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Weltbank warnt: Wachstumsverlangsamung in Europa und Zentralasien droht

Der Iran-Krieg und steigende Energiepreise belasten die Wirtschaft. Die Weltbank senkt ihre Wachstumsprognosen deutlich.

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Weltbank warnt: Wachstumsverlangsamung in Europa und Zentralasien droht

Die Weltbank hat ihre Wachstumsprognosen für Entwicklungs- und Schwellenländer in Europa und Zentralasien deutlich nach unten korrigiert. Auslöser ist der Iran-Krieg, der Ende Februar ausbrach und das weltweite Ölangebot empfindlich gestört hat. Die steigenden Energiepreise erhöhen die Kosten für Unternehmen und belasten Verbraucher an den Tankstellen. Teheran und Washington einigten sich zwar am späten Dienstag auf einen zweiwöchigen Waffenstillstand – die wirtschaftlichen Risiken bleiben jedoch erheblich.

In einem aktualisierten Ausblick bezeichnet die Weltbank den Konflikt als erhebliches Risiko für die Weltwirtschaft. Besonders betroffen ist eine Region, die fast zwei Dutzend Länder umfasst: von Kasachstan und Usbekistan in Zentralasien über EU-Mitglieder wie Polen und Rumänien bis hin zu Albanien, Serbien, Russland, der Türkei und der Ukraine. Während Energieexporteure kurzfristig von höheren Rohstoffpreisen profitieren könnten, sind die meisten Länder der Region Energieimporteure – und damit besonders verwundbar.

Wachstum bricht auf 2,1 Prozent ein

Insgesamt erwartet die Weltbank für die gesamte Region im Jahr 2026 ein Wachstum von lediglich 2,1 Prozent – nach 2,6 Prozent im Jahr 2025. Ohne Russland fiele das Wachstum mit 2,9 Prozent etwas höher aus. Noch im Januar hatte die Weltbank für dieses Jahr ein Wachstum von 2,2 Prozent prognostiziert. Das aktuelle Basisszenario des Kreditgebers geht von einem durchschnittlichen Brent-Ölpreis von 88 bis 100 US-Dollar pro Barrel aus, begleitet von höheren Gas- und Düngemittelpreisen.

Die meisten Länder der Region dürften laut Weltbank einem erhöhten fiskalischen Druck sowie Leistungsbilanzdruck ausgesetzt sein. Energieimporteure müssen höhere Importkosten stemmen, was staatliche Haushalte und Leistungsbilanzen gleichermaßen belastet. Etwaige Zufallsgewinne aus höheren Rohstoffpreisen bei Energieexporteuren dürften kaum für zusätzliche Ausgaben genutzt werden.

Russland, Ukraine und Türkei besonders im Fokus

Für Russland prognostiziert die Weltbank trotz höherer Öl- und Gaseinnahmen eine Verlangsamung des Wachstums auf 0,8 Prozent im Jahr 2026, nach 1,0 Prozent im Vorjahr. Der fiskalische Spielraum bleibt aufgrund der westlichen Sanktionen infolge der Invasion in der Ukraine im Jahr 2022 begrenzt. Die Weltbank betont, dass etwaige Mehreinnahmen aus Öl und Gas „wahrscheinlich eher zur Eindämmung des Defizits als zur Finanzierung zusätzlicher Ausgaben verwendet" werden.

Die Ukraine, deren Krieg nun in das fünfte Jahr geht, sieht sich ebenfalls mit einer Wachstumsverlangsamung konfrontiert: Die Weltbank erwartet für 2026 nur noch ein Plus von 1,2 Prozent, nach 1,8 Prozent im Jahr 2025. Besonders drastisch fällt die Korrektur für die Türkei aus: Die Weltbank senkte ihre Wachstumsprognose von 3,7 Prozent (Januar-Prognose) auf nun 2,8 Prozent. Höhere Energie- und Lebensmittelkosten belasten den privaten Konsum erheblich.

Polen mit soliderem Ausblick, aber ebenfalls schwächer

Auch Polen, eines der wirtschaftlich stärksten Länder der Region, bleibt nicht verschont. Das Wachstum dürfte auf 3,1 Prozent zurückgehen, nachdem die polnische Wirtschaft im Jahr 2025 noch um 3,6 Prozent gewachsen war – ebenso wie die türkische Wirtschaft im selben Jahr. Für deutsche Anleger und Unternehmen mit Engagements in Osteuropa und Zentralasien sind diese Entwicklungen relevant, da die Region wichtige Handels- und Investitionspartner umfasst.

Die Weltbank-Prognosen verdeutlichen, wie stark geopolitische Konflikte und Energiepreisschocks die wirtschaftliche Entwicklung ganzer Regionen beeinflussen können. Die Kombination aus dem Iran-Krieg, anhaltenden Sanktionen gegen Russland und dem Ukraine-Krieg schafft ein schwieriges Umfeld, das die Wachstumsperspektiven für viele Länder in Europa und Zentralasien auf absehbare Zeit dämpfen dürfte.

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