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Wells Fargo im Visier: US-Aufsichtsbehörde prüft Programme für Schwarze Eigenheimbesitzer

Das US-Wohnungsbauministerium untersucht, ob Wells Fargo mit Programmen zur Förderung Schwarzer Hausbesitzer gegen Antidiskriminierungsgesetze im Kreditgeschäft verstoßen hat.

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Wells Fargo im Visier: US-Aufsichtsbehörde prüft Programme für Schwarze Eigenheimbesitzer

Das US-Wohnungsbauministerium (Department of Housing and Urban Development, HUD) hat eine Untersuchung gegen die Großbank Wells Fargo eingeleitet. Geprüft wird, ob die Bank gegen die Gesetze zur diskriminierungsfreien Kreditvergabe verstoßen hat, indem sie Schwarze oder andere Minderheiten bei der Vergabe von Hypotheken bevorzugt haben soll. Wie das Wall Street Journal unter Berufung auf eine ihm vorliegende Kopie des Schreibens berichtet, habe das HUD Wells-Fargo-Chef Charlie Scharf am Mittwoch einen entsprechenden Brief zugesandt.

Die Untersuchung bezieht sich auf Programme und Zusagen, mit denen die Bank über fast ein Jahrzehnt hinweg die Eigenheimbesitzquote unter Afroamerikanern erhöhen wollte. Wells Fargo hatte am Mittwoch zunächst keine unmittelbare Stellungnahme abgegeben. Die Aktie des Instituts notierte zum Berichtszeitpunkt mit einem Plus von 2,21 Prozent – im Chart bildete sich dem Bericht zufolge ein aufsteigendes Dreieck als technisches Muster.

Ein Muster im Umgang mit früheren Förderprogrammen

Der Vorgang liefert ein weiteres Beispiel dafür, wie Unternehmen in den USA für Programme in die Schusslinie geraten, die während vorheriger Verwaltungen entweder von staatlicher Seite oder von sozial bewusst handelnden Investoren gefördert wurden. Die Trump-Administration hat bereits Untersuchungen gegen Unternehmen wegen sogenannter Diversity-, Equity- und Inclusion-Programme (DEI) eingeleitet. Zudem wurden Versuche gestartet, Beweise für „Debanking“ zu finden – also dafür, dass Banken Konten von Unternehmen oder Einzelpersonen schlossen, die in politisch umstrittenen Branchen tätig sind, von fossilen Brennstoffen bis hin zur Waffenindustrie.

Für deutsche Anleger ist der Fall insofern relevant, als er die wachsende politische Unsicherheit für US-Finanzinstitute verdeutlicht. Regulatorische Risiken und ein möglicher Kurswechsel in der Aufsichtspraxis können die Bewertung von Bankaktien erheblich beeinflussen. Wells Fargo gehört zu den größten Kreditinstituten der Vereinigten Staaten und ist auch an europäischen Märkten ein bekannter Titel.

Das Versprechen aus dem Jahr 2017

Die Kampagne von Wells Fargo zugunsten Schwarzer Immobilienbesitzer reicht Jahre zurück. Im Jahr 2017 sagte die Bank zu, 60 Milliarden US-Dollar an Krediten bereitzustellen, um bis 2027 mindestens 250.000 neue Schwarze Eigenheimbesitzer zu gewinnen. Dieses ehrgeizige Ziel steht nun im Zentrum der behördlichen Prüfung, bei der es nicht um eine Benachteiligung, sondern ausdrücklich um eine mögliche Bevorzugung bestimmter Gruppen geht.

Die Tragweite solcher Untersuchungen ist bislang offen. Bislang hat das HUD lediglich einen Prüfauftrag formuliert; Wells Fargo hat sich nicht geäußert. Ob und welche Konsequenzen aus dem Vorgang erwachsen, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch, dass der Fall in eine breitere Entwicklung einzuordnen ist: Die Politik in Washington stellt Förderprogramme für Minderheiten zunehmend infrage, die unter früheren Regierungen als Selbstverständlichkeit galten.

Für Investoren bedeutet das ein zusätzliches Abwägungskriterium. Neben klassischen Kennzahlen wie Zinsmarge und Kreditqualität rücken regulatorische und politische Risiken stärker in den Vordergrund. Wer in US-Bankaktien investiert ist, sollte die weiteren Entwicklungen rund um Wells Fargo aufmerksam verfolgen. Der Ausgang der HUD-Untersuchung könnte auch Signalwirkung für andere Institute haben, die ähnliche Zusagen zur Förderung benachteiligter Gruppen gemacht haben.

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