Zcash-Prognose: Erreicht ZEC bis 2031 die 10.000-Dollar-Marke?
Ein Analyst prognostiziert für Zcash einen Kursanstieg auf 10.000 Dollar bis 2031 – und nennt konkrete Bedingungen dafür.

Eine ambitionierte Prognose macht derzeit in der Krypto-Welt die Runde: Zcash (ZEC) könnte bis zum Jahr 2031 einen Preis von rund 10.000 US-Dollar pro Coin erreichen. Derzeit notiert die Kryptowährung bei knapp über 1.200 US-Dollar. Das entspräche einer Vervielfachung des aktuellen Kurses um mehr als das Achtfache – und würde eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) von 50 Prozent über fünf aufeinanderfolgende Jahre erfordern.
Zur Einordnung: Zcash legte laut dem US-Finanzportal Motley Fool in den vergangenen fünf Jahren mit einer CAGR von 63 Prozent sogar noch schneller zu. Der Coin stieg von 45 US-Dollar im September 2025 auf fast 700 US-Dollar im darauffolgenden November und hat seitdem um mehr als 70 Prozent zugelegt. Die Prognose klingt gewagt – ist aber nicht ohne Grundlage.
Die Details
Das Angebot von Zcash ist auf maximal 21 Millionen Coins begrenzt – identisch mit Bitcoin. Auch das Halving-Modell ist vergleichbar: Die sogenannten Block-Belohnungen, also die neu geschürften Coins, die an die Miner des Netzwerks ausgezahlt werden, werden alle vier Jahre halbiert. Das nächste Halving wird für November 2028 erwartet.
Laut dem Krypto-Dienstleister Bitcoin Suisse erreichte der Bitcoin-Preis nach jedem seiner Halvings zwischen 2012 und 2020 etwa 12 bis 18 Monate später seinen Höchststand. Sollte dieses Muster auch für Zcash gelten, könnte der nächste große Kursanstieg in den Jahren 2029 oder 2030 erfolgen. Nach den Halvings Ende 2020 und Ende 2024 verzeichnete der ZEC-Kurs in den darauffolgenden sechs bis zwölf Monaten deutliche Zuwächse.
Bis Ende 2031 werden laut der Analyse etwa 19,3 Millionen Coins im Umlauf sein. Bei einem Preis von 10.000 US-Dollar pro Coin würde dies einer Marktkapitalisierung von rund 193 Milliarden US-Dollar entsprechen. Zum Vergleich: Diese Größenordnung entspräche in etwa der heutigen Marktkapitalisierung etablierter Großkonzerne.
Ein weiterer zentraler Faktor ist die Datenschutztechnologie von Zcash. Laut ZecStats befanden sich am 7. Oktober 2026 etwa 4,9 Millionen Coins – das entspricht 29 Prozent des umlaufenden Angebots – in den sogenannten „Shielded Pools" des Netzwerks. Diese verbergen Transaktionsdetails und sind das Kernmerkmal, das Zcash von anderen Kryptowährungen unterscheidet. Wächst der Anteil der in diesen Pools gehaltenen Coins weiter, wäre dies ein Indikator für die aktive Nutzung der Datenschutztechnologie.
Derzeit wird ein Vorschlag namens ZIP 226 geprüft, der bei einer Umsetzung die technischen Grundlagen für ein breiteres On-Chain-Ökosystem schaffen würde. Konkret geht es darum, Mechanismen zur Speicherung verschiedener Kryptowährungen – insbesondere Stablecoins und tokenisierter Vermögenswerte – auf der Zcash-Chain zu ermöglichen, ähnlich wie es Ethereum oder Solana bereits tun. Aktuell verfügt Zcash nicht über solche Mechanismen. Die Implementierung ist für das Netzwerk-Update nach dem für den 5. November geplanten Termin vorgesehen, sofern der Vorschlag angenommen wird.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 27. September 2026 berichtete aktien.news, dass Zcash im Jahresverlauf um 217 Prozent zugelegt hatte – und damit Bitcoin deutlich hinter sich ließ, der im selben Zeitraum von seinen Sommertiefs um rund 40 Prozent gestiegen war. In den vorangegangenen 30 Tagen hatte ZEC sogar um 90 Prozent zugelegt. Der Artikel wies jedoch auch darauf hin, dass Zcash über den Großteil seines Bestehens seit dem Start im Oktober 2016 flach gelaufen war.
