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Welle der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland

Zwischen strukturellem Wandel und Chancen zur Sanierung

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Welle der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland

In Deutschland wird derzeit intensiv über eine mögliche Pleitewelle diskutiert. Namhafte Unternehmen wie Römertopf, Arko, Hussel und Eilles mussten Insolvenz anmelden, was die Frage aufwirft, ob dies lediglich Einzelfälle sind oder ob sie symptomatisch für eine umfassendere wirtschaftliche Krise stehen. Insolvenzauktionator Fabian Altrichter, der Insolvenzverwalter bei der Veräußerung von Vermögenswerten unterstützt, beobachtet jedoch keinen signifikanten Anstieg der Insolvenzen. Dies steht im Kontrast zu den Schlagzeilen über eine um sich greifende Pleitewelle.

Experten sind bei der Verwendung des Begriffs "Insolvenzwelle" vorsichtig. Wie bereits Wirtschaftsminister Robert Habeck in der ARD-Sendung "Maischberger" klarstellte, halte er von derartigen Begriffen nichts und rechne eben nicht mit einer Insolvenzwelle: ""Nein, tu ich nicht", so seine Antwort. "Ich kann mir vorstellen, dass bestimmte Branchen einfach erst mal aufhören zu produzieren."

Auch Reint Gropp, Leiter des Leibniz-Instituts in Halle, und Christoph Niering, Vorsitzender des Verbands der Insolvenzverwalter, weisen darauf hin, dass die aktuelle Zahl der Unternehmensinsolvenzen lediglich auf dem Niveau vor der Corona-Pandemie liegt und weit unter den Höchstwerten der Finanzkrise. Die während der Pandemie eingeführten staatlichen Hilfsmaßnahmen und die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht haben viele Unternehmen vorübergehend vor der Insolvenz bewahrt, was die aktuellen Zahlen im Vergleich zu dieser Zeit hoch erscheinen lässt.

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland hat sich jedoch verändert, und viele Unternehmen sehen sich mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Ein Strukturwandel hin zu nachhaltigeren Geschäftsmodellen belastet insbesondere Unternehmen, die auf veralteten Technologien oder Energiequellen basieren. Die Baubranche ist besonders stark betroffen, wie die Insolvenzen von Unternehmen wie Project, Gerchgroup oder Euroboden zeigen. Hohe Energiepreise, gestiegene Zinsen und Lieferengpässe haben zu einer überdurchschnittlichen Insolvenzrate in diesem Sektor geführt.

Wirtschaftspolitik

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