1% Krypto im Portfolio: Was Charles Schwab Anlegern rät
Selbst eine minimale Krypto-Allokation kann das Risiko-Rendite-Profil eines Portfolios dramatisch verändern – mit weitreichenden Konsequenzen.

Wer in Kryptowährungen investiert, denkt meist zuerst an mögliche Gewinne. Doch Charles Schwab, eines der größten Finanzdienstleistungsunternehmen der USA, warnt in einem aktuellen Bericht: Bereits eine Allokation von nur 1% in Kryptowährungen kann die Gesamtperformance eines Portfolios überproportional stark beeinflussen. Das Unternehmen, das selbst kurz vor dem Start seines eigenen Krypto-Angebots namens Schwab Crypto™ steht, rät Anlegern daher zu einem bewussten Umgang mit der Anlageklasse.
Der Grund liegt in der extremen Volatilität von Kryptowährungen. Viele Anleger gehen davon aus, dass ein Vermögenswert, der 1% des Portfolios ausmacht, auch nur 1% des Gesamtrisikos trägt. Diese Annahme ist laut Charles Schwab jedoch ein gefährlicher Irrtum. Kryptowährungen wie Bitcoin können innerhalb kürzester Zeit 50% oder mehr ihres Wertes verlieren – und das mit einer Geschwindigkeit, die bei klassischen Anlageklassen kaum vorkommt.
Bitcoin ist das bekannteste Beispiel für diese extreme Kursdynamik. In seiner 16-jährigen Geschichte hat der Bitcoin-Kurs wiederholt massive Einbrüche erlebt. Im Jahr 2018 verlor Bitcoin 74% seines Wertes, bevor er sich erholte. Zuletzt fiel der Preis innerhalb von sechs Monaten um fast 45%. Da Kryptowährungen weltweit rund um die Uhr gehandelt werden, können solche Verluste buchstäblich über Nacht eintreten.
Vorsicht vor unterschätztem Portfoliorisiko
Besonders aufschlussreich ist ein Beispiel aus dem Dezember 2024: Der Vermögensverwalter BlackRock stellte fest, dass Bitcoin bei einer Allokation von lediglich 4% im Portfolio bereits 14% des gesamten Portfoliorisikos ausmachte. Das zeigt, wie stark Kryptowährungen das Risikoprofil eines Portfolios verzerren können – weit über ihren eigentlichen Anteil hinaus.
Charles Schwab und BlackRock sind sich einig: Für die meisten Anleger liegt die sinnvolle Krypto-Allokation zwischen 1% und 5%. BlackRock empfahl im Dezember 2024 speziell für klassische 60/40-Anleger – also jene, die 60% in Aktien und 40% in Anleihen investieren – eine Spanne von 1% bis 2%. Wer mehr als 5% seines Portfolios in Kryptowährungen hält, geht laut Schwab ein erheblich erhöhtes Risiko ein.
Die Empfehlung von Charles Schwab richtet sich dabei nach dem individuellen Risikoprofil des Anlegers. Risikoaverse Investoren, die lediglich etwas zusätzliches Aufwärtspotenzial suchen, fahren mit einer Allokation von 1% am besten. Risikofreudigere Anleger können bis zu 5% in Betracht ziehen. Für manche Anleger kann es jedoch auch sinnvoll sein, Kryptowährungen gänzlich zu meiden.
Der „Goldlöckchen-Bereich" für Krypto-Investments
Charles Schwab beschreibt den Bereich zwischen 1% und 5% als eine Art „Goldlöckchen-Zone": nicht zu viel, nicht zu wenig. Wer Krypto als kleine Beimischung betrachtet – ähnlich einer Prise Gewürz in einem Gericht –, kann von möglichen Kursgewinnen profitieren, ohne das Gesamtportfolio zu gefährden. Zu viel davon hingegen kann das gesamte Depot aus dem Gleichgewicht bringen.
Wichtig ist dabei: Anders als Aktien können Kryptowährungen vollständig wertlos werden. Das gilt insbesondere für spekulative Meme-Coins und andere hochriskante digitale Währungen. Der Großteil eines gut aufgestellten Portfolios sollte daher weiterhin aus Qualitätsaktien und Indexfonds bestehen, die langfristig gehalten werden können.
Die zentrale Botschaft von Charles Schwab lautet: Kryptowährungen sind deutlich volatiler als andere Anlageklassen. Wer sich für eine Allokation von mehr als 1% entscheidet, muss die Auswirkungen auf das gesamte Risiko-Rendite-Profil seines Portfolios genau verstehen und bewusst abwägen.
