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XRP: Wann Anleger die Kryptowährung kaufen sollten

XRP verlor über 60% seit seinem Mehrjahreshoch – eine entscheidende Partnerschaft könnte die Erholung einleiten.

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XRP: Wann Anleger die Kryptowährung kaufen sollten

XRP, die native Kryptowährung des XRP Ledger, erreichte im vergangenen Juli ein Mehrjahreshoch von 3,65 US-Dollar. Heute notiert der Token bei rund 1,40 US-Dollar – ein Rückgang von mehr als 60%. Für viele Anleger mag das wie eine attraktive Einstiegsgelegenheit wirken. Doch Experten warnen: Ohne einen entscheidenden Katalysator bleibt ein nachhaltiger Aufschwung fraglich.

Der starke Kursanstieg im vergangenen Jahr war auf drei wesentliche Faktoren zurückzuführen. Erstens endete der langjährige Rechtsstreit zwischen der US-Börsenaufsicht SEC und Ripple – dem Fintech-Unternehmen hinter XRP – mit einer geringer als erwarteten Geldstrafe. Die SEC hatte Ripple 2020 beschuldigt, XRP als nicht lizenzierte Wertpapiere verkauft zu haben. Mit dem Ende des Verfahrens listeten große Kryptobörsen XRP wieder. Zweitens genehmigte die SEC die ersten Spot-ETFs auf XRP, was institutionellen und privaten Anlegern den Zugang ohne eigene Krypto-Wallet erleichtert. Drittens erteilte das Office of the Comptroller of the Currency (OCC) Ripple eine bedingte Genehmigung für eine US-Banklizenz.

Warum verlor XRP seinen Schwung?

Nach der Rallye erkannten Anleger, dass kurzfristige Katalysatoren weitgehend ausgeschöpft waren. Gleichzeitig häufen sich strukturelle Herausforderungen. Ein zentrales Problem ist der Aufstieg von Stablecoins – an den US-Dollar gekoppelte Kryptowährungen – als Brückenwährung für Blockchain-basierte Transaktionen. Ripple selbst brachte Ende 2024 seinen eigenen Stablecoin namens Ripple USD (RLUSD) auf den Markt, der denselben Zweck erfüllt wie XRP, jedoch deutlich stabiler ist.

Da Ripple USD den US-Dollar konsistent abbildet, bietet er eine verlässlichere Grundlage für die Abwicklung von Fiat-Transaktionen als das volatile XRP. Während XRP weiterhin als Brücken-Token für dezentrale und grenzenlose Transaktionen dienen könnte, gewinnt Ripple USD für stabile Fiat-Transaktionen zunehmend an Bedeutung. Hinzu kommen makroökonomische Belastungen wie erhöhte Zinssätze und geopolitische Konflikte, die Anleger von kleineren Altcoins wie XRP fernhalten.

XRP leidet zudem unter einem Bewertungsproblem: Es kann nicht wie Bitcoin über seine Knappheit bewertet werden, da Bitcoin aktiv gemined wird und ein festes Angebot hat. Und anders als Ethereum verfügt der XRP Ledger nicht über ein natives Ökosystem für Smart Contracts, die zur Entwicklung dezentraler Anwendungen und Token genutzt werden.

Der entscheidende Katalysator für XRP

Der eine Faktor, der XRP zu einem überzeugenden Kauf machen würde, ist eine klare Partnerschaft mit einer Tier-1-Bank oder einem großen Zahlungsnetzwerk. Bislang beschränken sich die Kooperationen auf Pilotprogramme mit asiatischen Banken in Japan und Südostasien. Immerhin zeigt ein japanisches Pilotprogramm vielversprechende Ergebnisse: Grenzüberschreitende Transaktionen über XRP kosten demnach 60% weniger als herkömmliche SWIFT-Überweisungen.

Japan spielt für XRP eine besondere Rolle. Japanische Anleger investierten zwischen Juli 2024 und Juni 2025 insgesamt 21,7 Milliarden US-Dollar in XRP – damit ist Japan der größte nationale Markt für die Kryptowährung. Sollten Japans führende Banken XRP offiziell als Infrastruktur für grenzüberschreitende Überweisungen einführen, könnte das eine Signalwirkung für andere Länder haben.

In den USA könnte der sogenannte CLARITY Act zusätzlichen Rückenwind liefern. Das Gesetz, das bereits das Repräsentantenhaus passiert hat und derzeit im Senat debattiert wird, könnte US-Finanzinstituten erlauben, XRP als Brückenwährung für internationale Überweisungen einzusetzen. In diesem Szenario könnte sich XRP als bevorzugte Brückenwährung für Länder etablieren, die nicht vom US-Dollar abhängig sind – während Ripple USD gleichzeitig für dollarnahe Transaktionen an Bedeutung gewinnt.

Solange jedoch keine konkrete, skalierbare Partnerschaft mit einem bedeutenden Finanzinstitut zustande kommt, bleibt die Grundlage für eine langfristige Erholung von XRP schwach. Die existenziellen Herausforderungen sind real, und ohne frische Katalysatoren dürfte es schwerfallen, neue Käufer zu überzeugen.

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