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Fed-Vertreter Goolsbee warnt vor Stagflation durch Iran-Krieg

Chicago-Fed-Chef Goolsbee sieht Ölschock als stagflationäres Risiko – die Zentralbank stehe vor einer Situation ohne klares geldpolitisches Rezept.

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Fed-Vertreter Goolsbee warnt vor Stagflation durch Iran-Krieg

Austan Goolsbee, Präsident der Federal Reserve Bank of Chicago, hat am Dienstag eindringlich vor den wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs gewarnt. Der Konflikt könne die Inflation anheizen und gleichzeitig das Wirtschaftswachstum bremsen – eine klassische Stagflationskonstellation, die die US-Notenbank Fed vor enorme Herausforderungen stellt.

„Meine Sorge zum jetzigen Zeitpunkt ist, dass wir uns mit einem Ölschock auseinandersetzen müssen, der die Preise auf stagflationäre Weise in die Höhe treiben wird", sagte Goolsbee bei einer Veranstaltung in Detroit. Er verwies dabei auf die bereits durch Zölle gestiegenen Preise, die eigentlich hätten wieder sinken sollen – doch dieser Rückgang sei noch nicht eingetreten, bevor der neue Schock einschlage.

Goolsbee bezeichnete das aktuelle Umfeld als „unangenehm" und betonte, dass es für die Fed kein offensichtliches „Kochbuch" gebe, dem sie in dieser Situation folgen könne. Steigende Ölpreise stellen laut dem Fed-Vertreter einen stagflationären Schock dar. Besonders Benzinpreise von 5 US-Dollar pro Gallone würden die Lieferketten belasten und die wirtschaftliche Lage weiter verschärfen.

Arbeitsmarkt stabil, aber Nervosität wächst

Trotz der Risiken zeigte sich Goolsbee mit Blick auf den Arbeitsmarkt noch verhalten optimistisch: Dieser bleibe stabil, wenn auch nicht hervorragend. Gleichzeitig gab er zu, hinsichtlich der Gesamtwirtschaft „vorsichtig und nervös" zu sein – eine ungewöhnlich offene Formulierung für einen Notenbanker.

Der Chicago-Fed-Chef warnte zudem davor, dass eine anhaltend hohe Inflation Gefahr laufe, sich dauerhaft in der Wirtschaft zu verfestigen. Er äußerte jedoch die Hoffnung, dass sich die Auswirkungen des Ölpreisanstiegs letztlich als vorübergehend erweisen werden – eine Einschätzung, die angesichts der geopolitischen Unsicherheiten mit erheblichen Risiken behaftet ist.

Goolsbee verteidigt Unabhängigkeit der Fed

Neben den konjunkturellen Risiken sprach Goolsbee auch ein politisch sensibles Thema an: die Unabhängigkeit der Federal Reserve. Er stellte klar, dass nichts im Federal Reserve Act vorschreibe, den Aktienmarkt oder den Präsidenten glücklich zu machen. Die Aufgabe der Notenbank sei allein die Preisstabilität und die Förderung von Vollbeschäftigung.

Goolsbee warnte ausdrücklich davor, die Unabhängigkeit der Fed aufzuheben. Eine aktive Diskussion darüber sei eine „schlechte Idee", so der Notenbankchef. Sollte die Fed ihre Unabhängigkeit verlieren, würde die Inflation nach seiner Einschätzung massiv zurückkehren – ein Szenario, das er als ernstzunehmendes Risiko für die gesamte US-Wirtschaft betrachtet.

Für deutsche Anleger und Beobachter ist die Situation besonders relevant: Ein anhaltender Ölpreisanstieg infolge des Iran-Konflikts würde nicht nur die USA, sondern auch die europäische Wirtschaft und damit den deutschen Markt belasten. Stagflation – also das gleichzeitige Auftreten von hoher Inflation und schwachem Wachstum – gilt als eines der schwierigsten Szenarien für Notenbanken weltweit, da Zinssenkungen zur Konjunkturstützung die Inflation weiter anheizen würden, während Zinserhöhungen die Wirtschaft zusätzlich belasten.

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