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US-Staatsanleihen stabil: Trump dämpft Iran-Kriegsrhetorik vor Midterms

Trumps diplomatische Kehrtwende gegenüber dem Iran beruhigt die Märkte – Renditen stabilisieren sich nach Wochenhoch seit 2002.

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US-Staatsanleihen stabil: Trump dämpft Iran-Kriegsrhetorik vor Midterms

Die Renditen von US-Staatsanleihen zeigten sich am Freitagmorgen weitgehend stabil. Anleger verarbeiteten dabei zwei wichtige Signale: die jüngste Anleiheauktion des US-Finanzministeriums sowie die überraschend zurückhaltenden Äußerungen von Präsident Donald Trump gegenüber dem Iran.

Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihe notierte zuletzt mit weniger als einem Basispunkt im Plus bei 5,612 Prozent. Dieses Papier gilt als wichtigste Benchmark für Hypotheken, Autokredite und Kreditkartenschulden und wird daher von Millionen amerikanischer Verbraucher genau beobachtet. Die Rendite der 30-jährigen Staatsanleihe, die besonders sensibel auf geopolitische Ereignisse reagiert, blieb unverändert bei 5,615 Prozent. Die kurzlaufende 2-jährige Anleihe, die sich stärker an den Zinsentscheidungen der US-Notenbank Federal Reserve orientiert, legte weniger als zwei Basispunkte auf 4,774 Prozent zu. Zur Einordnung: Ein Basispunkt entspricht 0,01 Prozent.

Trumps Kursänderung beruhigt die Märkte

Der entscheidende Impuls kam von Präsident Trump persönlich. Er erklärte am Donnerstag, dass die USA vor den Zwischenwahlen im kommenden Monat keine Angriffe gegen den Iran starten werden. Damit schlug er angesichts eines offensichtlichen Rückgangs der öffentlichen Unterstützung für den Krieg im Nahen Osten deutlich diplomatischere Töne an. Der Konflikt hatte seit seinem Ausbruch am 28. Februar die Energiemärkte erheblich belastet.

Die Reaktion an den Rohstoffmärkten ließ nicht lange auf sich warten. Die Futures der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) gaben um rund ein Prozent nach und notierten bei etwa 90 US-Dollar pro Barrel. Die globale Preis-Benchmark Brent sank sogar um mehr als ein Prozent auf rund 102 US-Dollar pro Barrel. Energiepreise waren seit Ausbruch des Konflikts kräftig gestiegen und hatten die Inflationssorgen zusätzlich angeheizt.

Die aktuellen Bewegungen folgen auf einen Renditerückgang in der vorangegangenen Handelssitzung. Zu Beginn der Woche hatten die Renditen noch den höchsten Stand seit dem Jahr 2002 erreicht – ein Niveau, das die Nervosität der Anleger über die anhaltend hohe Inflation und die Geldpolitik der Fed widerspiegelt.

Fed-Gouverneur Waller signalisiert weitere Zinserhöhungen

Zusätzlichen Gesprächsstoff lieferte Fed-Gouverneur Christopher Waller. Er deutete auf einem Forum der türkischen Zentralbank in Istanbul an, dass weitere Zinserhöhungen notwendig sein könnten, um die hartnäckige Inflation zu bekämpfen. Die Teuerungsrate liegt seit mehr als fünf Jahren über dem Zielwert der Fed von zwei Prozent. Waller schränkte jedoch ein, dass solche Erhöhungen nicht zwangsläufig sofort erforderlich seien.

Auch die jüngsten Anleiheauktionen des US-Finanzministeriums rückten in den Fokus der Märkte. Am Donnerstag wurden 30-jährige Anleihen im Volumen von 22 Milliarden US-Dollar versteigert. Indirekte Bieter – darunter vor allem Zentralbanken – übernahmen dabei mehr als 72 Prozent der Auktion, was deutlich über dem Zehnauktionsdurchschnitt von 68 Prozent liegt. Dies signalisiert eine solide internationale Nachfrage nach US-Staatsanleihen trotz des angespannten Marktumfelds. Am Mittwoch hatte das Ministerium bereits 10-jährige Anleihen im Wert von 39 Milliarden US-Dollar platziert.

Für den Freitag waren keine wichtigen Wirtschaftsdaten aus den USA angekündigt, sodass die geopolitischen Entwicklungen und die Signale aus der Geldpolitik das Marktgeschehen weiterhin dominieren dürften.

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