Vietnam: Parteichef Lam peilt 10% Wachstum bis 2030 an
Vietnams oberster Führer To Lam verspricht beim Parteitag der Kommunistischen Partei ein ambitioniertes Wirtschaftswachstum von über 10% jährlich bis 2030. Gleichzeitig festigt er seine Machtposition im Einparteienstaat.

Vietnams Parteichef To Lam hat auf dem alle fünf Jahre stattfindenden Kongress der Kommunistischen Partei in Hanoi ehrgeizige Wirtschaftsziele verkündet. Der oberste Führer des südostasiatischen Landes strebt ein jährliches Wachstum von mehr als 10% für den Rest des Jahrzehnts an – trotz globaler wirtschaftlicher Herausforderungen.
Der einwöchige Kongress, der am Montag begann, entscheidet nicht nur über Lams politische Zukunft, sondern legt auch die wirtschaftlichen Weichenstellungen bis 2030 fest. Als Parteichef bekleidet Lam die mächtigste Position in dem kommunistischen Einparteienstaat.
Ambitionierte Ziele trotz Gegenwinden
Die angekündigten Wachstumsziele sind besonders ambitioniert vor dem Hintergrund der aktuellen globalen Wirtschaftslage. Lam räumte in seiner Rede ein, dass der Kongress in einer Zeit "vieler sich überschneidender Schwierigkeiten und Herausforderungen" stattfinde, einschließlich Naturkatastrophen.
Vietnam hat sich in den vergangenen Jahren als wichtiger Produktionsstandort für internationale Konzerne etabliert und profitiert von der Diversifizierung der Lieferketten weg von China. Das Land verzeichnete zuletzt solides Wirtschaftswachstum und zieht verstärkt ausländische Direktinvestitionen an.
Machtkonsolidierung im Fokus
Neben den Wirtschaftszielen geht es beim Parteitag auch um die Festigung von Lams Machtposition. Die Wahl des Parteichefs durch den Kongress gilt als zentrale Weichenstellung für die politische Ausrichtung Vietnams in den kommenden fünf Jahren.
Für internationale Investoren und deutsche Unternehmen, die in Vietnam engagiert sind, dürften die wirtschaftspolitischen Beschlüsse des Kongresses richtungsweisend sein. Vietnam gilt als einer der dynamischsten Märkte Südostasiens.