Ebenfalls am 27. September 2026 analysierte aktien.news im Rahmen eines Motley-Fool-Berichts mehrere Kryptowährungen mit Potenzial, darunter Zcash, Hyperliquid, NEAR Protocol und Venice. Alle vier wurden als besonders schnell wachsende Projekte eingestuft, die Bitcoin in einem Fünf-Jahres-Zeitraum überholen könnten.
Am 1. Juni 2026 berichtete aktien.news über eine Einschätzung von Barry Silbert, Gründer der Digital Currency Group und Muttergesellschaft des Krypto-Vermögensverwalters Grayscale. Silbert hatte am 24. Mai auf X erklärt, dass die „Ära der Privatsphäre" bei Kryptowährungen begonnen habe. Grayscale hatte zu diesem Zeitpunkt bei der US-Börsenaufsicht SEC die Umwandlung seines Zcash-Trusts in den ersten US-amerikanischen Spot-ETF für einen Privacy Coin beantragt – ein Schritt, der institutionellen und privaten Anlegern einen regulierten Zugang ermöglichen würde.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist Zcash eine Kryptowährung mit einem klar definierten Alleinstellungsmerkmal: dem Datenschutz. Während Bitcoin-Transaktionen grundsätzlich öffentlich nachvollziehbar sind, ermöglicht Zcash durch seine Shielded-Pool-Technologie echte finanzielle Privatsphäre. Dieser Aspekt gewinnt laut mehreren Beobachtern an Bedeutung – sowohl für Privatpersonen als auch für institutionelle Akteure.
Die Prognose von 10.000 US-Dollar bis 2031 stammt von einem Analysten, der nach eigenen Angaben selbst Zcash besitzt und plant, in den kommenden Jahren regelmäßig kleine Beträge zu kaufen. Anleger sollten dies bei der Einordnung der Prognose berücksichtigen. Gleichzeitig stützt sich die Analyse auf nachvollziehbare Mechanismen: das Halving-Modell, die wachsende Nutzung der Datenschutzfunktionen und die mögliche technologische Erweiterung durch ZIP 226.
Kryptowährungen wie Zcash unterliegen erheblichen Kursschwankungen und regulatorischen Risiken. Privacy Coins stehen in einigen Ländern unter besonderem regulatorischen Druck, da ihre Anonymisierungsfunktionen von Behörden kritisch bewertet werden. Dies ist ein Risikofaktor, den Anleger kennen sollten.
Ausblick
Mehrere konkrete Ereignisse könnten den Kurs von Zcash in den kommenden Jahren beeinflussen. Das nächste Halving ist für November 2028 geplant. Basierend auf historischen Bitcoin-Mustern könnte ein daraus resultierender Kursanstieg in den Jahren 2029 oder 2030 eintreten.
Kurzfristig steht die Entscheidung über den Vorschlag ZIP 226 an. Bei Annahme soll die Implementierung im Netzwerk-Update nach dem 5. November erfolgen. Wird ZIP 226 umgesetzt, könnten Stablecoins und tokenisierte Vermögenswerte auf der Zcash-Chain gehalten werden – ein Schritt, der laut der Analyse einen positiven Kreislauf aus wachsender Nachfrage und erweitertem Angebot auslösen könnte.
Kurz erklärt
- Halving: Periodische Halbierung der neu ausgeschütteten Coins im Rahmen des Mining-Prozesses, die das Angebot einer Kryptowährung künstlich begrenzt.
- Shielded Pool: Ein spezieller Bereich im Zcash-Netzwerk, in dem Transaktionsdetails wie Sender, Empfänger und Betrag verschlüsselt und damit für Außenstehende nicht einsehbar sind.
- CAGR: Abkürzung für „Compound Annual Growth Rate", die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate über einen bestimmten Zeitraum.
