LVMH-Erbe Alexandre Arnault in den Nike-Aufsichtsrat berufen
Nike holt Sohn von Bernard Arnault in den Verwaltungsrat – Signal für neue Strategie.

Nike hat Alexandre Arnault in den Aufsichtsrat berufen. Der 34-jährige Erbe des Luxusimperiums LVMH zieht damit in die Führungsspitze des weltweit größten Sportbekleidungsunternehmens ein. Arnault ist stellvertretender CEO der Sparte Moët Hennessy für Weine und Spirituosen von LVMH und Sohn des milliardenschweren LVMH-Chefs Bernard Arnault.
Die Berufung erfolgt in einer schwierigen Phase für Nike. Der Konzern hatte zuletzt mit Umsatzschwierigkeiten zu kämpfen, nachdem er Marktanteile eingebüßt hatte. Grund dafür war unter anderem eine zu starke Konzentration auf ältere Designs sowie ein direkter Marketing-Ansatz zum Endverbraucher, der dazu führte, dass Regalflächen bei Schuhhändlern freigegeben werden mussten. Die Nike-Aktie steht auf dem niedrigsten Stand seit einem Dutzend Jahren.
Neue Impulse für den Turnaround
CEO Elliott Hill versucht, das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen. Die Ernennung von Alexandre Arnault könnte dabei neue Impulse liefern. „Alexandre hat sich einen Ruf dafür erworben, ikonische globale Marken dabei zu helfen, sich in einem sich wandelnden, komplexen Marktumfeld weiterzuentwickeln, zu innovieren und zu wachsen“, sagte Mark Parker, Executive Chair bei Nike. Die Aktien von Nike stiegen im nachbörslichen Handel am Mittwoch um 0,4 Prozent.
Alexandre Arnault ist das dritte von fünf Kindern von Bernard Arnault, die alle operative Funktionen bei LVMH innehaben, während sie das Geschäft erlernen. Es wird erwartet, dass einer von ihnen ihren Vater eines Tages an der Spitze der französischen Luxusgruppe ablösen wird. Sein jüngerer Bruder Frédéric Arnault ist Leiter der Luxusmarke Loro Piana. Der 77-jährige Bernard Arnault hat erklärt, dass er vorerst im Amt bleiben werde.
LVMH expandiert gezielt in den Sportbereich
Die Ernennung durch Nike reiht sich in eine gezielte Expansion von LVMH in den Sportbereich ein. Der Luxuskonzern trat unter anderem als prominenter Sponsor der Olympischen Spiele 2024 in Paris und der Formel-1-Rennserie auf. Die Familie Arnault kaufte zudem im Jahr 2024 den Fußballverein Paris FC.
Alexandre Arnault ist seit 2025 Nummer zwei in der Wein- und Spirituossparte von LVMH. Der Hersteller von Hennessy-Cognac war zuvor eine der schwächsten Divisionen der Gruppe, doch in den letzten Quartalen zeigten sich Verbesserungszeichen. Zuvor war er leitender Angestellter beim US-amerikanischen Schmuckhersteller Tiffany, den der in Paris notierte Luxuskonzern im Jahr 2021 für 16 Milliarden US-Dollar übernahm. In dieser Zeit überwachte er Kooperationen mit der NBA und mit Nike, da die Marke versuchte, eine jüngere Zielgruppe anzusprechen.
Bereits 2016 leitete er die Übernahme von Rimowa durch LVMH und diente als deren CEO. Dabei transformierte er das Unternehmen von einem funktionalen deutschen Kofferhersteller zu einer modischen Marke, die höhere Preise verlangt.
In einem Social-Media-Beitrag erklärte Alexandre Arnault, er sei „ein lebenslanger Fan der [Nike]-Marke und dessen Werte: Sport, Innovation, Kreativität und das ständige Vorantreiben dessen, was möglich ist“. Die Kombination aus Luxus- und Sportkompetenz könnte für Nikes Turnaround-Strategie von großer Bedeutung sein.
