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Cramer: Hardware schlägt Software – und das bleibt so

Jim Cramer erklärt die wachsende Kluft zwischen Hardware- und Software-Aktien und warnt: Der Trend könnte noch lange anhalten.

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Cramer: Hardware schlägt Software – und das bleibt so

Jim Cramer, bekannter Moderator der CNBC-Sendung „Mad Money", hat am Donnerstag die auffällige Divergenz innerhalb des Technologiesektors analysiert. Während Hardware-Werte deutlich zulegen konnten, gerieten Software-Aktien massiv unter Druck. Cramer machte deutlich, dass dieser Zustand kein kurzfristiges Phänomen ist – und Anleger sich besser daran gewöhnen sollten.

Die Kluft zwischen Hardware und Software war laut Cramer bereits eines der dominierenden Marktthemen im Jahr 2026, bevor am 28. Februar der Iran-Krieg ausbrach. Nun, während der Konflikt in einem „fragilen Waffenstillstand" pausiert, sei der Trade „Hardware kaufen, Software verkaufen" mit voller Kraft zurückgekehrt. Der geopolitische Hintergrund hat den Markt in den vergangenen fünf Wochen stark bewegt – doch am Donnerstag stand wieder die Sektordivergenz im Vordergrund.

Software-Titel unter starkem Verkaufsdruck

Die Verluste im Software-Bereich waren am Donnerstag deutlich spürbar. Salesforce verlor knapp 3 Prozent, Adobe büßte rund 4 Prozent ein. Besonders aussagekräftig war laut Cramer der Rückgang des IGV Software ETF um mehr als 4 Prozent während der Handelssitzung. „Dieser ETF ist das wichtigste Instrument, mit dem große Institutionen auf oder gegen Software wetten", erklärte Cramer.

Die Schwäche des ETF hat dabei auch Folgewirkungen auf Aktien, die nicht im klassischen Sinne als Software-Unternehmen gelten. So müssen etwa Cybersicherheitstitel Verluste hinnehmen, nur weil sie im Fonds enthalten sind. Ein eindrückliches Beispiel lieferte CrowdStrike, das am Donnerstag um satte 7,5 Prozent einbrach – trotz seines Fokus auf IT-Sicherheit statt klassische Unternehmenssoftware.

Hardware und KI-Infrastruktur als klare Gewinner

Auf der Gewinnerseite stehen Unternehmen, die von der massiven Expansion bei Rechenzentren und KI-Infrastruktur profitieren. Cramer hob hervor, dass genau jene Firmen „abräumen", die den Aufbau dieser Infrastruktur technologisch unterstützen. Die Halbleiterwerte Marvell Technology und Intel legten beide um knapp 5 Prozent zu. Corning, ein Hersteller von Materialien für Rechenzentren, stieg um 2,85 Prozent.

Der Trend spiegelt eine fundamentale Verschiebung in der Investorenlogik wider: Während Software-Unternehmen auf Kundenwachstum und Lizenzumsätze angewiesen sind, profitieren Hardware-Zulieferer direkt vom Boom der KI-Investitionen großer Technologiekonzerne. Rechenzentren, Glasfaserkabel und Halbleiter sind die physische Grundlage des KI-Zeitalters – und genau das honoriert der Markt derzeit.

Cramers Fazit: Gewöhnt euch daran

Mit Blick auf die weitere Entwicklung zeigte sich Cramer wenig optimistisch für eine baldige Trendwende zugunsten von Software. „Vielleicht kehren wir morgen zum weltweiten Narrativ zurück, sei es Krieg oder Frieden im Nahen Osten", räumte er ein. Doch für den Moment sei die Botschaft klar.

Cramer fasste es in einem markanten Vergleich zusammen: „Aber für den Moment ist es einfach ein weiterer Tag, an dem die Hardware die Software erschlug, wie Kain den Abel erschlug, und ich kann nur sagen: Gewöhnen Sie sich daran." Für deutsche Privatanleger, die in US-Technologiewerte investiert sind, bedeutet das: Die Sektorauswahl innerhalb von Tech ist derzeit entscheidender denn je. Wer auf breite Tech-ETFs setzt, sollte die unterschiedliche Gewichtung von Hardware- und Software-Titeln im Blick behalten.

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