurses aufgrund von Bedenken bezüglich Brasilien und der US-Sportergebnisse im September übertrieben war“, so die Analysten von Citi. Die Hochstufung gab dem zuletzt schwächelnden Titel damit neuen Auftrieb.
Micron fiel am Mittwochmorgen um 2,6 Prozent. Der Speicherchip-Hersteller war eingebettet in eine allgemein schwächere Entwicklung der Halbleitergruppe. Das Unternehmen kommt nach drei aufeinanderfolgenden Verlustsitzungen. Zusätzlich belastend wirkt ein Arbeitskonflikt: Eine Gewerkschaft, die die Mitarbeiter an den Standorten von Micron in Taoyuan in Taiwan vertritt, hat erklärt, die Zustimmung ihrer Mitglieder für einen Streik erhalten zu haben. Hintergrund ist ein Streit über das Bonusprogramm von Micron.
Was bedeutet das für deutsche Anleger?
Für deutsche Anleger sind die vorbörslichen Bewegungen vor allem als Stimmungsbarometer für den US-Handel interessant. Die genannten Unternehmen sind an US-Börsen gelistet und damit für Investoren mit international ausgerichteten Depots relevant. Besonders lehrreich ist der Fall Constellation Brands: Er zeigt, dass ein übertroffener Gewinn allein nicht genügt, wenn operative Kennzahlen wie Margen und Nachfrageindikatoren nachgeben.
Die einzelnen Bewegungen lassen sich in drei Kategorien einordnen. Zu den klaren Gewinnern zählen Neogen und Penguin Solutions, die mit angehobenen Prognosen beziehungsweise starken Quartalszahlen überzeugten. Bei Flutter war es weniger das Zahlenwerk als eine Analysten-Hochstufung, die den Kurs antrieb. Auf der Verliererseite stehen Constellation Brands und Micron, wobei bei Micron neben der allgemeinen Branchenschwäche auch der Arbeitskonflikt eine Rolle spielt.
Die Zusammenstellung der Vorbörsenbewegungen stammt von CNBC. Beiträge lieferten Darla Mercado, Sarah Min und Fred Imbert.
