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Yindjibarndi erstreiten 150 Millionen Dollar Rekordentschädigung gegen Fortescue

Ein australisches Gericht verurteilte Milliardär Andrew Forrests Bergbaukonzern Fortescue zur höchsten je zugesprochenen Native-Title-Entschädigung.

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Yindjibarndi erstreiten 150 Millionen Dollar Rekordentschädigung gegen Fortescue

Den indigenen traditionellen Landeigentümern Australiens wurde eine Rekordentschädigung in Höhe von 150,1 Millionen Australischen Dollar (umgerechnet rund 108,3 Millionen US-Dollar bzw. 79,9 Millionen Britische Pfund) zugesprochen. Ein australisches Bundesgericht entschied, dass Andrew Forrests Bergbauunternehmen Fortescue ohne Erlaubnis auf dem Land des Volkes der Yindjibarndi im Nordwesten Australiens Bergbau betrieben hat. Das Urteil markiert die höchste jemals in Australien zugesprochene Entschädigung im Bereich der indigenen Landrechte, dem sogenannten „Native Title".

Der Rechtsstreit zwischen den Yindjibarndi und Fortescue zieht sich bereits seit dem Jahr 2013 hin. Seitdem haben die Minen des Unternehmens durch den Abbau von Eisenerz auf dem betroffenen Land im abgelegenen Nordwesten Australiens Umsätze in zweistelliger Milliardenhöhe generiert. Andrew Forrest gilt als einer der bekanntesten und reichsten Milliardäre Australiens.

Die Forderungen der Yindjibarndi

Die Yindjibarndi-Gruppe hatte ursprünglich eine weitaus höhere Entschädigung von 1,8 Milliarden Australischen Dollar gefordert. Diese Summe sollte laut ihrer Argumentation 1 Prozent des Gewinns aus dem Produktionswert der Minen abdecken. Darüber hinaus forderten sie eine Entschädigung für den Verlust von rund 250 Kulturstätten sowie für die Beeinträchtigung ihrer kulturellen Verbindung zum Land.

Bundesrichter Stephen Burley erkannte in seinem Urteil an, dass die Yindjibarndi eine „tiefe und instinktive Verbindung" zu ihrem Land besitzen, die alle Aspekte ihres Lebens beeinflusst. Auf dieser Grundlage sprach er der Gemeinschaft die Rekordentschädigung gegen Fortescue zu. Das Urteil beendet damit einen jahrelangen und zermürbenden Rechtsstreit für das indigene Volk.

Bedeutung für indigene Landrechte in Australien

Das sogenannte „Native Title"-Recht ist in Australien ein komplexes und politisch sensibles Thema. Es regelt die Anerkennung der traditionellen Landrechte der Aborigines und Torres-Strait-Insulaner, die vor der europäischen Besiedlung bestanden. Entschädigungsverfahren dieser Art sind selten und langwierig, weshalb das vorliegende Urteil als wegweisend gilt.

Für deutsche Anleger und Beobachter ist der Fall auch aus unternehmerischer Perspektive relevant: Fortescue ist eines der größten Eisenerzbergbauunternehmen der Welt und an der australischen Börse notiert. Rechtliche Risiken im Zusammenhang mit indigenen Landrechten können erhebliche finanzielle Auswirkungen auf Bergbaukonzerne haben. Das Urteil dürfte die Branche dazu veranlassen, die Einhaltung von Native-Title-Rechten künftig noch sorgfältiger zu prüfen.

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